Plettenberger Förderschüler müssen nach Meinerzhagen

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Schon vor einem Jahr ging es bei einer Elternversammlung um die Neustrukturierung der Förderschulen im Märkischen Kreis. Die Friedensschule und die Vier-Täler-Schule von Schulleiter Lothar Büth werden aufgelöst.

Plettenberg - Der Wunsch von einem neuen Förderschulstandort in Werdohl ist offenbar geplatzt. Wenn die Vier-Täler-Förderschule zum kommenden Sommer wie angekündigt geschlossen wird, dann müssen die Kinder sich auf deutlich längere Anfahrtswege einstellen.

Laut den Plänen des Märkisches Kreises sollen die Förderschüler aus Plettenberg und Herscheid ab dem kommenden Sommer in Meinerzhagen unterrichtet werden. Die Kinder aus Neuenrade und Werdohl, die zurzeit noch an der Vier-Täler-Schule sind, gehen nach Altena.

„Das ist eine sehr unbefriedigende Lösung“, sagt die Plettenberger Schulpflegschaftsvorsitzende Tina Stahlschmidt. „Wir haben alle auf die Lösung Werdohl gehofft, aber leider war der ganze Einsatz umsonst.“

Zur Erinnerung: Eine Förderschule in Werdohl galt lange als wahrscheinlich, weil sie geografisch genau in der Mitte gelegen hätte für das Einzugsgebiet Plettenberg, Werdohl, Altena und Neuenrade. Die Stadt hatte dem Märkischen Kreis als Gebäude die leerstehende Erich-Kästner-Schule am Riesei angeboten. Die neueste Bewertung des Kreises fällt allerdings so aus: „Das Gebäude in Werdohl ist für die erforderliche Unterbringung von rund 200 Schülern und deren Förderbedarfe zu klein bemessen. Eine Nutzung als Schulstandort für die Mosaikschule scheidet daher aus Sicht der Verwaltung aus.“

Die Förderschullandschaft im Kreis soll nach den Plänen so aussehen, dass es unter dem Namen Mosaikschule Standorte in Meinerzhagen, in Lüdenscheid-Gevelndorf und in Altena-Altroggenrahmede geben soll. „Um die Fahrzeiten für die Schüler aus Plettenberg möglichst gering zu halten, würden diese zukünftig am Standort Meinerzhagen beschult werden“, heißt es im Schreiben des Märkischen Kreises. Für Tina Stahlschmidt ist das eine Farce. „Dann sind die Schüler mindestens 45 Minuten pro Fahrt bis zur Schule unterwegs. Darunter werden einige Kinder ganz massiv leiden.“

Noch ist die Planung nicht amtlich, aber es deutet vieles darauf hin, dass sich der Schul- und Sportausschuss des Kreises in seiner Sitzung am 28. September dafür aussprechen wird. Am kommenden Donnerstag sollen die Eltern der Vier-Täler-Schule bei einer Elternversammlung am jetzigen Hauptstandort Friedensschule Lüdenscheid informiert werden. Das Treffen beginnt um 18 Uhr.

Den Standort in Plettenberg zu erhalten war keine Option mehr, was Tina Stahlschmidt auch nachvollziehen konnte. „Es sind aktuell noch 40 Schüler, von denen 14 zum Schuljahresende ihren Abschluss machen. Für die verbleibenden Schüler macht es keinen Sinn, noch eine Schule aufrecht zu erhalten.“

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