1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Schwangere unsicher: Gynäkologen melden viel Beratungsbedarf wegen Corona-Impfung

Erstellt:

Von: Ines Engelmann

Kommentare

Frauenarzt Dr. Maximilian Niculescu-Valeanu hat bis zu den Sommerferien Impfungen gegen das Coronavirus in seiner Praxis in Plettenberg angeboten. Von der Resonanz sei er enttäuscht gewesen.
Frauenarzt Dr. Maximilian Niculescu-Valeanu hat bis zu den Sommerferien Impfungen gegen das Coronavirus in seiner Praxis in Plettenberg angeboten. Von der Resonanz sei er enttäuscht gewesen. © Engelmann, Ines

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat schwangeren und stillenden Frauen grünes Licht bezüglich der Corona-Impfung gegeben. Doch Fachärzte aus der Umgebung melden einen hohen Beratungsbedarf bei den betroffenen Patientinnen.

Plettenberg - Mareike Köster ist im vierten Monat schwanger und erhielt ihre letzte Corona-Impfung bevor sie erfuhr, dass ihr drittes Kind unterwegs ist. „Ich hatte aber keine Bedenken, dass die Impfung negativ für die Schwangerschaft sein könnte.“ Derzeit stehe bei ihr die dritte Corona-Impfung im Raum, die sie im Januar kriegen könnte. „Dann wäre ich im achten Monat schwanger. Impfen lassen würde ich mich dann noch einmal“, sagt Mareike Köster.

Diese Entscheidung sei ihr aber nicht leicht gefallen, „denn als werdende Mutter trage ich nicht nur Verantwortung für mich selbst. Und auch der Partner braucht Raum, um seine Meinung zu äußern“, so Mareike Köster. Dass die dritte Impfung dem Kind schaden könnte, bezweifelt die 35-Jährige aus Olpe. Viel schlimmer sei die Vorstellung, dass schwangere Frauen bei einer positiven Corona-Infektion nicht dieselben Therapien erhalten können, wie andere. Zudem könne ihr Kind im achten Monat der Schwangerschaft auch schon lebensfähig sein.

Die Stiko empfiehlt die Corona-Impfung bei schwangeren Frauen erst ab dem zweiten Trimester, also ab der 14. Schwangerschaftswoche. Auf diese Empfehlung wollen sich aber offenbar nicht alle Frauen verlassen. Viele holen sich Rat bei ihren Fachärzten. Einer davon ist Dr. Maximilian Niculescu-Valeanu, Frauenarzt aus Plettenberg.

„Viele Frauen sind schon gut informiert, wenn sie in die Praxis kommen. Dennoch fragen sie immer wieder nach meiner fachärztlichen Meinung und entscheiden dann, ob sie sich impfen lassen“, sagt Dr. Maximilian Niculescu-Valeanu. Zudem spiele das Risiko für das ungeborene Kind oder für das Neugeborene bei den Beratungsgesprächen häufig eine wichtige Rolle.

Seit der Stiko-Empfehlung seien in seiner Praxis rund 70 Prozent aller Schwangeren für eine Corona-Impfung, bei den stillenden Müttern liege die Quote sogar bei 85 bis 90 Prozent. Dr. Maximilian Niculescu-Valeanu hört bei der Beratung ab und an, dass sich Frauen über unseriöse Quellen informieren und falschen Nachrichten glauben schenken. „Menschen informieren sich heutzutage vor allem über soziale Medien und über Hören-Sagen“, sagt der Facharzt aus Plettenberg. Falsche Nachrichten hätten es deshalb besonders leicht.

Mittlerweile bietet Dr. Maximilian Niculescu-Valeanu die Corona-Impfung in seiner Praxis nicht mehr an. „Ich war ein wenig enttäuscht von der Resonanz. Wir hatten mehr Stress als Freude durch die Impfung“, so Dr. Maximilian Niculescu-Valeanu. Bis zu den Sommerferien wurde noch in seiner Praxis gegen das Virus geimpft.

Auch interessant

Kommentare