Sommer, Herbst oder Winter?

In den Plettenberger Geschäften vermischen sich drei Jahreszeiten

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Im Kik-Discounter am Umlauf stehen alle Zeichen bereits auf Weihnachten – auch wenn es zeitgleich auch „noch“ Herbstware gibt. Die ist jedoch aktuell schon im Abverkauf.  

Plettenberg - Das Thermometer am ZOB Grünestraße zeigt 28 Grad an und Ivonne Hübner, Inhaberin des Geschäftes „Mariposa“, trägt große und kleine, dunkel besprühte Kürbisse vor die Tür ihres kleinen Lädchens. Der Herbst ist da – obwohl es sich irgendwie überhaupt nicht so anfühlt.

Die wartenden Fahrgäste auf den Bussteigen an der Grünestraße tragen Flip-Flops, bunt bedruckte Kleider und Sonnenbrillen. Es ist heiß in der Stadt und obwohl es schon Ende September ist, genießen die Plettenberger sichtlich die wärmenden Sonnenstrahlen. Der Außenbereich des Eiscafé Sagui platzt aus allen Nähten und einige Kinder spielen im kühlen Nass des Vier-Täler-Brunnens.

„Eigentlich fange ich jetzt erst so richtig an mit der Herbst-Dekoration, obwohl wir ja eigentlich schon mitten drin sind – aber es fühlt sich in diesem Jahr aktuell noch gar nicht so an“, findet Geschäftsinhaberin Ivonne Hübner. Auch in ihrem Laden ist nicht klar definiert, nach welcher Jahreszeit sich das Sortiment richtet. Im Regal stehen Teller und Tassen mit bunten Blumenmustern. Im anderen Regal überwiegen Erdtöne wie braun, grau und schwarz. „Mir ist eigentlich auch gar nicht nach Herbst und Winter, aber die Kunden haben auch schon im Hochsommer nach Herbstdeko gefragt, danach muss ich mich ja irgendwie auch richten“, so die Inhaberin. An Weihnachtsdeko habe sie jedoch noch gar nicht gedacht. „Erst einmal ist jetzt der Herbst dran“, so Hübner.

Ivonne Hübner dekoriert aktuell herbstlich in ihrem Laden „Mariposa“. Bei ihr gibt es noch nichts Weihnachtliches zu kaufen.


Auch Iris Weth, Filialleiterin von „Inspiration“ ist überhaupt noch nicht im Herbst- und Wintermodus. „Da ist uns noch gar nicht nach. Draußen ist es noch so schön, da denke ich auch noch nicht an die kältere Jahreszeit“, so Weth. Selbstverständlich habe sie schon Kürbisse, Pilze und Co. im Angebot, es sei ja schließlich auch schon Herbst. Sie persönlich finde es nicht schön, dass es jetzt schon, vor allem in den Discountern, vermehrt Weihnachtsartikel zu kaufen gebe: „Das muss doch jetzt noch nicht sein. Es ist doch noch viel zu früh dafür. Wenn ich jetzt schon Lebkuchen kaufe, dann habe ich doch im Dezember gar keinen Hunger mehr darauf“, so die Verkäuferin. Dennoch würde es letztendlich der Verbraucher entscheiden, wann er Weihnachtsgebäck essen möchte und sich Sterne, Tannenbäume und Co. ins Wohnzimmer holen wolle.

Die Nachfrage nach Weihnachtsgebäck scheint auch schon im Spätsommer da zu sein – wie man im heimischen Supermarkt im P-Center beobachten konnte. Dort stapeln sich Zimtsterne, Dominosteine und Lebkuchen jeglicher Art. Sogar Stollen hat man bereits im Sortiment und es wird immer mehr.

Esther Pietsch verpackt auf Wunsch schon einige Weihnachtsgeschenke. Kalender für 2019 sind besonders beliebt.


Noch mehr Weihnachtliches im Sortiment hat der Kik-Discounter am Umlauf zu bieten. Schon an der Kasse springen dem Kunden „Merry-Christmas-Elche“ aus Schokolade entgegen und rot-weiße Zuckerstangen ragen in den Kassenbereich hinein. Ein, zwei Regale weiter glitzert es in Silber und Weiß. Ein großer Mitteltisch ist voll bepackt mit Weihnachts-Deko. „Dieses Jahr waren wir mit dem 25. August tatsächlich sehr früh dran“, sagt Ulrike Weßel von der Kik-Unternehmenskommunikation. Das bedeute auch, dass aktuell Herbst- und Weihnachtsware vermischt im Sortiment sei. „Die Herbstware wurde in diesem Jahr bereits zum 25. Juni geliefert. Deshalb ist sie jetzt quasi schon im Abverkauf“, so die Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation. Kaum hat der Herbst angefangen, ist er also zumindest bei Kik schon fast wieder vorbei. Bis zum 25. Dezember ist jedenfalls Weihnachten im Discounter angesagt. Ob das allerdings bei den Plettenbergern jetzt schon angenommen wird? „Aufgrund des ungewöhnlich warmen Wetter im September und den sommerlichen Temperaturen kommt der Verkauf nur langsam in Fahrt“, sagt Ulrike Weßel dazu.


„Weihnachtsgeschenke werden das ganze Jahr über gekauft“, weiß die Chefin der Buchhandlung Plettendorff, Esther Pietsch. Deshalb habe sie auch ganzjährig weihnachtliches Geschenkpapier auf Lager. „Ich muss zugeben, dass wir auch schon Weihnachtsware im Lager haben. Die Weihnachtsgeschichten und Winterbücher erscheinen bei den Verlagen immer schon im Sommer, deshalb bekommen wir die Ware dann auch schon so früh“, verrät Esther Pietsch. Was aktuell besonders gut liefe, seien Kalender für das kommende Jahr. „Die gehen immer und werden auch schon sehr früh gekauft“, so Pietsch. Sie persönlich würde die Weihnachts- und Winterware aber noch bis Mitte/Ende Oktober bewusst zurückhalten. „Das muss jetzt noch nicht sein. Die Anfrage ist auch noch nicht wirklich da“, so die Buchhändlerin. Auch sie wolle erst einmal noch die letzten Spätsommertage genießen, bevor dann der richtige Herbst beginnt. Und der kommt sicher schneller, als gedacht...

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