1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Ein Jahr nach der Flut: In Plettenberg wird aus einem kleinen Bach ein reißender Fluss

Erstellt:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Das Gelände der Firma Menschel stand vor einem Jahr komplett unter Wasser.
Das Gelände der Firma Menschel stand vor einem Jahr komplett unter Wasser. © Menschel

Der 14. Juli vergangenen Jahres stellte auch in Plettenberg die Verhältnismäßigkeiten auf den Kopf: Nach starken Regenfällen verwandelte sich die Else, eigentlich ein beschaulicher kleiner Bach, in wenigen Stunden zum reißenden Strom und sorgte für eine Schneise der Verwüstung auf ihrem Weg durch die Vier-Täler-Stadt.

Betroffen war unter anderem die Firma Adolf Menschel Verbindungstechnik GmbH & Co. KG, die zur Würth-Gruppe gehört und mit ihren rund 80 Mitarbeitern Verbindungselemente konstruiert und produziert. Dort hatte das Hochwasser Teile der Gebäude aber auch des Maschinenparks stark beschädigt und teilweise sogar vollständig zerstört. „Die Auswirkungen im Unternehmen sind auch ein Jahr später noch deutlich spürbar“, sagt Standortleiter Niels Störmann. Bis heute seien noch nicht alle Räume wiederhergestellt.

Nicht alle Räume fertiggestellt

Fertiggestellt wurden inzwischen die Sozialräume, die Büros der Qualitätssicherung und des Einkaufs sowie das Meisterbüro im Produktionsbereich. Die nächsten Baumaßnahmen betreffen das Prüflabor in der Härterei sowie den Eingangsbereich des Verwaltungsgebäudes.

Zufrieden zeigen sich die Standortleiter Daniel Rosa und Niels Störmann mit dem Zustand der Maschinen in der Produktion. Bereits rund drei Wochen nach dem Hochwasser konnten nach der Reinigung erste Anlagen im Bereich Presserei und Walzerei wieder in Betrieb genommen werden, sodass zumindest die eiligsten Teile wieder gefertigt werden konnten.

Den höchsten Schaden erlitt allerdings die firmeneigene Härterei, dessen Neuaufbau sich als sehr umfangreich und schwierig erwies. Sämtliche Abschreckbecken und Verrohrungen sowie sicherheitsrelevante Bauteile, die durch die Feuchtigkeit angegriffen waren, mussten erneuert werden. Zudem wurde ein Härteofen nach der Beschädigung des Mauerwerks abgerissen und neu gebaut.

Probleme bei Ersatzteilen

Besonders die zeitnahe Beschaffung der notwendigen Ersatzteile erwies sich als große Herausforderung für die Instandsetzung der Anlagen. Seit März – gut acht Monate nach dem Hochwasser – befindet sich aber auch diese Abteilung wieder in Produktion, sodass die gesamte Produktion inzwischen einsatzbereit ist und sämtliche Kunden wieder beliefert werden können. „Den größten Anteil an der schnellen Wiederaufnahme der Fertigung bei uns hatte die Plettenberger Feuerwehr durch ihr beherztes Eingreifen am Unglückstag“, sagt Störmann, der aber auch die eigenen Mitarbeiter ausdrücklich lobt, die direkt am Tag nach der Katastrophe gemeinsam mit der Firma Polygonvatro die Aufräum- und Reinigungsarbeiten aufnahmen

.Standortleiter und die Geschäftsführung der Firma Menschel blicken auch heute noch mit großer Dankbarkeit auf alle Helfer, die in einer der herausforderndsten Zeit der Firmengeschichte an der Seite des Unternehmens gestanden haben. die Stadt Plettenberg wurde das Flussbett der Else inzwischen freigeschnitten und aufgeräumt, um zukünftig besseren Hochwasserschutz zu gewährleisten. Außerdem hat die Firma Menschel eine Reihe von betriebsinternen Maßnahmen getroffen, um bei einer weiteren Überschwemmung besser gewappnet zu sein als vor einem Jahr.

Auch interessant

Kommentare