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Plettenberger Familie fragt Bundeskanzler nach A45 - „ein ganz schlimmes Thema“

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Von: Georg Dickopf

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Die 16-jährige Linda Becker befragte Kanzler Olaf Scholz beim Selfie zum Thema A 45-Sperrung.
Die 16-jährige Linda Becker befragte Kanzler Olaf Scholz beim Selfie zum Thema A 45-Sperrung. © Foto: Becker

Einmal mit Bundeskanzler Olaf Scholz sprechen und brennende Fragen loswerden – diese Möglichkeit bekam jetzt Familie Becker aus Plettenberg.

Plettenberg - „Unsere Familie ist politisch interessiert und deshalb haben wir uns für die Teilnahme bei den Kanzlergesprächen beworben - dass es für uns alle klappen würde, hat uns selbst überrascht“, sagt der Plettenberger Alexander Becker, der am Donnerstag mit seiner Frau Bianca und Tochter Linda nach Essen reiste. Schon im Vorfeld waren die Personalien der Familie gecheckt worden und auch vor der Zeche Zollverein in Essen wurde das Thema Sicherheit groß geschrieben. „Es gab Kontrollen und einen Sicherheitscheck wie am Flughafen“, sagt Becker, der seit sechs Jahren Logistikleiter bei der Firma Prinz ist.

Zusammen mit knapp 150 weiteren Gästen konnten Fragen an den Kanzler gestellt werden. Tochter Linda, die in der Q1 am Albert-Schweitzer-Gymnasium das Thema A 45 im Unterricht behandelt, wollte von Olaf Scholz wissen, ob er das Thema Rahmedetalbrücke zur Chefsache gemacht hat und warum solche Bauprojekte in Deutschland viel länger dauern als in Italien oder China.

Plettenberger Familie fragt Bundeskanzler nach A45 - „ein ganz schlimmes Thema“

„Wir haben zwar fleißig aufgezeigt, sind aber leider für die Frage nicht ausgewählt worden“, bedauert Alexander Becker, der selbst auch noch gerne vom Kanzler gewusst hätte, was beim Auslösen der dritten Gasnotfallstufe geplant sei.

Zwar kam auch diese Frage nicht zum Zuge, aber der 16-jährigen Linda Becker gelang es am Ende doch noch, dem Kanzler beim Selfie einen Satz zur A 45 zu entlocken. Darauf angesprochen habe Scholz gesagt: „Das ist ein ganz schlimmes Thema, das mich sehr beschäftigt.“

Alexander Becker berichtet von seinem Treffen mit dem Bundeskanzler.
Alexander Becker berichtet von seinem Treffen mit dem Bundeskanzler. © Foto: Becker

Alles in allem sei der Kanzler bei allen Themen und bei komplexen Fragen zum Thema Rente und Pflege sehr gut aufgestellt gewesen. „Er konnte wirklich auf alle Fragen gute Antworten geben“, sagt Alexander Becker.

Der Plettenberger, der als Logistikleiter tagtäglich die Auswirkungen der A 45-Sperrung spürt, würde sich wünschen, dass Scholz die A 45 tatsächlich zur Chefsache erklärt. „Denn einige Speditionen würden uns am liebsten schon gar nicht mehr anfahren“, betont der Plettenberger.

Stichwort: Kanzlergespräch

Das Kanzlergespräch ist eine Reihe von Bürgerdialogen vor Ort in allen Bundesländern. 90 Minuten hat der Kanzler Zeit für die Fragen der Bürger. Alle Fragen können gestellt werden. Der Kanzler möchte wissen, was die Menschen bewegt und was ihre Anliegen an die Politik sind, heißt es auf der Internetseite der Bundesregierung.

Was den Auftritt von Olaf Scholz beim Kanzlergespräch angeht, habe er seine Meinung ändern müssen, denn farblos sei der Auftritt des Kanzlers keinesfalls gewesen. Auch wenn der mächtigste Mann im Land die Fragen der Plettenberger Familie nur in Ansätzen beantwortete, so verließen Linda, Bianca und Alexander Becker Essen zumindest mit einem Foto, das nur wenige haben: Jeder bekam ein Bild, Seite an Seite mit dem deutschen Bundeskanzler.

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