Pflege zu Hause – aber wie?

Plettenberger Krankenhaus lehrt und berät

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Die drei ausgebildeten Pflegetrainerinnen sind (von links): Mechthild Decker-Maruska, Claudia Pilsner und Steffi Dröge mit jeweils einem Flyer zur Familialen Pflege.  

In Deutschland wird die Begleitung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu 75 Prozent von den Ehepartnern, Lebensgefährten und/oder erwachsenen Kindern übernommen. Häufig beginnt die Pflege nach einem Krankenhausaufenthalt, weshalb dem Krankenhaus an dieser Stelle eine bedeutende Schlüsselrolle zukommt.

Darauf reagiert auch das Krankenhaus der „radprax-Gruppe“ in Plettenberg. Wenn Patienten nach Hause entlassen werden, sind diese nicht selten pflegebedürftig. Da stellt sich die Frage, wer die Pflege übernimmt. Das kann einerseits eine ambulante Pflegeeinrichtung sein, oft aber auch die Familie oder ein Familienmitglied.

Wurde die Person schon vorher in der Familie gepflegt, ist es fraglich, ob dieses auch noch nach einem Krankenhausaufenthalt wegen einer anderen als der bisherigen Erkrankung möglich ist. Wenn ja, kann es nur unter Zuhilfenahme neuer oder anderer Pflegetechniken sein? Ungewissheit macht sich breit und viele Fragen tauchen mit einem Mal auf. Eine Antwort darauf ist die „Familiale Pflege“. Speziell ausgebildetes Fachpersonal am Krankenhaus berät, unterstützt und unterweist die pflegenden Angehörigen.

Fachpersonal berät Angehörige

In einem Erstgespräch – bereits während des Krankenhausaufenthaltes – wird das Konzept der „Familialen Pflege“ vorgestellt, und darauf aufbauend in einem Einzel- und/oder Familienberatungsgespräch gemeinsam die praktischen Lösungen zur Gestaltung der veränderten Lebenssituation und der Pflege gefunden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in einem Pflegetraining am Patientenbett die für den individuellen Bedarf erforderlichen pflegerischen Maßnahmen zu erlernen und zu üben.

Auch bis zu sechs Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt können zu Hause, immer in Absprache mit einem eventuell eingebundenem ambulanten Pflegedienst, die gelernten Tätigkeiten geübt und vertieft werden.

Unabhängig von einem Krankenhausaufenthalt finden zu je drei mal drei Stunden Pflegekurse für jeweils maximal sechs Teilnehmer statt.

Mechthild Decker-Maruska, Krankenschwester, Case-Managerin und Pflegetrainerin am Plettenberger Krankenhaus, berichtet: „Das Modellprojekt „Familiale Pflege“ wird gefördert und finanziert von der AOK Nordwest und wissenschaftlich von der Universität Bielefeld begleitet. Gleich welcher Krankenkasse der Patient angehört, sind die Angebote der „Familialen Pflege“ kostenfrei. Die einzigen Bedingungen sind: Der Pflegebedürftige muss Patient unseres Krankenhauses und einem Pflegegrad zugeordnet sein, diesen zumindest beantragt haben oder die Zuordnung zu einem Pflegegrad ist absehbar.“

„Versprechen uns bessere Vorbereitung“

Und weiter: „Durch diese Unterweisungen versprechen wir uns insbesondere eine bessere Vorbereitung der pflegenden Angehörigen, aber auch die Vermeidung des sogenannten „Drehtüreffektes“, wobei es passiert, dass der Patient kurz nach der Entlassung wieder ins Krankenhaus eingeliefert wird.“

Drei Pflegekurse

- Drei Pflegekurse laufen an folgenden Terminen (mindestens drei und maximal sechs Personen): Juni (11.,18. und 25. Juni von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr), Juli (9., 16. und 23. Juli von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr) und im August (6., 13. und 20. August von 14.30 bis 17.30 Uhr). 

- Das Konzept der Pflegekurse beinhaltet u.a. folgende Themen: Dekubitus, Inkontinenz, Diabetes, Demenz, Schwerhörigkeit, Schluckstörungen, Lagerung im Bett und Transfer, Vollmachten und gesetzliche Betreuung, Pflegestärkungsgesetz (u.a.: welche Leistungen stehen meinem Angehörigen zu?). Andere Schwerpunktthemen sind auf Wunsch der Teilnehmer möglich. 

- Informationen zu den Angeboten erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 02391/ 63 73 78. Anfragen können auch per E-Mail an fam.pflege@krankenhaus-plettenberg.de gerichtet werden.

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