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„Wir werden plattgerannt“: Die Schlangen vor den Testzentren im MK werden immer länger

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Von: Johannes Opfermann, Dirk Grein

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Lange Schlangen bildeten sich in den letzten Tagen vor dem Testzentrum an der Wilhelmstraße. Auch dort wurden die Öffnungszeiten ausgeweitet.
Lange Schlangen bildeten sich in den letzten Tagen vor dem Testzentrum an der Wilhelmstraße. Auch dort wurden die Öffnungszeiten ausgeweitet. © Dickopf, Georg

Der Ansturm auf die Testzentren ist groß. Schon vor als auch nach Inkrafttreten der verschärften Corona-Regeln wie 3G am Arbeitsplatz bildeten sich vor den Teststellen in der Vier-Täler-Stadt lange Warteschlangen. Die Testzentren reagieren nun.

Plettenberg – Wir haben bei den Testzentren nachgefragt.

Böddinghausen

„Die Nachfrage nach Schnelltests hat sich deutlich erhöht“, berichtet Moritz Marl, Geschäftsführer des Ifam, welches das Testzentrum auf dem Aquamagis-Parkplatz in Böddinghausen betreut. Wie groß die Nachfrage ist und wie lang die entsprechenden Wartezeiten, variiere allerdings stark nach Uhrzeit. „Wir haben festgestellt, dass es insbesondere zu Beginn unserer Öffnungszeiten zu Wartezeiten kommt.“

Deswegen reagiert das Ifam und erweitert die Öffnungszeiten am Vormittag. Künftig hat das Testzentrum in Böddinghausen montags, mittwochs und donnerstags nun auch von 6 bis 9 Uhr geöffnet, um gerade denen eine Testmöglichkeit zu geben, die wegen der 3G-Regel am Arbeitsplatz einen aktuellen Schnelltest vorlegen müssen. „Wir haben außerdem einen zweiten Testpunkt, also einen zweiten Testcontainer, aufgebaut, der jetzt in Betrieb geht, und auch beim Personal aufgestockt“, berichtet Marl. Er glaubt, dass die Nachfrage nach Schnelltests für längere Zeit so hoch bleibt: „Meine persönliche Einschätzung ist, dass es in den nächsten zehn Wochen so auf diesem Niveau anhalten wird.“

Die Öffnungszeiten an drei Vormittagen in der Woche sollen da auch nicht das letzte Wort sein. „Wir arbeiten daran, noch weiter auszubauen“, sagt Marl. Das langfristige Ziel sei es, auch an den anderen Wochentagen eine Testmöglichkeit am Morgen anzubieten.

Köbbinghausen

„Es hat so angezogen, dass wir jeden Tag Verkehrsstau haben – wir werden plattgerannt“, berichtet Eicke Pieper, einer der Verantwortlichen des Testzentrums im Industriegebiet Köbbinghausen. Mal morgens, mal tagsüber, besonders aber in den Abendstunden stauten sich die Fahrzeuge. „Wir haben deswegen nachgebessert und haben einen Einweiser, weil die Leute von allen Seiten kommen.“ Und damit nicht genug: Auch das Testgelände wurde verdoppelt. „Vorher war nur die Hälfte des Geländes abgesteckt, jetzt haben wir komplett aufgemacht“, sagt Pieper.

In Voraussicht, dass höhere Testkapazitäten doch noch einmal gebraucht würden, hatte das Testzentrum in Böddinghausen seinen Personalstamm vor ein paar Monaten, als die Schnelltests kostenpflichtig wurden, nicht abgebaut. Man wollte eben nicht wieder ein komplett neues Team aufbauen müssen – trotzdem reicht das bis jetzt vorgehaltene Personal angesichts der enorm gestiegenen Nachfrage nach Schnelltests nun nicht aus.

„Wir müssen jetzt personell aufstocken, weil wir damit nicht mehr hinkommen und sonst die Wartezeiten zu lange werden“, erklärt Pieper. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten ist jedoch erst einmal nicht angedacht.

Ratschelle

„Die Zahlen schnellen in die Höhe“, sagt Melanie Kamerling, Geschäftsführerin des DRK-Ortsvereins. „Was es vor allem gepusht hat, ist 3G am Arbeitsplatz.“ Den größten Andrang verzeichnet das Testzentrum auf der Ratschelle morgens um 8 Uhr und an den Tagen, an denen es auch nachmittags geöffnet ist, direkt um 16 Uhr – also jeweils zu Beginn der Testzeiten vor der Arbeit oder nach der Arbeit.

Üblicherweise sei das Testaufkommen zum Wochenende hin immer am höchsten, doch da seit Mittwoch nun eben 3G am Arbeitsplatz gelte, könnte es sein, dass sich die hohe Nachfrage auch am Anfang der nächsten Woche fortsetzt, schätzt Kamerling. Eine Ausweitung der Testzeiten plant das DRK nicht.

„Stand jetzt lassen wir die Zeiten so, denn wir müssen das auch logistisch und personell schaffen – wir haben auch viele Ehrenamtliche im Einsatz“, sagt die DRK-Geschäftsführerin und betont zugleich, dass trotz der Zunahme an Tests noch nicht das Niveau des Frühjahrs erreicht sei. Damals sei man mit den Zeiten, wie sie jetzt gelten, auch ausgekommen.

Stadtmitte

Reagiert auf den großen Andrang hat auch das Testzentrum Stadtmitte an der Wilhelmstraße. Vor drei bis vier Wochen habe man noch bei 70 bis 90 Tests am Tag gelegen; nach Wegfall der Bezahlpflicht für Schnelltests habe die Nachfrage bereits stark angezogen, so Andrea Saladdino, Geschäftsführer des Testzentrums Stadtmitte. Am Mittwoch sei diese Zahl sprunghaft auf knapp 680 Tests an nur einem Tag angestiegen.

Entsprechend lang waren die Warteschlangen an der Wilhelmstraße. Um dem gestiegenen Bedarf künftig gerecht werden zu können, hat das Testzentrum seine Öffnungszeiten auf täglich 8 bis 20 Uhr verlängert. Außerdem soll laut Andrea Saladdino auch das Personal aufgestockt werden.

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