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Zwei Balken, ein Quadrat: Pong begeistert Computerspieler bis heute

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Von: Hartmut Damschen

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Als Pong über zahlreiche Wohnzimmer-Bildschirme flimmerte, war dieser junge „Spieler“ noch nicht geboren.
Als Pong über zahlreiche Wohnzimmer-Bildschirme flimmerte, war dieser junge „Spieler“ noch nicht geboren. © Damschen

Es ist nicht das erste Videospiel aller Zeiten, doch gilt es dennoch als der Urvater der digitalen Spielewelt: Als Pong programmiert wurde, waren manche der Besucher der Retronom noch nicht mal geboren. Und dementsprechend fasziniert blickten einige am Wochenende auf den Bildschirm, auf dem nur zwei Balken und ein kleines Quadrat zu sehen waren.

Plettenberg – Sandra und Matthias Igel haben mit der Retronom ihre Leidenschaft zur Geschäftsidee gemacht. Ihr Hobby sind alte Spiele-Computer und Konsolen, die nicht in der Ecke verstauben oder nur zum Anschauen sind. Sie werden mit den damals aktuellen Spielen wieder zum Leben erweckt.

Am Samstag, 15. Januar, waren sie im „Roll on“, einem Kfz-Service, der in den ehemaligen Opel-Teuber-Räumen seine Dienste anbietet. Zu den alten Autos, Motorrädern und Mopeds gesellten sich Geräte unter anderem von Commodore, Nintendo, Philips, Atari oder Sony.

Der älteste Vertreter der Riege machte die meisten neugierig: Wer sich an Pong erinnert, konnte in nostalgischen Erinnerungen schwelgen; wer noch nie zuvor davon gehörte, staunte beim Blick auf das in den 1970er Jahren entwickelte Spiel. Einst lief es in fast jedem Wohnzimmer. Zwischen zwei senkrecht zu bewegenden Balken „flog“ ein zunächst noch quadratisches Kästchen, das mit den Balken hin und her geschlagen wurde. Ähnlich wie beim Tennis. Ping-pong, hin und her und unermüdlich. Ein Schlagerspiel für Alt und Jung. Das konnte beispielsweise als Original-Telespiel ES2201 von Philips aus dem Jahr 1975 genutzt werden.

Gleich daneben der Heimcomputer der 80er Jahre schlechthin: Ein Commodore 64, kurz C64 genannt. Ein Multitalent, das nicht nur mit vielen Spielen als Zeitvertreib hervorragend genutzt, sondern auch für viele Programmierer zur Steuerung von Maschinen gebraucht wurde.

Dirk Neugum und Logan Michaelis (hinten, links) haben dem Team um Sandra und Matthias Igel (vorne, 3. und 4. von links) ihre „Roll On“-Räume für die Retronom zur Verfügung gestellt.
Dirk Neugum und Logan Michaelis (hinten, links) haben dem Team um Sandra und Matthias Igel (vorne, 3. und 4. von links) ihre „Roll On“-Räume für die Retronom zur Verfügung gestellt. © Damschen

Mitten im Raum wartete ein wunderschöner dreirädriger Vespacar, ein Kleintransporter von Piaggio auf mehr Aufmerksamkeit. Stattdessen scharten sich einige Besucher um Spielekonsolen, die auf der Ladefläche des Rollermobils aufgebaut waren. Mit dabei ein Nintendo-Gamecube mit der Mario-Kart-Originalsoftware. Gleichzeitig hatten vier Personen die Möglichkeit, um den Sieg zu kämpfen.

Überall konnte gefahren, gefightet, verloren und gesiegt werden. Eigentlich war jeder ein Sieger, konnte er doch in alten Erinnerungen schwelgen. Und Mario Kart konnte nicht nur als Video-, sondern auch als Brettspiel genossen werden.

Unterstützung fanden Sandra und Matthias Igel in ihrem großen Freundeskreis, die alle in der Liebe zu den alten Spielen und ihrer Technik vereint sind.

Übrigens hat Lukas Junior als Informatik-Student im letzten Semester einen Weg gefunden, alte und neue Technik zu vereinen: Er hat eine App entwickelt, mittels der die Ergebnisse der Wettbewerbe, die es auch noch zu gewinnen galt, mobil abgerufen werden konnten. Sonst waren diese Resultate natürlich direkt auf einem Monitor im Veranstaltungsraum abzulesen.

Wer Spaß an den nostalgischen Programmen und ihrer Technik hat, kann sich auch den Service nach Hause holen. Eine Mietmöglichkeit pro Person oder auch pauschal ist jedenfalls möglich. Sonst war Retronom außer in Plettenberg schon in Lüdenscheid und im Rheinland mit ihrem nostalgischen Equipment zu finden.

Ein großer Dank galt Dirk Neugum und Logan Michaelis, die die Räumlichkeiten über ihre Firma „Roll on“ zur Verfügung gestellt hatten. Wie auch an diesem Tag spendeten sie schon bei anderen Gelegenheiten die kompletten Einnahmen an das Kinderhospiz Olpe.

Pong

Ralph Baer gilt als Vater der Videospiele und Entwickler des Pong-Spiels. Das Spiel war bereits in den 1960ern entwickelt worden. 1977 kam die Videospielkonsole Atari 2600 auf den Markt. Mit ihr erschien das Spielmodul Video Olympics, welches auch unter dem Namen Pong Sports veröffentlicht. Es enthielt zahlreiche Pong-Varianten. Philips brachte Pong unter dem namen Federball 1975 für seine Konsole Tele-Spiele auf dem Markt.

Ab 1977 spielte Pong auch im deutschen Fernsehen in der Sendung Telespiele eine wichtige Rolle.

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