Plettenberger Tafel

Ausgabe der Lebensmittel mit möglichst wenig Kontakt

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Als Unterstützung übergab Jürgen Denker von den Stadtwerken eine Spende von 1000 Euro an Susanne Vollmer vom Tafel-Team.

Plettenberg – In dieser Woche kehrt auch die Plettenberger Tafel aus der Corona-Zwangspause zurück. Die Ausgabe, die dank der Spendenbereitschaft vieler Plettenberger möglich ist, findet dabei unter besonderen Bedingungen statt.

„Wir planen eine kontaktarme Ausgabe“, erklärt Susanne Vollmer von der Freiwilligenzentrale, die Teil des Tafel-Teams ist. Nur in kleinen Gruppen sollen sich die Tafel-Kunden die Lebensmittel vor Ort im Sozialzentrum „Allerlei – Die Halle für alle“ abholen können.

Um größere Menschenansammlungen zu vermeiden, erhalten die Tafelgäste ihre Waren im Fünf-Minuten-Rhythmus. So können pro Stunde Vertreterinnen oder Vertreter von zwölf Haushalten bedient werden, erklärt Heike Schäfer, Leiterin der Plettenberger Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes, das Ausgabekonzept, mit dem man Neuland betrete. Dazu wurde die Ausgabezeit verlängert und findet am Mittwoch und Donnerstag, 17. und 18. Juni, von jeweils 13 bis 18 Uhr statt.

Individuelle Zeiten für Tafelgäste

„Wir ziehen es auseinander, um die Ehrenamtlichen und die Gäste zu schützen“, sagt Vollmer. „Es ist ein Mordsaufwand, Hygienemaßnahmen und Abstände einzuhalten.“ Man hoffe aber, dass sich dies durch das Auseinanderziehen der Ausgabe gut managen lässt.

Wichtig dabei ist, dass die Tafel-Kunden zeitversetzt kommen, und zwar genau in dem Zeitfenster, das ihnen individuell per Schreiben mitgeteilt wurde. Die Gäste werden gebeten nur zu dieser Zeit, nicht früher oder später zur Ausgabe zu kommen. Wie bei den früheren Tafelausgaben kann sich jeder Gast gegen einen Obolus von 1 Euro die Waren für sich und seine Familie aussuchen, soweit das vom Angebot her möglich ist. Pro Tafelausweis sollte sich möglichst nur eine Person auf dem Hof der Halle für Alle aufhalten.

„Sie werden selbstverständlich gebeten, möglichst allein zu erscheinen und einen Mund-Nase-Schutz zu tragen“, erklärt Heike Schaefer. Vor dem Empfang der Waren müssen die Hände desinfiziert werden. Dazu werden Spender zur Händedesinfektion aufgestellt. Markierungen zeigen die Wege an, die die Besucher nehmen sollen. Das Sozialzentrum an der Schubertstraße selbst darf kein Besucher betreten. Die Abholung wird vermerkt, sodass bei einem Verdacht auf Infektion der Kontaktweg verfolgt werden kann.

Auch eine Spuckschutzwand für die Mitarbeiter soll noch aufgestellt werden, sagt Vollmer, die wie das gesamte Tafel-Team froh über den Neustart ist: „Es hat keiner abgesagt, es freuen sich alle, dass sie wieder etwas tun können.“ Diese Bereitschaft mitzumachen, sei beeindruckend. „Das macht auch wieder Mut“, sagt Vollmer und lobt auch die Spendenbereitschaft der Plettenberger, die bei einer Extra-Aktion am vergangenen Mittwoch im Sozialzentrum Allerlei Lebensmittel abgeben konnten. Viele hätten das auch getan. „Da sind Dinge dabei, die wir nicht zukaufen können, etwa ein Glas Honig oder Shampoo.“

Trotz der Spenden habe die Tafel vor der Ausgabe am Mittwoch und Donnerstag aber – entgegen der üblichen Richtlinie – andere Waren zukaufen müssen, da nach der langen Corona-Pause keine Vorräte mehr da waren. „Die Lager waren leergefegt, so war es noch nie“, berichtet Vollmer. Dabei würde, um auch die Kontakte der ehrenamtlichen Helfer gering zu halten, nur wenige Geschäfte, genauer Discounter angefahren, um dort frische Waren zu besorgen.

Stadtwerke unterstützen Tafel

Das ist auch dank einer Spende der Stadtwerke möglich, die die Arbeit der Tafel schon seit langem unterstützt. Die Spende über 1000 Euro, die Jürgen Denker von den Stadtwerken am Mittwoch Susanne Vollmer von der Tafel überreichte, ist dabei eine Zahlung außer der Reihe. „Wir wollen die Tafel damit in dieser schlechten wirtschaftlichen Lage unterstützen“, sagt Denker und betont, wie wichtig das Angebot der Tafel für deren Kunden ist: „Man meint gar nicht, wie viel Armut es auch in Deutschland gibt.“

Unter den Kunden seien sowohl große Familien als auch Alleinstehende, sagt Vollmer. Knapp 400 Personen – Tafelkunden plus Angehörige – sind in Plettenberg auf die Tafel-Ausgaben angewiesen. Vollmer glaubt allerdings, dass aus Angst vor Ansteckung trotz Hygienekonzept weniger Tafel-Gäste in dieser Woche das Angebot annehmen. „Wir sind wirklich gespannt, wie viele kommen“, so Vollmer, die für die Ausgabe auf trockenes Wetter hofft und die Tafelgäste ermutigt, zur Halle für alle zu kommen.

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