Sandra Igel hat ein Herz für Bienen und Co.

Plettenbergerin erschafft ein Insektenparadies auf ehemaligem Spielplatz

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Plettenberg - Es summt und zirpt neben dem großen Mehrfamilienhaus an der Kreuzung Sundheller Straße/ Widukindstraße. Wer das städtische Grundstück betritt, hört die Bienen, Hummeln und Vögel ziemlich deutlich, die hier seit Herbst 2018 ihren Lebensraum gefunden haben.

Die neuen Bewohner haben auf dem ehemaligen Spielplatz mittlerweile alles, um sich wohlfühlen zu können. Verantwortlich für das Insektenparadies mit dem Namen „Sundheller Bienengarten“ ist die Plettenbergerin Sandra Igel. „Ich bin damals hier vorbeigekommen und habe gesehen, dass das Grundstück brachliegt und eigentlich nur noch als Hundetoilette diente – das muss ja nicht sein“, dachte sich die junge Frau, die sich daraufhin informierte, wer für das Grundstück zuständig sei.

„Im Rathaus sagte man mir, dass die Fläche zum Verkauf stehe“, erinnert sie sich. Daraufhin habe Igel die Idee entwickelt, das Grundstück in einen Blumengarten zu verwandeln. „Es gibt immer weniger Insekten, denn wir Menschen nehmen ihnen an vielen Stellen ihren Lebensraum weg. Deshalb habe ich mir überlegt, mit diesem Grundstück den Insekten etwas zurückzugeben“, so Igels Intention. Gesagt, getan. Die Stadt stellte Sandra Igel das Grundstück zur Verfügung – bis ein Käufer gefunden wird.

Igel startete direkt mit den Pflanzarbeiten: Im Herbst 2018 wurde fleißig eingesät und gegossen. „Meine Schwester und mein Mann haben mir hin und wieder geholfen. Auch Saatgut-Spenden habe ich von verschiedenen Personen erhalten und somit konnte ich viele Kräuter-, Blumen- und Pflanzenarten anpflanzen.

Mittlerweile blüht es auf dem Grundstück in den buntesten Farben. „Das braucht natürlich alles seine Zeit. Manche Arten brauchten auch diese zwei Jahre bis jetzt, um überhaupt zu blühen. Das kommt immer ganz drauf an“, erklärt Igel. Besonders hart sei der trockene Sommer 2019 gewesen. „Da blieb uns leider nichts anderes übrig, als kanisterweise Wasser hier runter zu fahren“, erinnert sie sich an die mühsame Bewirtschaftung zu dieser Zeit. Sie hoffe, dass dieses Jahr nicht ganz so trocken werde. Eine Wasserleitung gibt es leider nicht, sodass die künstliche Bewässerung der Pflanzen nur mit viel Aufwand möglich ist.

Hauptberuflich hat Sandra Igel so gar nichts mit Blumen und Insekten zu tun. Sie ist Staplerfahrerin in einem Attendorner Unternehmen. „Ich be- und entlade Lkws, somit habe ich auf meiner Arbeit viel mit Europaletten zu tun und durfte immer mal die ein oder andere Palette mit nach Hause nehmen und für den Garten verwenden“, erklärt sie. Daraus baute die Plettenbergerin dann beispielsweise kleine Sitzmöglichkeiten für den Insektengarten, kleine Hochbeete oder einen großen Kompost.

Der grüne Daumen begleitet sie aber bereits ihr ganzes Leben lang: „Ich hatte das Glück, mit einem großen Garten aufwachsen zu dürfen. Wir hatten immer schon allerlei Pflanzen und Blumen zuhause und das fand ich immer schon toll“, beschreibt sie ihre Leidenschaft zur Natur.

Aktuell wohne sie zwar in einer Wohnung, die nur wenig Platz zum Anpflanzen böte, dennoch habe sie die Möglichkeit, bestimmte Arten erst einmal daheim zu säen, um sie dann später in den großen Garten umsiedeln zu können. „Hier kann ich mich dann richtig austoben und pflanzen, was ich möchte“, freut sie sich darüber, das städtische Grundstück pflegen zu dürfen. Ihr sei natürlich bewusst, dass jederzeit ein Käufer gefunden werden könnte. „Damit muss ich rechnen, aber dann ist das halt so“, ist sie sich im Klaren darüber, dass das das Aus für das kleine Insektenparadies bedeuten könne.

Bis es dazu kommt, genießt Sandra Igel jede Minute in ihrem kleinen Blumengarten und lädt auch die Plettenberger ein, die Artenvielfalt und die Natur zu genießen. Sie hat aber eine große Bitte: „Der Garten ist kein Hundeklo! Bitte nehmen Sie ihren Müll und die Hinterlassenschaften Ihrer Tiere wieder mit!“

Zum Projekt „Sundheller Bienengarten“ gibt es eine eigene Facebook-Seite. Interessierte können sich informieren und aktuelle Bilder einsehen. Außerdem gibt es Fotos vom Beginn im Herbst 2018 bis heute, auf denen die Verwandlung zum Insektenparadies verfolgt werden kann.

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