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Auch für Long-Covid-Patienten: Plettenberger Unternehmen eröffnet in Berlin neues Reha-Zentrum

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Von: Georg Dickopf

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Das Reha-Zentrum Westend in Berlin-Charlottenburg wurde 2021 von der Prange Gesundheit GmbH übernommen und wird nun mit dem Mitarbeiterteam in Berlin-Spandau weitergeführt. Die Kauri Cab Management GmbH entwickelt dort ein riesiges Gelände, in dem sich auch das Prange Reha-Zentrum befindet (Mitte links).
Das Reha-Zentrum Westend in Berlin-Charlottenburg wurde 2021 von der Prange Gesundheit GmbH übernommen und wird nun mit dem Mitarbeiterteam in Berlin-Spandau weitergeführt. Die Kauri Cab Management GmbH entwickelt dort ein riesiges Gelände, in dem sich auch das Prange Reha-Zentrum befindet (Mitte links). © Kauri Cab Management GmbH

Im vergangenen Jahr übernahm die Prange Gesundheit GmbH als Teil der Prange-Gruppe sämtliche Anteile des angeschlagenen Reha-Zentrums Westend in Berlin-Charlottenburg, investierte in neue und moderne Räumlichkeiten in einer attraktiven Umgebung und konnte nun mit der Zulassung zur ersten ambulant pneumologischen Rehabilitation neu eröffnen. Hier sollen unter anderem auch Long-Covid-Patienten behandelt werden. Das Süderländer Tageblatt sprach mit Dr. Christian Kloeters, Geschäftsführer der Prange Gesundheit GmbH, über dieses Engagement.

Die Prange-Gruppe ist mit der Übernahme des Hausarztzentrums in Plettenberg und den Schnelltestzentren in Plettenberg und Werdohl seit einiger Zeit im Gesundheitswesen aktiv. Jetzt soll es ein neues Projekt in der Bundeshauptstadt geben. Um was handelt es sich da?
2021 übernahm Prange Gesundheit als Teil der familiengeführten Prange-Gruppe sämtliche Anteile des Reha-Zentrums Westend in Berlin-Charlottenburg mit dem Schwerpunkt Kardiologie. Primär konzentrieren wir uns zunächst regional im Plettenberger Umland auf den Ausbau und Erhalt der Gesundheitsversorgung. Wenn jedoch auch in anderen Regionen Bedarf besteht, suchen wir auch dort bessere und innovative Lösungen zur dauerhaften Aufrechterhaltung des medizinischen Angebots. Wir haben relativ schnell die große Notwendigkeit einer ambulanten Rehabilitation für Patienten mit Lungenerkrankungen erkannt. Insbesondere vor dem Hintergrund der Pandemie und Long Covid ist der Bereich Pneumologie wichtiger denn je. Mit der Neueröffnung haben wir auch die Zulassung zur ambulanten Rehabilitation von pneumologischen Krankheitsbildern erhalten. Damit sind wir die erste zugelassene ambulante pneumologische Rehabilitationseinrichtung in Berlin, was gerade für Long-Covid-Patienten von großer Bedeutung ist. Denn Corona-Spätfolgen spiegeln sich aktuell und zukünftig vor allem in Lungenproblemen wider.

Stimmt es, dass die Reha-Klinik in Charlottenburg für einen symbolischen Euro übernommen wurde?
Zu Einzelheiten von Übernahmen wird mit allen Partnern stets Stillschweigen vereinbart, das gilt auch hier und daran halten wir uns auch, nur so viel: Die Investkosten waren immens.

Nach der Übernahme wurde eine ambulante Reha-Klinik an einem neuen Standort entwickelt. Warum nicht weiter in Charlottenburg und was passierte mit den Beschäftigten in der Bauphase?
Unser Anliegen ist eine langfristige Zukunftssicherung, um eine ganzheitliche und individuelle medizinische Versorgung gewährleisten zu können. Dazu zählt auch die innovative Bereitstellung von Gebäuden, Infrastrukturen und Geräten. Das Gebäude in Charlottenburg war in die Jahre gekommen. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich hier direkt an der Havel, wodurch das Reha-Zentrum infrastrukturell gut angebunden ist und gleichzeitig mit der Nähe zur Natur einen attraktiven Standort für unsere Mitarbeiter und Patienten bietet. Geräte und Ausstattung alleine sichern aber noch nicht die gesundheitliche Verbesserung. Alle Beschäftigten wurden übernommen und auch während der Bauphase zu 100 Prozent weiterbezahlt. Das war für uns auch ein Zeichen der Wertschätzung.

Wie viele Patienten können dort behandelt werden und wann erfolgte die Neueröffnung?
Nach fünf Monaten Umbauzeit konnte das Reha-Zentrum am 21. Juli neu eröffnet werden. Der Komplex bietet auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern Platz für die tägliche Behandlung von 44 kardiologischen und 20 pneumologischen Patienten in neuen und modernen Fitness-, Sport- und Physiotherapieräumen.

Sie waren Geschäftsführer im Plettenberger Krankenhaus und arbeiten jetzt für die Prange-Gruppe. Was war ihre Aufgabe bei diesem Projekt?
Mir hat die Vision der Prange- Gruppe gefallen, etwas für die Aufrechterhaltung der Versorgung der Menschen, gerade auch in Bedarfssituationen, zu tun. Als Geschäftsführer der Prange Gesundheit GmbH gehört es zu meinen Aufgaben, ein Projekt wie zum Beispiel die Reha in Berlin, ganzheitlich zu betreuen und zu begleiten – von Umzug, über Umbau bis hin zur Neueröffnung und der Begleitung in die operative Phase.

Wie ist die Lage der neuen Klinik und stimmt es, dass in dem Gebäude früher Flugzeugteile gebaut wurden?
Wir hatten in der ersten Woche nach der Eröffnung einen durchweg positiven Start. Die Patienten erwarten voll motivierte Mitarbeiter sowie hell und freundlich gestaltete Räumlichkeiten in einem denkmalgeschützten Gebäude. Der alte Charme des Gebäudes wurde von außen erhalten und ja, dieses befindet sich auf einem ehemaligen Industriegelände, auf dem früher unter anderem auch Flugzeugteile gebaut wurden.

Kann man davon ausgehen, dass die Prange-Gruppe in Zukunft weitere Aktivitäten im Gesundheitsbereich unternehmen wird?
Als Unternehmen der Prange Gruppe setzen wir uns für eine langfristige und ganzheitliche Gesundheitsversorgung der Menschen ein. Unsere Intention ist, das regionale Angebot – gerade auch im ländlichen Bereich der hausärztlichen Versorgung – zu erhalten und die Strukturen auch in ländlichen Regionen weiter auszubauen. Dabei ist es unser Ziel, die Patientenzufriedenheit und deren Gesundungseffekt sowie gleichzeitig die Attraktivität der Arbeitsplätze in der Region zu steigern. Daher wollen und werden wir natürlich auch weiterhin im Gesundheitswesen aktiv sein und freuen uns auf viele weitere tolle Projekte zur langfristigen Sicherung der medizinischen Versorgung – gerade im Plettenberger Umfeld.

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