Ja, mit Elvis' Segen

Wie der Plettenberger Christian Himmel seine Frau in Las Vegas geheiratet hat

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Plettenberg - Seinen Einsatz hatte Christian Himmel an einem der wichtigsten Momente des Lebens fast verpasst. Eigentlich sollte der 29-Jährige der amerikanischen Standesbeamtin den Hochzeitsschwur nachsprechen, stattdessen steckte er Chantal Anders bereits den Ring an den Finger.

Der Irrtum konnte schnell behoben werden. „Ich war furchtbar aufgeregt“, sagt er.

Der Plettenberger ist frisch verheiratet. Aber er hat sich nicht auf gewöhnliche Weise trauen lassen. Das Ja-Wort gab er seiner Frau Chantal Anders wie zuvor geplant in Las Vegas – ganz Vegas-typisch mit Elvis-Double und der Braut im Cowgirl-Outfit mit Vokuhila-Kleid, Hut und Stiefeln.

Statt eines „Ja, ich will!“, war von den beiden Deutschen ein „I do“ gefordert. Denn die Trauung wurde auf Englisch vollzogen. Gar nicht so einfach, an einem der aufregendsten Tage im Leben. „Zum Glück haben wir bereits am Vormittag geheiratet, sonst hätte ich den Tag nicht überstanden. So aufgeregt war ich“, erzählt Chantal Anders.

Kennengelernt haben sich Chantal Anders und Christian Himmel auf einer Zugfahrt ins Fußballstadion von Borussia Mönchengladbach. Wie sollte es auch anders sein? Beide sind große Borussen-Fans, Christian Himmel engagiert sich seit Jahren beim Plettenberger Mönchengladbach-Fanclub Lennefohlen, für die er sich unter anderem um die Internetseite kümmert. Und er hat seine Frau mittlerweile auch für die Lennefohlen gewinnen können.

Chantal Anders ist auf den ein Jahr älteren Plettenberger aufmerksam geworden – „das war im Mai 2016“, erinnert sich die 28-Jährige zurück. In einem ersten Gespräch entdeckte das nun verheiratete Paar gleich die ersten Gemeinsamkeiten: Sie drücken nicht nur dem aktuellen Bundesliga-Tabellenführer die Daumen, sondern arbeiten auch beide im Steuerwesen.

Den Antrag hat Christian Himmel seiner Chantal dann vor dem Stadion in Mönchengladbach gemacht. „Das hat einfach gepasst“, sagt er, nachdem er sich im Beisein etlicher Fans vor dem Auftaktspiel dieser Saison gegen den FC Schalke 04 auf einem Hügel vor dem Borussia-Park postierte, auf die Knie fiel und seiner Chantal den Ring präsentierte.

Die Idee, in Las Vegas zu heiraten, hatte dann auch der gebürtige Plettenberger, der der Liebe wegen vor zwei Jahren zu Chantal Anders nach Werl gezogen ist. „Wir hatten den Urlaub in die USA lange geplant, dann hat er gefragt, ob wir in Las Vegas heiraten wollen. Ich konnte mir das zunächst überhaupt nicht vorstellen“, sagt Chantal Anders. Nach Gesprächen mit der Familie und den Freunden war aber auch sie von der Idee begeistert. „Der Tenor war, ‘Macht das’“, sagt sie.

Noch in Deutschland hat sich das Paar über eine Heirat in Las Vegas informiert. „Wir haben das typische Las-Vegas-Programm gebucht“, sagt die frisch verheiratete Chantal Anders und lacht.

Sie wurde von einem Elvis Presley-Imitator in eine für Las Vegas typische kleine Kapelle geführt. „Love Me Tender“, sang dieser dabei. Chantal Anders: „Ich war kurz vor’m Heulen.“

Sechs Minuten und 34 Sekunden dauerte die Hochzeit. „Das ist schon eine Abfertigung am Fließband, aber die Menschen haben sich trotzdem viel Mühe gegeben“, sagt Chantal Anders. Die Entscheidung, in der amerikanischen Casino-Metropole geheiratet zu haben, bereuen Chantal Anders und Christian Himmel nicht.

Die Tränen bei den Familienangehörigen sind später trotzdem geflossen. „Wir haben das Hochzeitsvideo gezeigt, als wir wieder zuhause waren“, erklärt Christian Himmel, dessen Eltern und Großeltern in Plettenberg wohnen.

Mit einer Limousine ging es nach der Trauung über den Las Vegas Strip, eine bekannte Flaniermeile der Stadt, und später natürlich ins Casino.

„Wir haben auch ein bisschen was gewonnen“, sagt der Plettenberger. Es wurde geshoppt, gefeiert und schlussendlich der letzte Gewinn wieder auf den Kopf gehauen. „Eine Auszahlung hätte sich einfach nicht mehr gelohnt“, so Christian Himmel.

Drei Wochen lang sind die beiden durch die USA gereist. Zunächst waren sie in New York, dann ging es nach Los Angeles, San Francisco, über die Route 66 und schließlich nach Las Vegas. Geheiratet haben sie am Ende ihrer Reise. Rund 4 500 Kilometer haben sie zurückgelegt.

Nach der Anerkennung in Deutschland, die übrigens noch aussteht, weil die Unterlagen aus den USA noch nicht da sind, heißt Christian Himmel dann nicht mehr Himmel, sondern Anders – wie der österreichische Schlagersänger („Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“). „Den kannte ich vorher gar nicht“, sagt Christian Himmel, „es ist einfach ein schöner Name.“

Nächstes Jahr im Oktober steht die kirchliche Trauung an. Dann ganz klassisch in der neuen Heimat in Werl.

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