Eine Schwebebahn im Sauerland

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Diese ehemalige Schwebebahn aus Wuppertal könnte möglicherweise bald über den Oesterbach in Plettenberg schweben.

Plettenberg/Wuppertal – Es hört sich an wie ein vorgezogener Aprilscherz, könnte aber Realität werden, wenn die Behörden alle mitspielen: eine Schwebebahn über dem Oesterbach. Eingebettet in ein nebenan liegendes Technik- und Panzermuseum, das gerade in den ehemaligen Hallen der Firma Groll eingerichtet wird und Ende des nächsten Jahres eröffnen soll.

Neben Panzern, einem Schmiedehammer, alten technischen Geräten und modernen Sportwagen sowie echten Bäumen in der Ausstellungshalle soll die Schwebebahn das Highlight des Museums werden und möglicherweise auch über die Oester fahren. Der alte Schwebebahnwagen, um den es geht, wurde ursprünglich vom Verein sunshine4Kids von den Wuppertaler Stadtwerken gekauft, die diesen als Begegnungszentrum nutzen wollten.

 Doch wie Vereinsmitglied Gaby Schäfer im Gespräch mit unserer Zeitung verriet, habe es Probleme mit der Genehmigung gegeben, die Schwebebahn auf dem Vereinsgelände in Sprockhövel aufzustellen bzw. ein passendes Fundament für den rund 23 Tonnen schweren Wagen zu errichten. 

„Wir haben selber gemerkt, wie schwierig es mit den Behörden ist“, sagte Schäfer. Nicht zuletzt deshalb habe man sich entschieden, die Schwebebahn bei Ebay zu verkaufen. Der Plettenberger Unternehmer sei einer von mehreren Interessenten gewesen. „Für uns ist es ein Anliegen, dass die Schwebebahn später der Allgemeinheit dient“, sagte Schäfer, die sich mit dem Plettenberger über den Kaufpreis einig geworden sei. „Unsere Kosten sind damit gedeckt worden“, so Schäfer, die betonte, den Plettenberger „als netten Menschen kennengelernt zu haben.“ 

Das Logo des Technik- und Panzermuseums in Plettenberg.

Ob und inwieweit das Genehmigungsverfahren für das Panzermuseum bereits abgeschlossen ist, blieb gestern offen. Bauamtsleiter Sebastian Jülich betonte dazu folgendes: „Grundsätzlich geben wir nach außen keine Stellungnahmen zu begonnenen, laufenden oder abgeschlossenen Baugenehmigungsverfahren privater Bauherren ab.“ Die Prüfung erfolge im Baugenehmigungsverfahren anhand der vorzulegenden Antragsunterlagen, sagte Jülich. Nach Informationen unserer Zeitung steht die formale Genehmigung und Nutzungsänderung für das Museum  noch aus. Von dem Schwebebahn-Projekt hat die Stadt Plettenberg bislang noch keine offizielle Kenntnis. Jülich bestätigte auf Anfrage, dass er nicht wisse, wer in Wuppertal eine Schwebebahn gekauft hat und was damit geschehen soll. 

Die ehemalige Firma Groll wird derzeit zum Technik- und Panzermuseum umgebaut. Links vom Firmengelände soll die Schwebebahn aus Wuppertal über der Oester installiert werden.

Mehr Infos hatte dagegen Tanja Heil, Mitarbeiterin der Westdeutschen Zeitung, die mit dem Plettenberger Unternehmer sprach, der den Kauf der Rarität als „kräftige Spielerei“ bezeichnete und die Schwebebahn angrenzend zum Technik- und Panzermuseum über den Oesterbach hängen will. Zuvor muss die über 40 Tonnen schwere Fracht samt der Radmotoren aber erst einmal aus dem Bergischen Land ins Sauerland transportiert werden.

 Dass der Plettenberger mit der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises in Kontakt steht, konnte Kreis-Sprecher Hendrik Klein bestätigen. Es habe am Donnerstag einen Ortstermin in Plettenberg gegeben. „Der Betreiber will die Schwebebahn über die Oester fahren lassen“, so Klein. Für den Kreis sei dabei die wasserrechtliche Genehmigung wichtig. Dabei müssten Dinge wie der hydraulische Querschnitt, die Gewässerbiologie und die Wasserrahmenrichtlinie berücksichtigt werden. Als die Schwebebahn in Wuppertal installiert wurde, habe es nur wenige Vorgaben gegeben. Das sei heute gänzlich anders. Dennoch wollte Klein dem Vorhaben keine Absage erteilen. „Es ist in dem Verfahren einiges beizubringen. Aber wenn er das alles macht und hinbekommt, dann kann er die Schwebebahn über die Oester bauen – unmöglich ist das nicht“, so der Kreis-Sprecher abschließend.

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