Schreiben nach Gehör bringt nichts

Plettenberger Schulen zu Problemen mit der Rechtschreibung

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Gute Rechtschreibung ist nicht: Fast jedes vierte Kind in NRW erreicht im Bereich der Orthografie nicht die Mindeststandards und ist am Ende der vierten Klasse nicht in der Lage, grundlegende Rechtschreibregeln sicher anzuwenden.

Plettenberg – Bei jedem vierten Kind sitzt die Rechtschreibung am Ende der Grundschule nicht. Es fehlt an Sicherheit, die grundlegenden Rechtschreibregeln sicher anzuwenden. Wie groß ist das Problem in Plettenberg und wie gehen die Schulen damit um? Die wichtigsten Fragen.

Warum beherrschen viele Kinder nicht die Rechtschreibung?

Kinder lernen Sprachen durch Hören und Sprechen. Meist wissen diese jedoch nicht, welche Buchstaben hinter den Wörtern stecken. Deshalb ist es nicht gerade ungewöhnlich, dass am Ende der Grundschulzeit Kinder nicht richtig schreiben können. Laut Untersuchungen des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen lag der Anteil mit Rechtschreibproblemen der Kinder im Jahr 2016 bei 23,9 Prozent. Laut des Schulministeriums ist jedes vierte Kind am Ende der Grundschulzeit nicht in der Lage, die Orthografie richtig anzuwenden.

Was will das Schulministerium tun?

Es schlägt vor allem eines vor: Lehrer sollen in Zukunft mehr kontrollieren und korrigieren. Am Ende der Grundschule sollen die Schüler einen Grundwortschatz von 533 Wörter beherrschen, der alle wichtigen, grundschulrelevanten Rechtschreibphänomene der deutschen Sprache widerspiegeln soll. Das teilt das Schulministerium mit. 

Wie sieht es in Plettenberg aus?

Das Problem an der Hallenschule ist nicht neu. Eltern und Lehrer haben sich schon immer wegen der mangelnden Rechtschreibung beklagt, berichtet Schulleiter Gerhard Haas. „Die Rechtschreibung ist etwas Individuelles“, sagt er. „Wir haben Schüler die sehr gut, aber wir haben auch viele Schüler, die schwächer sind, wenn es um die Rechtschreibung und Grammatik geht.“ Schreiben nach Gehör? Bringt nichts, sagt Haas, der vor mehr als 20 Jahren zu diesem Entschluss gekommen ist. Sein Rat: „Das Einzige, was hilft, ist Üben“, ist er überzeugt. Auch mehr Lesen sei wichtig.

Wie geht es nach der Grundschule weiter?

Dass Lesen hilft, kann auch an der Geschwister-Scholl-Realschule bestätigt werden. Wenn die Schüler nach der Grundschule hier hinkommen würden, hätten sie oft einen geringen Wortschatz. „Um diesen Wortschatz zu erweitern, ist Lesen ein wichtiger Bestandteil, der durchaus zur Verbesserung der Rechtschreibung führen kann“, sagt Deutschlehrer Manfred Heck.

Lohnt es sich denn in Zeiten von Autokorrekturen überhaupt noch, die Rechtschreibung zu lernen?

Geht es nach Manfred Heck auf jeden Fall. Für ihn ist die Rechtschreibung trotz der Korrektur-Mechanismen an Handy, Tablet und Co. noch immer notwendig. Denn auch in den Computerprogrammen finde man noch viele Fehler. Heck meint: „Die Rechtschreibung ist etwas, das man auf keinen Fall vernachlässigen sollte.“

VON CAGLA DURAL

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