Junger Plettenberger Opfer einer Schlägertruppe

Verfolgt, bestohlen und verdroschen, weil er sein Cannabis woanders kaufte?

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Plettenberg - Sie fuhren als Gruppe im Auto vor und sollen ihr Opfer erpresst, ausgeraubt und verdroschen haben. Diesen Vorwürfen müssen sich am Donnerstag vier Plettenberger in einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Altena stellen.

Den jungen Männern drohen teilweise harte Strafen – nicht nur wegen der angeklagten Taten, sondern auch wegen ihrer Vorstrafen. Die Vorfälle, um die es am Donnerstag geht, liegen schon gut anderthalb Jahre zurück. Laut Gerichtssprecher Bernhard Kuchler soll sich folgendes ereignet haben:

Das heute 19-jährige Opfer aus Plettenberg kauft sein Cannabis von einer Gruppe Drogendealer aus der Stadt, wechselt dann aber irgendwann seine Bezugsquelle. Das scheint seinen bisherigen Drogendealern nicht zu gefallen. Sie treffen ihren ehemaligen Kunden in der Innenstadt und fordern ihn auf, 1 000 Euro als „Entschädigung“ zu zahlen.

Dieser Aufforderung kommt der junge Mann aber nicht nach. Am 19. September 2017 beschließt die Dealergruppe, die aus drei jungen Plettenbergern im Alter von heute 22 Jahren besteht, das Opfer aufzusuchen. An der Straße Am Untertor treffen sie den jungen Mann an diesem Tag an. Während einer aus der Gruppe im Auto wartet, versuchen die anderen beiden, ihr Opfer ins Auto zu stoßen, was ihnen aber nicht gelingt. Dafür nehmen sie ihm ein Handy – Modell Samsung Galaxy A5 – ab, fordern weiterhin die 1 000 Euro und kündigen Schläge an.

Fast einen Monat später, am 15. Oktober 2017, machen sie ihre Androhung war. Wieder als Dreiergruppe, aber diesmal ohne einen der heute 22-Jährigen, dafür mit einem heute 18-Jährigen, machen sich die jungen Männer auf den Weg zum Plettenberger Krankenhaus, an dem sich ihr Opfer angeblich aufhalten soll. Und so ist es auch. Während einer der beiden 22-Jährigen wieder im Auto wartet, schnappen sich der andere 22-Jährige und der 18-Jährige den jungen Mann und verprügeln ihn. Sie zerren ihn zum Auto, wollen ihn offenbar mitnehmen, aber der Fahrer sagt: „Fickt ihn hier!“ Weitere Schläge folgen, die Täter lassen auch zwei Handys – eine Samsung Galaxy Note 3 und ein S3 Mini –, die dem Opfer aus der Hosentasche gefallen sein sollen, mitgehen.

Das Opfer trägt Schmerzen am rechten Unterarm und eine Schwellung am Ohr davon, wird im Krankenhaus behandelt und wird 4 Tage krankgeschrieben.

Beim Amtsgericht Altena sind diese Vorfälle nun als räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, versuchte Nötigung und Diebstahl angeklagt. Strafrechtlich sind bis auf einen der 22-Jährigen alle schon einmal in Erscheinung getreten. Der Prozess beginnt am Donnerstag um 13 Uhr.

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