Plettenberger Star-Bariton feiert heute runden Geburtstag

Eike Wilm Schulte wird heute 80

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Eike Wilm Schulte, der am morgen seinen 80. Geburtstag feiern kann, in seinem Rosengarten in Herscheid.

„Ich kam von Fern gezogen zum Rhein, zum Rhein…“ – so, wie das Volkslied beginnt, hat der Kammersänger Eike Wilm Schulte auch gehandelt. In Plettenberg am 13. Oktober 1939 geboren, lebt er heute hauptsächlich in Wiesbaden am Rhein. Das könnte schon der Schlusssatz sein, würde aber dem an den bekanntesten Häusern der Welt engagierten Sänger nicht gerecht.

Früh begann seine Ausbildung zum Sänger. Als Ausnahme durfte er mit 19 Jahren (damals waren 21 Jahre Vorschrift) an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln sein eigentliches Studium beginnen. Im letzten der acht Semester seines Studiums wurde Schulte bereits von der Deutschen Oper am Rhein engagiert. 

Die erste Partie, die Schulte singen durfte, ist ihm natürlich in guter Erinnerung geblieben: Den Metzgerburschen Sid in der Oper „Albert Herring“ von Benjamin Britten. Bei den Städtischen Bühnen Bielefeld vervollkommnete er über drei Jahre seine Basis als lyrischer Bariton. Festes Ensemblemitglied wurde er beim Hessischen Staatstheater Wiesbaden in den Jahren von 1973 bis 1987, und in Düsseldorf von 1987 bis 1989. In dieser Zeit trat er an den führenden Opernhäusern in Deutschland auf. 

Von Hamburg bis München, von Köln bis Dresden – überall war er ein gern gehörter Bariton. Mit seinen Gesangsrollen als Wolfram von Eschenbach, dem Heerrufer und Gunther (1988 – 2000) bei den Bayreuther Festspielen begann auch sein internationaler Erfolg. Er bereiste quasi die ganze Welt. Ob an der Met in New York, an der Scala in Mailand, in London, Paris, Boston, Chicago, Santiago de Chile, Barcelona, Tokyo, Wien, Brisbane oder Baden-Baden.

 Es sind wahrhaft viel mehr Orte und zahllose Opern- und Konzertauftritte auf dem Erdball, an und bei denen der gebürtige Plettenberger gesungen hat. Ein Tag wird ihm unvergesslich bleiben: Im großen Rundfunksaal von Tokyo spielten 2011 die Berliner Philharmoniker unter dem Chefdirigenten Claudio Abbado und sangen 3 000 Schulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren mit ihm und zwei amerikanischen Solisten (Tenor und Sopran) zusammen Beethovens „Ode an die Freude“ (Freude, schöner Götterfunke…) – und das in deutscher Sprache. Die Begeisterung der Kinder war so groß, dass sie selber 40 Minuten lang applaudierten. Gänsehaut pur! 

Der Ehrentitel „Kammersänger“ wurde Eike Wilm Schulte 2010 vom Land Hessen als Erstem überhaupt verliehen. Zu seiner großen Freude erhielt er vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst 2008 „in Anerkennung der besonderen Verdienste im kulturellen Leben des Landes Hessen“ die Goethe-Plakette. Nun steht dem Bariton der 80. Geburtstag ins Haus, den er in seiner 2. Wahlheimat Herscheid mit seiner Frau Elisabeth und Freunden begehen wird. Gesungen wird bestimmt auch an dem Tag.

Am 16. Oktober besteht das Staatstheater Wiesbaden 125 Jahre. Aus diesem Anlass wird es eine Festvorstellung geben, in denen Videoclips von Ereignissen und besonderen Künstlern des Staatstheaters eingespielt werden. Auch von Eike Wilm Schulte, der Ehrenmitglied am Hessischen Staatstheaters Wiesbaden ist. Das Sauerland als Heimat hat er nie vernachlässigt.

Sein Refugium in Herscheid nutzt er, um Konzerte zu verschiedenen Anlässen zu organisieren. Seine vielfachen Kontakte ermöglichen es dem Bariton, nationale und international tätige Künstler vom singenden und musizierenden Fach für Konzerte in Plettenberg, Herscheid und Affeln zu engagieren. 

So lädt Kammersänger Schulte am Sonntag, 22. Dezember, um 18.00 Uhr zu einem Weihnachtsabend der Besinnung und Freude mit wieder ausgesuchten Künstlern, seinem Chor „Vocalensemble Musica Classica“ und eigener Beteiligung unter dem Titel „Botschaft der heiligen Nacht“ in die katholische Kirche in Herscheid ein.

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