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Ein Auftritt, der komplett schiefgeht - und zwar völlig gewollt

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Von: Dirk Grein

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Wenig Worte, großer Spaß: Clown Otsch im Publikum.
Wenig Worte, großer Spaß: Clown Otsch im Publikum. © Dirk Grein

Was für normale Künstler kein Problem darstellt, ist für ihn eine Herausforderung: das Betreten der Bühne. Rutschiger Boden, der ihn einwickelnde Vorhang an der Seite und dann noch diese schier unendlich hohe Bühne: Ehe Clown Otsch am Sonntag startbereit war, kringelten sich die Zuschauer bereits vor Lachen.

Plettenberg - Der sympathische Tollpatsch, der bereits bei einigen Veranstaltungen in Plettenberg zu Gast war, verstand es, die Kinder und deren Eltern immer wieder zu verblüffen. Mal klemmte er mit dem Kopf zwischen einem Klappstuhl fest, dann flog sein Hut ins Publikum und kurz darauf hielt er den Schuh eines Zuschauers aus der ersten Reihe in der Hand.

Beim Versuch, mit einer wasserspritzenden Trompete mit Hilfe eines Gartenschlauchs ein kleines Konzert zu geben, rutschte ihm zu allem Überfluss auch noch die Hose runter, weil sich der Schlauch in den Hosenträgern verfangen hatte. Kurzum: So ziemlich alles, was schiefgehen konnte, ging bei diesem Auftritt schief – und das war genau so gewollt.

Ursprünglich wollte Otsch seine Späße im Rathausinnenhof zeigen. Doch die Regenwolken, die den gesamten Nachmittag über der Innenstadt hingen, ließen vereinzelte kleine Schauer auf den Familientag Flummi nieder. Dies tat der Veranstaltung aber keinen Abbruch, weil ein Teil des Geschehens kurzerhand in die Schützenhalle verlagert wurde.

Dort trat neben Otsch auch die Kinderband Pia und Nino auf; die Musiker waren schon allein aufgrund ihrer knalligen Kostüme ein Hingucker. Sie verstanden es geschickt, ihr Publikum mit einzubinden. Gemeinsam mit den Eltern bewiesen die Kinder, wie schnell sie abends ins Bett gehen – wenn sie denn nur wollen. Aufräumen, Zimmer saugen und natürlich Zähne putzen: All diese Pflichten wurden als Gruppenübung im Turbogang gemeistert. Mit Unterstützung zweier junger mutiger Sänger aus dem Publikum zeigten Pia und Nino danach, wie cool man auf der Bühne Musik machen kann – quasi als Kontrast zu dem ungeschickten Clown Otsch, der wenig später auftrat.

In der Pause zwischen diesen Programmpunkten gab es im Rathausinnenhof einiges zu entdecken: Das Feuerrote Spielmobil bot die Möglichkeit, sich im Jonglieren, Balancieren und Bedienen von allerlei rollbaren Gefährten zu erproben. Auch riesige Seifenblasen und das Zielschießen mit Schaumstoffpfeil und Bogen waren beliebt. Die Kinder konnten sich schminken lassen oder ein Lesezeichen mit Rabe Socke basteln.

Kleine Roboter warteten auf die Befehle der Besucher.
Kleine Roboter warteten auf die Befehle der Besucher. © Dirk Grein

Für Technikinteressierte bot die Stadtbücherei an ihrem großen Stand aber auch die Möglichkeit, kleine Roboter (Blue Bots) zu programmieren, damit diese gezielt auf Buchstabensuche gehen konnten. Beim Aufsetzen einer VR-Brille konnten die Besucher eine virtuelle Welt erforschen und dort unter anderem eine Achterbahnfahrt nachempfinden.

Der Waffelstand von Susanne Frommann und Andreas Patry sowie gegenüber der Getränkestand der Kultour GmbH waren beliebte Anlaufpunkte. „Wir sind rundum zufrieden“, zog Mit-Organisatorin Sonja Büsing ein erstes erfreuliches Fazit.

Und dann war da noch der spontane Auftritt einer jungen Plettenbergerin: Isabella Schulte hatte bereits das Jugendfestival Stabil am Samstag besucht und war begeistert. Als die Neunjährige am Sonntag erneut in die Innenstadt ging, fasste sie spontan einen Entschluss: Sie wollte den Familientag Flummi aktiv mitgestalten.

„Ein Hoch auf uns“ sang Isabella Schulte in der Schützenhalle.
„Ein Hoch auf uns“ sang Isabella Schulte in der Schützenhalle. © Dirk Grein

Genau das machte sie dann auch: Nach dem ersten Auftritt der Kinderband „Pia und Nino“ wurde Isabella auf die Bühne der Schützenhalle gerufen. In Gedanken an die Menschen in der Ukraine wolle sie ein Lied für Frieden auf der Welt singen, erzählte sie und schickte hinterher: „Wir müssen alle zusammenhalten.“

Wie schon bei der Abschlussfeier ihrer Schule sang Isabella „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani und eroberte damit die Herzen der Zuhörer, die sich mit reichlich Applaus bedankten.

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