Keine Auftritte und Proben

Plettenberger Chöre hoffen coronabedingt auf das Jahr 2021

Femme Vokal und weitere Chöre in Plettenberg leiden unter Corona.
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Die Chöre in Plettenberg wie hier der Chor Femme Vokal leiden noch immer unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen.

Chorproben? Kaum möglich. Konzerte? Leider nicht dran zu denken. Vereinsleben? Wenn, dann nur im kleinsten Kreis nach der Zwei-Haushalte-Regel, also auch gänzlich reduziert. Für die heimischen Chöre ist das Jahr 2020 bereits abgehakt.

Plettenberg – Wenn im Chor geprobt wird, üben die Sängerinnen und/oder Sänger normalerweise zusammen. Die einzelnen Stimmen werden vom Chorleiter im Liedgut unterrichtet und anschließend zusammengeführt. Förderlich ist dabei die Nähe des nächsten Sängers, damit sich die Stimmen gegenseitig stützen. Durch Corona müssen aber Mindestabstände von zwei Metern eingehalten werden, wodurch die notwendige Nähe nicht mehr gewährleistet ist. Außerdem sind durch die Abstände viel größere Räume erforderlich, die meist nicht gegeben sind.

Ein weiteres, riesiges Problem ist die Altersstruktur in den Gesangvereinen. In den meisten Männergesangvereinen und auch in gemischten Chören gehören die Chormitglieder der besonders gefährdeten Risikogruppen an. Schließlich liegt die durchschnittliche Altersstruktur der Plettenberger Männerchöre bei 75 bis 80 Jahre.

Jüngere Chöre, wie zum Beispiel die Four Valleys, haben auch besondere Voraussetzungen durch ihre spezielle Förderung einzelner Stimmen. Da war es auch möglich, in der Coronazeit nach Stimmen separat zu proben – auch bei dem geforderten Abstand zueinander. Doch schlussendlich war trotzdem kein Konzertauftritt möglich, was auch der Kassenlage nicht gerade zuträglich ist.

Femme Vokal

Die erste Vorsitzende des Frauenchors Femme Vokal, Jutta Tripp, berichtet von den verschiedenen Versuchen, nach dem ersten Shutdown im Frühjahr die Chorproben unter den Corona-Schutzbestimmungen wieder regelmäßig aufzunehmen: „Im Saal Ochtendung hatten wir genügend Platz, um im seitlichen Abstand von drei Metern und nach vorne von vier Metern zueinander zu proben. Das erwies sich als nicht besonders effektiv. Verständlicherweise reduzierte sich unsere Teilnehmerzahl aus Respekt vor dem Virus von sonst 33 bis 36 auf am Ende noch 18 Sängerinnen. Damit konnten wir wieder in unserem Bürgerhaus in der Bremcke zu den dann geltenden Abständen von zwei zu zwei Metern im Halboval aufgestellt einigermaßen gut unsere Chorproben abhalten.“

Zurzeit ruhe bis zum Ende des Jahres der Chorprobenbetrieb der Frauen ganz. Man hoffe, mit Beginn des nächsten Jahres wieder regelmäßig zusammenkommen und auch die Jahreshauptversammlung im Februar wieder durchführen zu können. „Wenn nicht als Präsenzveranstaltung, dann vielleicht in Form einer Videokonferenz“, sagt Tripp.

Four Valleys

Frank Schmidt, aktiver Sänger und Beisitzer im Vorstand der Four Valleys, erklärte die aktuelle Situation: „Anfang März 2020 konnten wir noch ohne Probleme unsere Jahreshauptversammlung abhalten. Doch dann kam Corona. Wegen der Schutzbestimmungen war nicht an eine Chorprobe in unserem Bremcker Bürgerhaus zu denken“. Die Sänger hätten sich daher einmal vor dem Bürgerhaus getroffen, doch dabei habe es sich mehr um ein gemütliches Beisammensein gehandelt. „Nach der Sommerpause versuchten wir stimmenweises Proben im Bürgerhaus unter Corona-Schutzbestimmungen inklusive Intervalllüften. Das hat gut funktioniert. Das Zusammenführen der Stimmen erfolgte in der Johanniskirche in Eiringhausen und sollte die Vorbereitung zum Adventskonzert sein“, erklärt Schmidt. Doch nun müssten alle Termine in diesem Jahr abgesagt werden, auch das Festival Acappellissimo am 5. Dezember.

