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„Bang Boom Bang“ und „Der Name der Rose“: Besondere Theatersaison beginnt im September

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Von: Christos Christogeros

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Unter anderem Filmklassiker wie „Bang Boom Bang“ und „Der Name der Rose“ werden als Theateradaption auf der ASG-Bühne zu sehen sein.
Unter anderem Filmklassiker wie „Bang Boom Bang“ und „Der Name der Rose“ werden als Theateradaption auf der ASG-Bühne zu sehen sein. © dpa

Neu und modern soll es sein, das neue Theaterprogramm der Kultour GmbH. Alle Altersklassen sollen mit dem Programm erreicht werden – dafür werden Gangsterkomödien aus dem Ruhrpott, Mittelalterkrimis und Roadmovies mit Tiefgang geboten.

Plettenberg - „Das Programm verspricht wundervolle Abende mit Spannung, befreienden Lachern, aber auch nachdenkliche Momente. Schnappen Sie sich Ihren Lieblingsmenschen, genießen Sie ein Glas Sekt oder Erfrischungsgetränk und freuen Sie sich auf ein ganz besonderes Freizeitprogramm“, sagt Sylvia Eick von der organisierenden Kultour GmbH.

Alle Theaterstücke sind einzeln im Ticketshop der Plettenberger Kultour GmbH verfügbar. Interessierte könne sich aber auch einen festen Platz in einem Abonnement sichern, das direkt im Wilhelm 9, Wilhelmstraße 9 in Plettenberg erhältlich ist.

Gangsterkomödie zum Auftakt

Eröffnet wird die Theatersaison am 18. September (19 Uhr) mit der Gangsterkomödie „Bang Boom Bang“: Keek steckt in der Klemme. Nach einem gemeinsamen Banküberfall ist sein Kumpel Kalle allein in den Knast gegangen unter der Voraussetzung, dass Keek seinen Anteil der Beute für ihn aufbewahrt. Jetzt steht Kalle überraschend vor seiner Tür und die Kohle ist natürlich weg. Ein Plan muss her – am besten ein todsicheres Ding. Also runter vom Sofa, rein ins Auto und erst mal ein paar Kumpels um Hilfe bitten. Wie praktisch, dass der arme Schlucke auch ein großes Ding durchziehen will. Er prahlt damit, dass er in die Spedition seines Chefs einsteigen wird, wo es so allerhand zu holen gibt. Keek, sein Kumpel Andy und der zwielichtige Ratte wittern ihre Chance und steigen mit ein. Allerdings entpuppt sich die Lagerhalle als leer und selbst der geknackte Tresor enthält nur Akten. Die Stimmung kippt und Andy knallt aus Wut den Tresor zu. Dumm nur, dass Keeks Daumen noch in der Tür war. Jetzt ist der Tresor wieder zu, lässt sich auch mit noch mehr Gewalt nicht öffnen, und Keeks Daumen ist immer noch drin. Da hätte Keek natürlich auch gleich seinen Ausweis im Tresor liegen lassen können! Ein neuer Plan muss her…

Peter Thorwarth hat mit „Bang Boom Bang“ im Jahr 1999 eine Kultkomödie gedreht, die bis heute immer wieder in Kinos gezeigt wird. Mit viel Liebe zum Ruhrpott und zu seinen Figuren hat er eine kurzweilige Gangsterstory geschrieben, bei der vor allem die unterhaltsamen Charaktere, ihre Sprache und die Situationskomik im Vordergrund stehen.

Komödie im Stil der 1950er Jahre

Weiter geht es am 19. November (19 Uhr) mit „Zuhause bin ich Darling“, einer Komödie im Stil der 1950er Jahre: Johnny und Judy teilen eine Leidenschaft für die 50er Jahre. Ihre Begeisterung geht so weit, dass Judy ihren Job mit besten Karrierechancen und ihr Leben als selbstständige Frau aufgibt. Stattdessen legt sie allen Ehrgeiz in das Ziel, die perfekte Ehe- und Hausfrau zu sein. Doch hinter den gebügelten Karo-Vorhängen gerät die häusliche Idylle allmählich außer Kontrolle und dunkle Wolken ziehen auf. Johnnys neue Chefin Alex ist daran nicht ganz unschuldig. Und Judys Mutter Sylvia, die ihre Tochter in einer Kommune hat aufwachsen lassen, schämt sich für das Doris Day-Paradies ihrer Tochter, denn letzten Endes findet sie: „Für das hier habe ich nicht gekämpft.“ Gibt es am Ende doch noch ein Happy End?

Laura Wades Stück wurde 2019 in London mit dem Laurence Olivier-Award als beste neue Komödie ausgezeichnet.

