Vogelrettung mit Herz

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Dieser Schwan wurde am Lenneufer entdeckt. Er hatte sich eine Bronchitis eingefangen, verstarb aber später beim Tierarzt.

Plettenberg - Nicht nur die Rettung von Menschenleben steht bei Feuerwehrleuten auf der Prioritätenliste ganz weit oben. Auch Tiere in Gefahr gehören zum Aufgabengebiet der Brandschützer und sie geben alles dafür, Lebewesen – egal ob Hund, Katze oder Pferd, aus Notlagen zu befreien. In dieser Woche kam es bereits zweimal vor, dass sie zur Tierrettung alarmiert wurden.

Am Montagmorgen gegen 10 Uhr hatten Spaziergänger einen geschwächten Schwan am Lenneufer entdeckt. Im Bereich der Fischbauchbogenbrücke in Ohle lag das Tier am Ufer und machte durch ungewöhnliche Bewegungen auf sich aufmerksam. „Als wir eintrafen, schloss das Tier immer wieder die Augen und machte komische Schluckbewegungen. 

Man sah, dass es ihm nicht so gut ging“, berichtete Pressesprecher Thomas Gritschke, der selber an dem Tag im Dienst war. 

Angerückt waren die hauptamtlichen Kräfte mit vier Personen, also der Besatzung des Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF) und des Gerätewagen Logistik (GWL). Die vier Feuerwehrleute konnten den Schwan mit vereinten Kräften in eine Gitterbox heben und dann in eine Tierarztpraxis bringen, wo er anschließend behandelt wurde. Nur einen Tag später hieß es für die Einsatzkräfte einer anderen Wachabteilung ebenfalls: Ausrücken zur Tierrettung. 

Ein Sperberweibchen hatte sich wohl verflogen und war in einem Industriebetrieb an der Herscheider Straße im Hochregallager gelandet. Der Greifvogel war den Mitarbeitern gegen 12 Uhr mittags aufgefallen; sie riefen daraufhin die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte rückten mit HLF und GWL an. Versuche, den Greifvogel zu fangen, scheiterten aber zunächst. „Die Feuerwehrleute entschieden sich dann dazu, später bei Dunkelheit noch einmal wiederzukommen, da es dann wohl einfacher sei – so vermutete man“, erklärte Thomas Gritschke im Gespräch mit der Heimatzeitung. Gesagt, getan.

 Gegen 18 Uhr fuhr man also erneut zur Herscheider Straße, bewaffnet mit einen an einem Teleskoprohr befestigten Kescher. „Zum Glück gelang es irgendwann, das schon sichtlich geschwächte Tier einzufangen, in eine Box zu setzen und dann in die Greifvogelstation nach Lüdenscheid zu bringen. 

Leider gingen die Rettungsaktionen nicht beide glücklich aus. Ein Anruf bei der Tierarztpraxis Zöllner ergab, dass der Schwan nicht überlebt hatte, da er wohl an einer Bronchitis erkrankt war, wie die Tierärzte nach der Rettung festgestellt hatten.

Eine gute Nachricht gab es jedoch vom Greifvogel. Ein Anruf in der privaten Vogelauffangstation von Anke und Bob Melis in Lüdenscheid ergab folgendes: „Dem Plettenberger Vogel geht es soweit ganz gut. Wir nennen ihn gerne Hungerhaken, weil er noch sehr dünn ist“, erklärt Bob Melis, der seit 21 Jahren Vögel bei sich zuhause aufpäppelt. Er vermutet, dass das Sperberweibchen auf der Jagd nach einer Taube ins Hochregallager geraten ist und den Ausgang nicht mehr fand. „Vielleicht saß sie schon mehrere Tage dort drin und war deshalb sehr geschwächt“, so Melis. Aktuell sei der Vogel noch in einer Box, käme aber die Tage in eine Voliere, bis er endgültig wieder in der Nähe von Plettenberg ausgesetzt werden könne“, erklärt Bob Melis, der sich weiterhin kümmern möchte, wie er verspricht.

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