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Überörtliche Hilfe: Weite Wege für den Rettungsdienst

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Von: Sabrina Jeide

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Traditionell besuchte Bürgermeister Ulrich Schulte (2. von links) an Heiligabend die Feuer- und Rettungswache. Auch Wachenleiter Frank Hinkelmann (links) und Wehrleiter Markus Bauckhage (3. von links) dankten den Einsatzkräften. Die Wachmannschaft war nicht komplett, weil eine RTW-Besatzung im Einsatz in Herscheid gebunden war.
Traditionell besuchte Bürgermeister Ulrich Schulte (2. von links) an Heiligabend die Feuer- und Rettungswache. Auch Wachenleiter Frank Hinkelmann (links) und Wehrleiter Markus Bauckhage (3. von links) dankten den Einsatzkräften. Die Wachmannschaft war nicht komplett, weil eine RTW-Besatzung im Einsatz in Herscheid gebunden war. © s. jeide

Es ist bereits eine jahrzehntelange Tradition, dass der Bürgermeister der Stadt Plettenberg an Heiligabend die Mitarbeiter der Feuerwehr in der Feuer- und Rettungswache besucht. Und diese berichteten von kräftezehrenden Einsätzen in diesem Jahr, die nicht nur auf das Plettenberger Stadtgebiet beschränkt geblieben seien.

Plettenberg – Denn auch in diesem Jahr sei eine „immense Anzahl an Einsätzen“ angefallen, wie Wehrleiter Markus Bauckhage betonte. Ulrich Schulte – Fachgebietsleiter Thorsten Spiegel und Notfallseelsorgerin Ulrike Schäfer ließen sich entschuldigen – dankte der Wachabteilung eins, die übrigens auch schon im vergangenen Jahr an Heiligabend im Dienst war, für ihren Einsatz. Vollständig war die Wachabteilung indes nicht, weil drei Kollegen parallel zu einem Rettungsdienst-Einsatz in Herscheid gebunden waren.

Das war das richtige Stichwort für Wachenleiter Frank Hinkelmann, der betonte, dass im Rettungsdienst in den vergangenen Wochen „richtig Strecke“ gemacht werden musste. Die Ursachen sind vielfältig: Zum einen machte die Krankheitswelle natürlich auch vor den Einsatzkräften im Märkischen Kreis nicht halt, entsprechend weniger Einsatzfahrzeuge konnten und können in Dienst gestellt werden. Das führte dazu, dass die Plettenberger Feuerwehr auch vermehrt Rettungsdienst-Einsätze außerhalb des Stadtgebietes fahren musste: In der vergangenen Woche sei der Rettungswagen (RTW) nach Meinerzhagen beordert worden, schon zwei Wochen zuvor war man mit dem Notarzteinsatzfahrzeug ebenfalls in Meinerzhagen – die Anfahrt bis zum Patienten dauerte etwa 40 Minuten – und das bei einem befürchteten Herzinfarkt.

Nicht nur, dass weniger Rettungswagen zur Verfügung stehen, auch durch die Überlastung der Krankenhäuser und der derzeit grassierenden Grippe- und RS-Virus-Welle werde es schwieriger, die Patienten im nächsten Krankenhaus unterzubringen. Die Folge: weitere Anfahrten. Dazu ein weiteres Beispiel: Die Einsatzkräfte waren mit dem RTW nach Sundern-Amecke ausgerückt, die Patientin hätte man nach Grafschaft in Schmallenberg ins Krankenhaus bringen müssen. Locker wären die Rettungskräfte für einen Einsatz dreieinhalb Stunden gebunden gewesen. Glücklicherweise bedurfte die Patientin schließlich keines Krankenhausaufenthaltes.

Der Besuch des Bürgermeisters an Heiligabend habe einen „gewissen Symbolcharakter“ sagte Ulrich Schulte. Nicht nur die Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache hatte Schulte im Sinn, erinnerte auch an das Personal im Einsatzhandel oder im Gesundheitsbereich, das mit hohem persönlichen Engagement für andere Menschen im Einsatz ist. Das gelte bei entsprechender Witterung auch für den Bauhof. Speziell an die Feuerwehrkräfte gerichtet: „Herzlichen Dank für Ihre Arbeit im letzten Jahr, bleiben Sie gesund!“

Auch Wehrleiter Markus Bauckhage und Wachenleiter Frank Hinkelmann schlossen sich den Grußworten an. Während Bauckhage seine Dankbarkeit für die reibungslose Zusammenarbeit zwischen den haupt- und ehrenamtlichen Kräften ausdrückte, betonte Hinkelmann auch noch, dass die Materialbeschaffung unter dem Einfluss des Krieges in der Ukraine nicht einfacher geworden sei.

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