Roadmovie nach Weltbestseller

Ein unterhaltsames Roadmovie bietet das Stück „Alles ist erleuchtet“, das am 19. Februar (19 Uhr) zur Aufführung kommt: Jonathan, ein junger amerikanischer Jude reist in die Ukraine, um Augustine zu finden, die Frau, die in den 1940er Jahren seinen Großvater vor der nationalsozialistischen Verfolgung gerettet hat. Begleitet von einem Fahrer, der skurrilerweise vorgibt, blind zu sein, und dessen Enkel, dem USA-begeisterten Alex, der trotz eines recht unkonventionellen Gebrauchs der englischen Sprache als Dolmetscher für die Unternehmung angeheuert wird, geht es von Lwiw aus los in die ukrainische Provinz. Als Anhaltspunkte hat das Trio allerdings nur ein altes Foto von Augustine und den Ortsnamen Trachimbrod, von dem niemand je etwas gehört zu haben scheint. Mit dabei auf der Rückbank des alten Wagens ist auch noch die ebenso neurotische wie anhängliche Hündin Sammy Davis jr. jr. – sehr zum Leidwesen von Jonathan, der Angst vor Hunden hat.

Erzählt wird eine aberwitzige Irrfahrt, die als unterhaltsames Roadmovie voller Missverständnisse und absurder Situationskomik beginnt und sich allmählich als Reise zu den Schrecken und grauenerregenden Verbrechen der Vergangenheit entpuppt. Für jeden der drei wird die Suche nach Augustine und dem verschwundenen Ort Trachimbrod zu einer persönlichen Suche nach Selbsterkenntnis und Wahrhaftigkeit.

Kriminaltheater nach einem Klassiker

Ein Klassiker wird dem Publikum am 5. März (19 Uhr) geboten: „Der Name der Rose“ nach dem Beststeller von Umberto Ecco wird auf die Plettenberger Bühne gebracht.

Der englische Franziskaner William von Baskerville reist mit seinem Novizen Adson von Melk in delikater politischer Mission in eine oberitalienische Benediktinerabtei. Dort sterben unter mysteriösen Umständen innerhalb weniger Tage fünf Klosterbrüder. Der Abt bittet den für seinen Scharfsinn bekannten William von Baskerville die Todesfälle aufzuklären.

Die furiose Kriminalgeschichte verbindet die Ästhetik des Mittelalters mit dem Realismus der Neuzeit und schafft bedrohliche Spannung.

Eine (fast) vorurteilsfreie Komödie

Ihren Abschluss findet die Theatersaison am 16. April (19 Uhr), wenn mit „Extrawurst“ eine (fast) vorurteilsfreie Komödie dargeboten wird: Eigentlich ist es nur eine Formsache: Die Mitgliederversammlung eines Tennisclubs soll über die Anschaffung eines neuen Grills abstimmen. Normalerweise kein Problem – gäbe es nicht den Vorschlag, zusätzlich einen zweiten Grill für das einzige türkische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Oder kann das türkische Mitglied dann nicht einfach den alten Grill für seine Halal-Wurst benutzen? Die Diskussion bei der Vereinssitzung wird von der schnellen Angelegenheit zur Zerreißprobe, die immer persönlicher wird. Wie viele Rechte muss eine Mehrheit einer Minderheit einräumen? Muss man Religionen tolerieren, auch wenn man sie ablehnt? Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkultur? Und sind eigentlich auch Vegetarier eine Glaubensgemeinschaft?

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, wenn die Frage aufkommt, wie wir zusammenleben möchten. Die Zuschauer sind als Vereinsmitglieder direkter Teil des Geschehens und erleben mit, wie sich eine Gesellschaft komplett zerlegen kann. Ebenso respektlos wie komisch stoßen Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, „Gutmenschen“ und Hardliner frontal aufeinander. Und das in einer schnellen, hochpointierten und sehr aktuellen Komödie.

Kartenverkauf

Eintrittskarten zu den Aufführungen gibt es im Ticketshop der Kultour GmbH unter www.plettenberg-kultour.de oder im W 9 an der Wilhemstraße.

Ticketpreise

Kosten für Tickets pro Veranstaltung:

Kategorie A: 18 Euro (ermäßigt 16 Euro)

Kategorie B: 16 Euro (14 Euro)

Kategorie C: 14 Euro (12 Euro)

Kategorie D: 12 Euro (10 Euro)

Wer alle Stücke besuchen möchte, sollte sich für ein Abonnement entscheiden:

Kategorie A: 70 Euro (ermäßigt 52 Euro)

Kategorie B: 64 Euro (56 Euro)

Kategorie C: 53 Euro (46 Euro)

Kategorie D: 39 Euro (34 Euro)

Die Ermäßigung gilt für Inhaber der Ehrenamtskarte, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte. Inhaber eines Tafelausweises und Sozialpasses können weiterhin Karten für 1 Euro an der Abendkasse erhalten.

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