Nach langer Corona-Pause

Jugend-Feuerwehr Plettenberg: Knoten und Kegel

Jugend-Feuerwehr Plettenberg übt Knotenbinden
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Die verschiedenen Knoten, die ein Feuerwehrmann beherrschen muss, wurden unter anderem geübt.

Nach fast einem halben Jahr Corona-Pause ist das Training der Plettenberger Jugendfeuerwehr wieder gestartet. Spielerisch übten die Nachwuchs-Einsatzkräfte wichtige Griffe. Doch auch die Theorie kam nicht zu kurz.

Plettenberg - Die Kinder und Jugendlichen starteten mit einem dreiteiligen Programm wieder ins Feuerwehr-Leben. Mit einem Stück Seil an einer Leiter haben die Mitglieder Knoten geübt, die bei der Feuerwehr häufig gebraucht werden. „Meistens, um Dinge zu sichern“, erklärt Leiterin Nina Hagemann.

Der Doppelte Ankerstich wird zum Befestigen von Leinen oder aber zum Hochziehen von Gegenständen gebraucht, wenn während eines Einsatzes beispielsweise eine Axt mehrere Etagen hoch befördert werden muss. Weitere Knoten, die geübt wurden, waren Mastwurf und Zimmermannsschlag. Unterschieden wird zwischen gestochenen und gelegten Knoten.

Mit einer schwungvollen Bewegung rollten die Mitglieder beim Schlauchkegeln eine Station weiter 15 Meter lange C-Schläuche aus. Die werden neben den breiteren B-Schläuchen zusammen mit einem Strahlrohr am häufigsten zum Löschen eingesetzt. Feuerwehr-Schläuche werden übrigens immer doppelt aufgerollt, damit sie im Einsatz schneller auch wieder ausgerollt werden können.

Sitzen muss bei den Feuerwehrleuten natürlich auch das Wissen über die vielfältigen Fahrzeuge und Gerätschaften. Mit dem LF 2016 nahm der Nachwuchs das Löschfahrzeug der Löschgruppe Stadtmitte genauer unter die Lupe. „2 400 Liter Wasser fasst der Tank“, erklärt Tobias Weißpfennig, der zusammen mit Dieter Tillmann stellvertretender Leiter der Jugendfeuerwehr ist. Weil der Wagen auch als Reserve für die hauptamtliche Feuerwehr genutzt wird, gibt es Besonderheiten zu normalen Löschfahrzeugen: Auf dem Dach befindet sich ein Werfer. Zudem ist beispielsweise auch ein Schaummitteltank verbaut.

„Die Praxis steht bei uns im Vordergrund”, betonen Hagemann und Weißpfennig, die gemeinsam mit den anderen Helfern mit Leib und Seele dabei sind. Momentan sind um die 30 Kinder bei der Jugendfeuerwehr. Ab 33 würde es eine Warteliste geben. Die Treffen finden alle zwei Wochen montags statt – in jeder geraden Kalenderwoche, außer in den Ferien. Interessierte sind immer willkommen.

Losgehen kann es ab zehn Jahren. Was die Kinder und Jugendlichen hier lernen, können sie ihr ganzes Feuerwehrleben lang gebrauchen. Denn: „Es wird hier fast alles gemacht, was auch in den Löschgruppen gemacht wird“, erklärt Hagemann. Arbeiten mit der Kettensäge dürften die Kinder und Jugendlichen allerdings noch nicht durchführen. Auch die Rettungsscheren, mit denen Autos bei Unfällen aufgeschnitten werden können, seien vom Gewicht schlicht noch zu schwer.

„Die Jugendfeuerwehr ist der größte Nachwuchspool der Feuerwehr“, erklärt Hagemann, die selbst im Gründungsjahr 1994 eingetreten ist und 2009 die Leitung übernommen hat.

Ab 18 Jahren geht es dann in eine der Löschgruppen, in denen derzeit 174 Ehrenamtler aktiv sind. Um den Übergang fließender zu gestalten, wird ab 17 Jahren ein duales Jahr angeboten, in dem die jungen Feuerwehrleute noch in der Jugendfeuerwehr sind, vermehrt aber schon bei den „Großen“ vorbeischauen. „Das klappt reibungslos“, sagt Hagemann. „Wir begleiten die Mitglieder hierbei“, ergänzt Weißpfennig.

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