Einbruchsserie in Plettenberg

Bei Einbruchsverdacht: „Besser nicht den Helden spielen“

Symbolfoto Einbruch
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Symbolfoto Einbruch

Plettenberg – Plettenberg wurde in der vergangenen Zeit häufig zum Ziel von Einbrechern. Unsere Redakteurin Felicitas Hochstein hat sich zu dem Thema mit dem Leiter der Plettenberger Polizeiwache, Wolfgang Klein, unterhalten und ihm Fragen zum Thema Einbrüche und Prävention gestellt.

Warum wird Plettenberg in letzter Zeit häufig zum Ziel für Einbrecher? Sind es eher ländliche Gebiete, die von Einbrechern heimgesucht werden und wenn ja, was vermuten Sie als Grund? 

Wir unterscheiden im Regelfall zwei Täter-Typen. „Lokale“ Täter auf der einen und „reisende“ Täter auf der anderen Seite. Der lokal agierende Täter ist häufig im Bereich der Beschaffungskriminalität zu suchen. Sein Ziel ist meist die Finanzierung seiner Drogensucht. Bei den reisenden Tätern sieht die Sache schon anders aus. Hier sind oft Profis am Werk, die sich auf ihr Handwerk verstehen und „auf der Durchreise“ einige Taten begehen, um dann ihr Glück in der nächsten Stadt zu versuchen. 

Gibt es ein bestimmtes Verhaltensmuster der Täter? 

In Plettenberg können wir seit einigen Wochen eine Häufung von Einbruchdiebstählen feststellen. Um welchen Täter-Typus es sich hier handelt, werden die Ermittlungen zeigen.

 Denken Sie, dass es organisierte Banden sind, die umherziehen? Handelt es sich vermehrt um ausländische Täter? 

Die reisenden, meist gut organisierten Banden kommen erfahrungsgemäß meist aus dem Ausland, insbesondere den baltischen bzw. südosteuropäischen Staaten. Unsere Kollegen arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung der zuletzt angezeigten Taten. Es bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen ergeben. 

Was zählt zur Hauptbeute der Täter? Ist es eher Bargeld oder werden hauptsächlich Schmuck oder Münzen mitgenommen? 

Einbrecher sind stets auf schnelle Beute aus. Bargeld, Schmuck und Kleinelektronik gehören zu den Klassikern. Dass jemand ganze Flachbildfernseher aus einem Haus schleppt, hat eher Seltenheitswert. Der Einbrecher hat kein Interesse daran, erwischt zu werden. Schnell rein und schnell raus ist die Devise. 

Wie kann ich mich als Bürger vor dem Einbruch schützen? Welche Maßnahmen können für den Einbruchschutz ergriffen werden?

 Die Erfahrung zeigt, dass man sich vor Einbrüchen schützen kann. Ein Großteil der Taten bleibt heutzutage im Versuch stecken. Mechanischer, zertifizierter Sicherungstechnik ist dabei der Vorzug zu geben. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Haus auch in ihrer Abwesenheit bewohnt aussieht. Es gilt das Motto „Auf gute Nachbarschaft“: Wer Verdächtiges in seinem Wohnumfeld sieht, sollte sofort die 110 rufen. Wir empfehlen, sich von der Polizei beraten zu lassen. Unsere Beratungsstelle bietet eine kostenlose und neutrale Beratung zum Einbruchsschutz an, direkt vor Ort. Das Kriminalkommissariat für Kriminalprävention ist erreichbar unter (02391) 9199-5510 und -5511. 

Gibt es finanzielle Zuschüsse für einen Einbruchschutz oder muss ich selbst in die Tasche greifen? Wie kann ich mich diesbezüglich beraten lassen? 

Auch dazu gibt es Informationen beim zuständigen Kommissariat für Kriminalprävention. 

Wenn ich bemerke, dass jemand versucht, in mein Haus oder meine Wohnung einzudringen, was sollte ich tun und was sollte ich auf keinen Fall tun?

 Dieser Fall ist sehr selten. Wenn er doch einmal eintritt, raten wir dringend davon ab „den Helden zu spielen“. Machen Sie auf sich aufmerksam, in dem Sie beispielsweise das Licht einschalten und laut rufen. Der oder die Täter sind nicht auf Konfrontation aus und werden fliehen. Wählen Sie so schnell wie möglich den Notruf 110. 

Was ist zu tun, wenn ich nach Hause komme und bemerke, dass jemand in meiner Wohnung war oder noch ist? 

Wenn Sie den Eindruck haben, dass noch Täter im Haus sind, verlassen sie umgehend das Gebäude und rufen Sie den Notruf 110. Für den Fall, in dem zwar kein Täter mehr da ist, Sie aber den Einbruch feststellen, wäre die schlechteste Idee nun, noch vor dem Eintreffen der Polizei mit einem Großputz zu beginnen. Dies würde auch für Laien nicht immer sofort sichtbare Spuren vernichten. Verändern Sie möglichst nichts an der vorgefundenen Situation und rufen sie auch hier sofort die 110. 

Man hört immer häufiger davon, dass in Häuser und Wohnungen mehrmals in kurzen Abständen eingebrochen wird. Wie können Sie sich das erklären?

 Diese Wahrnehmung deckt sich nicht mit der polizeilichen Erfahrung. Innerhalb kürzerer Zeit mehrmals zum Ziel von Einbrechern zu werden, kommt sehr selten vor und ist eher dem Zufall geschuldet. Sollte der Fall doch einmal eintreten, empfiehlt es sich, sich von der Polizei beraten zu lassen. Möglicherweise sind vor Ort Umstände gegeben, die das Gebäude als Einbruchsobjekt attraktiv erscheinen lassen. Hier können möglicherweise bereits kleinere Veränderungen helfen.

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