`Wichtige Tipps von der Feuerwehr

Wenn das Weihnachtsfest zum Albtraum wird

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Ein trockener Adventskranz braucht nicht lange, um in Sekundenschnelle voll in Flammen zu stehen.

Plettenberg – Die Weihnachts- und Adventszeit ist immer auch die Zeit der Kerzen. Ob Windlichter, Adventskranz oder die Beleuchtung am Christbaum – gemütlicher ist alles mit echtem Kerzenschein. Doch darin lauern auch Gefahren, die häufig unterschätzt werden. Wir haben bei der heimischen Feuerwehr nachgehört, worauf in diesen Tagen zu achten ist

Bei richtiger Verwendung und der Einhaltung von entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen sind Kerzen nämlich eigentlich ungefährlich, weiß Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Gritschke. Für viele Menschen gehören Kerzen immer noch zu einer besinnlichen Weihnachtszeit dazu, obwohl zum Teil elektrische Beleuchtungen, insbesondere an Weihnachtsbäumen, das „echte Licht“ abgelöst haben.

 „Zimmer- oder Wohnungsbrände gibt es leider trotzdem immer wieder, in den meisten Fällen ausgelöst durch vergessene und somit unbeaufsichtigte Kerzen an Weihnachtsbäumen und Adventskränzen“, erklärt Gritschke. Das potenzielle Risiko eines Brandes steige um ein Vielfaches, wenn brennende Kerzen mit brennbaren Materialien, wie etwa traditionell zur Weihnachtszeit verwendete Dekorationen aus Nadelgehölzen, in Verbindung kämen. Deshalb gilt immer als wichtigster Grundsatz: Brennende Kerzen sollten niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Bei Kindern oder Haustieren ist die Aufsichtspflicht um ein Vielfaches höher.

 „Man kann eigentlich nie genug darauf hinweisen. In den letzten Jahren hat sich durch LED-Lampen schon vieles verändert, aber dennoch kommt es immer wieder zu Bränden an den Feiertagen“, weiß auch der Kreisbrandmeister Michael Kling. Er appelliert: „In Familienhaushalten gilt: Feuerzeuge und Streichhölzer sollten nach jeder Nutzung kindersicher weggeräumt werden. Natürlich ist das nicht so praktisch, aber da sollte die Sicherheit vorgehen“, so Kling. Für Alteingesessene, die noch mit echten Kerzen am Weihnachtsbaum für Stimmung sorgen, empfiehlt Kling: „Von oben nach unten die Kerzen anzünden. Löschen dann umgekehrt und am besten immer ein Löschmittel in der Nähe haben.

 Da tut es für die erste Reaktion schon ein Eimer Wasser.“ Auch Rauchmelder sollten nicht fehlen. Passiert etwas, wird man schnell alarmiert und kann Hilfe holen. „Im Ernstfall gilt: Zügig den Raum verlassen und die Tür schließen. Außerhalb der Wohnung dann die 112 wählen“, sagt der Kreisbrandmeister. Gritschke ergänzt: „Seit Einführung der Feuermelder und ähnlicher Geräte konnte die Anzahl von Brandtoten und größere Brandschäden deutlich verringert werden, dennoch gibt es immer noch eine Dunkelziffer von Haushalten, in denen sie nicht vorhanden sind“, so abschließend der Sprecher der Feuerwehr, der sich und seinen Kollegen zugunsten der Plettenberger Bürger ein möglichst geringes Einsatzaufkommen wünscht. 

Für die Feuerwehren bedeuten die Weihnachtstage erhöhte Aufmerksamkeit. Personell müssen aber keine besonderen Vorkehrungen getroffen werden. Die Nacht mit dem „größten Gefahrenpotenzial des Jahres“ folge an Silvester. Kling berichtet: „Bei vielen Feuerwehren werden die Gerätehäuser mit ehrenamtlichen Personal bis in den frühen Morgen besetzt. Dafür gilt besonderer Dank!“

Wichtige Tipps: 

Die Kerzen sollten generell an standsicheren und nicht brennbaren Kerzenhaltern mit Tropfenfängern angebracht sein. Kerzen an Weihnachtsbäumen sollten immer von oben nach unten angezündet werden, das Löschen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. 

Zugluft durch Öffnen von Fenstern oder Türen sollte vermieden werden. 

Kinder und Tiere sind von brennenden Kerzen fernzuhalten. 

Je fortgeschrittener die Adventszeit, desto trockener und wesentlich entzündlicher werden die Nadelgehölze. 

 In der Nähe von Weihnachtsbäumen in Verbindung mit brennenden Kerzen sollte möglichst ein Eimer Wasser oder im günstigsten Fall ein Feuerlöscher bereitstehen. 

Beim Zubettgehen nochmals vergewissern, dass alle Kerzen erloschen sind. 

Kommt es dennoch zu einem Brand, besonnen und entschlossen reagieren. Einen Löschversuch nur dann unternehmen, wenn man sich dabei selbst nicht gefährdet. Die rasche Entwicklung von Rauchgasen ist nicht zu unterschätzen. Anschließend den Raum verlassen und die Tür hinter sich zu machen. Danach umgehend die Feuerwehr verständigen, andere Hausbewohner oder Nachbarn sollten gewarnt werden. 

Nicht zuletzt sollten ausreichend Rauchmelder im Haushalt vorhanden sein.

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