„Seit vier Wochen – und das auch noch bis zum Jahresende – gab und gibt es keine Chorproben mehr.“ Und in das Jahr 2021 blickend gab Schmidt bekannt: „Die für den 17. April geplante XXL-Party mit Radspitz in der Gemeinschaftshalle Herscheid wurde durch einen kürzlichen Beschluss des geschäftsführenden Vorstandes vorsichtshalber in den Herbst verschoben.“

S(w)ingin’ Kids

Frank Schmidt ist auch erster Vorsitzender des Kinderchores S(w)ingin‘ Kids: „Nach dem Shutdown im März konnte Chorleiter Christoph Ohm mit den Kindern bis nach den Sommerferien nicht mehr üben. Der Versuch, dann, natürlich unter Einhaltung der Corona-Schutzbestimmungen, wieder zu beginnen, war auch nur eben ein Versuch. Alle geplanten Auftritte mussten abgesagt werden. Darunter leidet nun natürlich auch unsere Kassenlage.“

Einnahmen aus den Veranstaltungen blieben aus, ebenso wie dringend benötigte Spendengelder. Allein aus den festen Einnahmen durch die Beiträge der Fördermitglieder könnten die laufenden Fixkosten nicht gedeckt werden. „Daher würden wir uns freuen, wenn wir auf diesem Wege einige freundliche Geber finden, die unsere Chorarbeit, die eigentlich die Basis für eine Beteiligung am späteren Chorgesang in Gesangvereinen darstellt, unterstützen.“

Der Madrigalchor kann wegen Corona ebenfalls nicht auftreten oder proben.

Madrigalchor

Burkhard Specht, erster Vorsitzender des Madrigalchores: „Kurz vor unserem Frühlingskonzert in der Kirche St. Laurentius am 21. März mussten wir wegen Corona unseren Auftritt absagen. Etwas ganz Trauriges, wenn man bedenkt, welche Chorarbeit und wie viel positive Energie damit im Vorfeld verbunden war. Plötzlich ist alles ganz anders.“ Keine Chorstunden, keine Auftritte und auch kein Weihnachtskonzert, das für den 4. Advent in der Aula terminiert war. Nun hoffen die Mitglieder des Madrigalchores auf das für 2021 geplante Frühjahrskonzert, das man bereits vorsichtshalber vom Februar nun auf den 29. Mai gelegt habe.

MGV Holthausen

Horst Walschus, erster Vorsitzender des MGV Holthausen, sieht die Chance auf eine bessere Zukunft (nicht nur der Chöre) nach einer Corona-Schutzimpfung: „Sicher wird das, wenn auch ein wirksames Serum gefunden wurde, noch eine ganze Weile dauern, bis die Gefahr der gegenseitigen Ansteckung gebannt ist. Ich hoffe auf eine schnelle Immunisierung, damit unser Leben wieder etwas freier wird. Dann können wir unsere Chorproben, die wir seit Mitte März nicht mehr besuchen konnten, wieder aufnehmen und hoffentlich auch wieder unser Jubiläumskonzert planen.“

Weihnachtschor will trotz Corona an Tradition festhalten

Der Plettenberger Weihnachtschor hat sich auch für dieses Jahr vorgenommen, die Familien unserer Heimatstadt mit ihren weihnachtlichen Liedern zu erfreuen.

Peter Krieger erzählte von der Planung für dieses Jahr: „Wir wollen auch dieses Jahr wieder, wenn auch mit einem gekürzten Programm und unter den gültigen Corona-Schutzbedingungen, an Heiligabend unterwegs sein. Gesicherte Stationen sind die Kirche St. Laurentius und am Ende die Christuskirche. Selbstverständlich werden wir beim Singen und unseren Proben am 3. und 4. Adventssonntag die Corona-Bestimmungen beachten. Eigentlich hätten wir am 1. Advent unsere Generalversammlung. Diese muss nun ausfallen und mit ihr auch die geplanten Vorstandswahlen. Die Sänger werden in den nächsten Tagen gleichlautende Post erhalten.“ hd

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