Betreiber rüstet nach

Plettenberger Shisha-Bar reagiert auf neue Verordnung

Plettenberger Shisha-Bar reagiert auf neue Verordnung.
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Plettenberger Shisha-Bar reagiert auf neue Verordnung.

Die Zeiten, in denen man in einer Shisha-Bar vor lauter Rauch die eigene Hand vor Augen oder gar die Shisha nicht mehr sah, sind vorbei, denn ein neuer Erlass der Landesregierung schreibt den Betreibern solcher Bars umfangreiche Maßnahmen vor, nachdem es zu mehreren tödlichen Kohlenmonoxidvergiftungen gekommen war.

Plettenberg – „Kohlenmonoxid entsteht bei einer unvollständigen Verbrennung“, erklärt der städtische Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel, dessen Team die Einhaltung des neuen Erlasses zu prüfen hat und auch bei der Abstimmung der Arbeiten mit dem Handwerker half. Mit Hasan Ak, dem neuen Betreiber der Shisha-Bar Huqqa (englisch für Wasserpfeife) sei bereits ein Vorgespräch geführt worden. Das bestätigte auch Inhaber Hasan Ak, der in der Shisha-Bar Am Untertor 1 in dieser Woche die notwendigen Umbaumaßnahmen vornehmen lässt.

So werden in der Bar, im Flur und im Toilettenbereich sogenannte CO-Melder mit Langzeitbatterien installiert, die sofort signalisieren, wenn der Kohlenmonoxidwert den Grenzwert von 35 ppm überschreitet. „Zusätzlich wird gerade auch noch eine neue Lüftungsanlage installiert“, erklärte Ak, der für die Sicherheit seiner Kunden viel Geld in die Hand nimmt. Auch der Außenbereich, der nicht von der neuen Gesetzgebung betroffen ist, soll mit einer großen Außenmarkise und Heizstrahlern weiter aufgewertet werden. „Der CO-Melder verhindert, dass sich Sauerstoff an die roten Blutkörperchen bindet“, erklärte Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel, der auch darauf achten wird, dass die entsprechenden Warnhinweise an der Tür angebracht werden.

„Es geht letztlich um die Gefahrenvorsorge“, so Spiegel, der allerdings auch weiß, dass die Betreiber solcher Shisha-Bars nach dem neuesten Erlass nur zwei Möglichkeiten haben. „Entweder der Betreiber rüstet seine Shisha-Bar technisch nach oder wir müssen den Laden schließen“, so Spiegel abschließend. Damit es nicht so weit kommen muss, half das Ordnungsamt dem Betreiber bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben.

Neuer Shisha-Bar-Erlass bietet eine Fülle an Vorgaben für Betreiber

Die Betreiber von Shisha-Bars müssen hochwirksame Lüftungsanlagen einbauen, Warnschilder am Eingang aufhängen und Warngeräte für Kohlenmonoxid (CO) in sämtlichen Gasträumen sowie im Thekenbereich, den Fluren und den Toiletten anbringen.

Alleine den CO-Meldegeräten widmet der neue Erlass zahlreiche Vorgaben: Gäste müssen einen eventuellen Alarm hören und sehen können, die Batterien müssen wöchentlich kontrolliert werden. Zudem muss jedes Gerät einen Speicher haben – der sich jeden Alarm merkt. „Eine Anbringung in unmittelbarer Nähe eines Fensters ist ausgeschlossen“, heißt es weiterhin in dem Erlass.

Die Lüftungsanlagen sollen demnach die CO-Konzentration in den Bars minimieren und dürfen gleichzeitig Nachbarn nicht gefährden oder durch die Duftstoffe im Tabak stören. Abluft und Rauch müssen daher „über das Dach mit einer Geschwindigkeit von mindestens sieben Metern pro Sekunde abgeleitet werden“, so der Erlass. Am Eingang muss ein Schild „sichtbar und gut lesbar“ darauf hinweisen, dass es sich um eine Shisha-Bar handelt. Auf dem Schild muss unter anderem stehen: „Beim Zubereiten und Rauchen der Shishas entsteht Kohlenmonoxid. Hierdurch können erhebliche Gesundheitsgefahren entstehen, insbesondere für Schwangere sowie das ungeborene Kind und Personen mit Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen.“

Die Regierung begründet ihre Vorgaben mit lebensbedrohlichen Kohlenmonoxid-Vergiftungen, zu denen es in den letzten Jahren in Shisha-Betrieben vermehrt gekommen sei.

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