Plettenberger Tourismus wird zum Streitthema

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Als der Hestenberg noch Anziehungspunkt für zahllose Plettenberger und Auswärtige war, entstanden auch Postkarten wie diese: Sie zeigt die Spitze des Hestenbergs mit dem Gedenkstein und den Springbrunnen. Das Tourismus-Konzept soll dafür sorgen, dass in Zukunft wieder solche idyllischen Aufnahmen von Touristen aus Plettenberg verschickt werden.

Plettenberg - Könnte ein extern erstelltes Tourismus-Konzept den Fremdenverkehr zum zweiten wirtschaftlichen Standbein der Stadt Plettenberg werden lassen – auch vor dem Hintergrund der sinkenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer? Einige Ratsmitglieder haben Zweifel daran.

Und so geriet der Beschluss zur Erstellung eines Tourismus-Konzepts am Dienstagabend zur Hängepartie. Nach einer intensiv geführten Diskussion sprach sich die Mehrheit jedoch für die Erstellung eines solchen Konzepts aus, dies allerdings bei vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung. „Ich glaube, dass die für die Erstellung des Tourismus-Konzepts eingeplanten 15 000 bis 18 000 Euro nicht reichen werden“, erklärte FDP-Fraktionsvorsitzender Carsten Hellwig.

Aufgrund der angespannten Haushaltssituation der Stadt Plettenberg sei es auch nicht der richtige Zeitpunkt, das Konzept extern erstellen zu lassen. „Ich denke, wir haben auch intern genügend Leute, die so etwas entwickeln könnten“, sagte Hellwig.

Auch der parteilose Diethardt Küppers sprach sich gegen die Erstellung des Konzepts aus – sollten Windkraftanlagen in der Nähe errichtet werden, würde das Projekt ohnehin „ad absurdum“ geführt werden, erklärte Küppers. 

Bürgermeister Ulrich Schulte erklärte dagegen, dass es keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt für die Erstellung des Tourismus-Konzepts gebe. „Hätten wir so ein Projekt schon vor 20 Jahren oder mehr ins Leben gerufen, hätten wir vielleicht heute nicht so viele Probleme mit dem Demografischen Wandel“, sagte Bürgermeister Schulte. Ihm gehe es vor allem darum, eine Grundlinie in Sachen Tourismus zu haben, sodass die angedachten Maßnahmen gebündelt würden. „Außerdem haben wir im Rathaus keine ausgebildeten Tourismus-Fachleute“, erklärte Bürgermeister Schulte.

Nun soll durch ein externes Büro ein Tourismus-Konzept erstellt werden, das die Zielrichtung vorgeben soll, wie sich die Vier-Täler-Stadt in Sachen Fremdenverkehr weiterentwickeln könnte. „Ein sehr schöner Weg“ wäre, nicht nur für Touristen, der projektierte Fußweg Am Werkshagen, wie Martina Reinhold (SPD) erklärte – alleine schon wegen des „Highlights“ Fischbauchbogenbrücke. Doch bereits bei den Vorberatungen im Planungsausschuss hatte sich keine erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit ergeben. Und auch die Ratsmitglieder waren sich uneins über das weitere Vorgehen.

CDU-Ortsvorsitzender Adrian Viteritti erinnerte daran, dass zur Realisierung des Weges der Ankauf privater Grundstücke nötig sein würde. „Und manche Besitzer erklärten schon, dass sie nicht verkaufen wollen“, sagte Viteritti. Reinhold schränkte ein: Es bestünden schon berechtigte Zweifel, ob der Fußweg wie geplant angelegt werden könnte. Aber mit einer leichten Verlegung der Strecke wäre der Weg auch ohne private Grundstücke zu realisieren.

„Warum schon Fakten schaffen, ohne es vorher zu versuchen?“, fragte Reinhold. Die Sozialdemokratin plädierte dafür, die städtischen Grundstücke, die bei einer Nicht-Realisierung des Fußweges veräußert werden sollen, zu behalten. „Dann sollten wir warten, ob es Fördermittel geben wird oder nicht.“ Auch FDP-Ortsvorsitzender Michael Schulte plädierte dafür, die betroffenen Grundstücke in städtischem Besitz zu halten: „Wir sollten da nichts über das Knie brechen.“ Zwölf Mitglieder des Rates stimmten gegen diesen Plan, bei einer Enthaltung ergab sich jedoch eine Mehrheit für den SPD-Vorschlag: Die städtischen Grundstücke Am Werkshagen werden nicht veräußert, sodass der Fußweg hier in Zukunft vielleicht doch noch realisiert werden könnte.

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