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Kindesentziehung: Frau aus dem MK gesucht - am Flughafen klicken die Handschellen

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Von: Christos Christogeros

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Bundespolizei
Die Bundespolizei nahm am Dortmunder Flughafen eine Plettenbergerin fest, die von der Staatsanwaltschaft Münster zur Festnahme ausgeschrieben worden war. © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Eine wegen Kindesentziehung gesuchte Plettenbergerin wurde jetzt am Flughafen Dortmund verhaftet. Sie war für Monate mit ihrem minderjährigen Sohn in den Niederlanden unterwegs - dem Kindsvater hatte sie eine Lügengeschichte aufgetischt.

Plettenberg - Die 23-jährige bulgarische Staatsangehörige hatte nach ihrer Verurteilung im vergangenen Jahr Deutschland verlassen und nun versucht, über den Flughafen Dortmund wieder einzureisen. Dabei klickten die Handschellen der Bundespolizei.

Das Amtsgericht Ahlen hatte die Frau aus Plettenberg (NRW) wegen Kindesentziehung im vergangenen Jahr zu 50 Tagesätzen zu je 10 Euro verurteilt. Die 23-Jährige hatte die Strafe jedoch nicht bezahlt. Wie der Münsteraner Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Nachfrage erklärte, wurde die Geldstrafe daher in eine Freiheitsstrafe umgewandelt. Die Frau hatte sich der Polizei jedoch nicht gestellt. Daher wurde sie zur Fahndung ausgeschrieben.

Frau aus MK wegen Kindesentziehung gesucht - am Flughafen klicken die Handschellen

Offenbar war die Plettenbergerin nach ihrer Verurteilung ins Ausland geflohen. Am Donnerstag versuchte sie, über den Flughafen Dortmund wieder einzureisen. Gegen 9 Uhr war die 23-Jährige bei der Einreisekontrolle erschienen.

Während der Überprüfung stellten die Beamten der Bundespolizei fest, dass die Frau durch die Staatsanwaltschaft Münster zur Fahndung ausgeschrieben worden war. Die 23-Jährige musste jedoch nicht in Haft: Laut Bundespolizei konnte sie die Ersatzgeldstrafe über 700 Euro zahlen.

Wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Nachfrage erklärt, lebte der minderjährige Sohn beim Kindsvater, mit dem sich die 23-Jährige das Sorgerecht teilte. Daher bat sie den Kindsvater, mit dem gemeinsamen Sohn eine Woche verreisen zu dürfen. Dem stimmte der Mann zu.

Allerdings war die 23-Jährige nicht nur eine Woche im Kurzurlaub: Sie soll sich laut Anklage für zwei Monate, zwischen Februar und April 2020, mit dem Minderjährigen in den Niederlanden aufgehalten haben. Der Kindsvater habe davon nichts gewusst. Anfang April hatte dann die niederländische Polizei die 23-Jährige festgenommen und mit ihrem Sohn nach Deutschland bringen lassen. Am 28. Juni 2021 war die 23-Jährige verurteilt worden.

Die Bundesregierung hat zehn deutsche IS-Anhängerinnen mitsamt ihrer 27 Kinder aus Syrien zurück nach Deutschland geholt. Unter ihnen befindet sich offenbar auch eine Frau aus Lüdenscheid.

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