1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Windkraftanlagen: Diese Stadt im MK sucht nach neuen Flächen

Erstellt:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Nachhaltigkeitsfonds
Um die Stromversorgung in Deutschland langfristig sichern zu können, müssten alle Kommunen ihren Beitrag leisten, hieß es im Plettenberger Planungs- und Umweltausschuss. Vor allem neue Windkraftanlagen seien nötig. © Tom Weller/dpa

Viel wird in diesen Tagen vom Klimawandel geredet. Das tat auch Klaus Ising (CDU) als Vorsitzender des Plettenberger Planungs- und Umweltausschusses in der von vielen Bürgern besuchten Sitzung am Mittwoch.

Plettenberg - „Die Atomkraftwerke werden nächstes Jahr stillgelegt und spätestens im Jahr 2038 auch die Kohlekraftwerke. Wir müssen den Ausbau erneuerbarer Energien forcieren“, sagte Ising, um hinzuzufügen, dass das Landschaftsbild „nicht verschandelt“ werden dürfe und man Rücksicht auf die Bürger nehmen müsse.

Dass er selbst kein großer Windkraft-Freund ist, verhehlte Ising nicht. „Aber wir müssen uns dem stellen und es muss in allen Städten Windräder geben, sonst weiß ich nicht, wo 2038 der Strom herkommen soll“, so Ising. In Plettenberg habe man bereits im Jahr 2012 den Flächennutzungsplan geändert und zwölf Flächen untersucht. „Am Ende kamen nur drei Flächen in Frage – der Lenneraum West, die Hohe Molmert und die Wüstung Höh“, so Ising. In zehn Sitzungen habe man sich mit dem Thema befasst, doch angesichts sich ändernder Gesetzeslagen sei letztlich nichts passiert.

Wie es nun weitergehen könnte beim Thema Windkraft stellte anschließend Rechtsanwalt Thomas Tyczewski vor. So habe es 2020 eine Änderung im Baugesetzbuch gegeben, in dem ein Mindestabstand zur Bebauung von 1000 Metern genannt sei. Davon Gebrauch gemacht habe aber nur NRW und teilweise auch Bayern. Der Entwurf des neuen Regionalpalns sehe nun für das gesamte Stadtgebiet nur noch eine Zone im Übergang nach Neuenrade vor.

„Das ist nicht sehr viel für eine Kommune“, befand Tyczewski. Was die neue Ampelkoalition angeht, wisse man derzeit nicht genau, wohin die Reise gehe. Im Koalitionsvertrag sei von einer Windkraftnutzung auf zwei Prozent der Fläche die Rede.

Nachfolgend stellte er verschiedene Möglichkeiten vor, von denen sich die Kommunalpolitik am Ende einhellig dafür aussprach, zunächst eine Grobanalyse der sogenannten Potenzialflächen durchzuführen, ehe weitergehende Planungen durchgeführt werden.

„Ich würde versuchen, zu einem Ergebnis zu kommen, denn das Thema Windkraft darf nicht zur Dauerschleife werden“, betonte Tyczewski.

Wie lange so eine Grobplanung dauere, wollte Martina Reinhold (SPD) wissen. Tyczewski betonte, dass er befürchte, dass die bisherige Planung mitsamt aller Gutachten veraltet sei. Neue Gutachten und eine Untersuchung würden voraussichtlich zwei Jahre Zeit in Anspruch nehmen.

Anders als bei der früheren Planung sei aber nur eine Grobplanung notwendig, denn beim Thema Artenschutz gehe es auch um die Höhe der Anlage, die in dem Stadium noch gar nicht feststehe. Dieser Schritt sei dann Bestandteil der nachfolgenden Genehmigungsprozesse. Carina Hennecke, Fraktionsvorsitzende der Grünen, befürwortete den Windkraftausbau auch mit Blick auf die Waldbesitzer und wünschte sich wenn möglich eine Bürgerbeteiligung. Genau die kann laut Thomas Tyczewski aber nicht im Vorfeld eingeplant werden – das liege im Ermessen der Projektierer.

In der Einwohnerfragestunde stand Dietrich Herfel auf, um eine Frage zu stellen, was Bauamtsleiter Sebastian Jülich aufhorchen ließ. Er gab dem Ausschussvorsitzenden zu verstehen, dass Herfel kein Plettenberger sei. Bürgermeister Ulrich Schulte erteilte dem Herscheider dennoch das Wort, wenn es erhellend sei.

Herfel wollte wissen, inwieweit die Grobplanung über den Regionalplan-Entwirf hinausgehe. Planungsamtsamtsleiter Till Hoffmann gab zu verstehen, dass die Bezirksregierung zwar nur eine Fläche angegeben habe, aber durchaus auch noch andere Standorte möglich seien. Und bei der nun geplanten Grobanalyse würden alle möglichen Flächen für Windkraftanlagen im Fokus stehen und auf ihre Eignung untersucht.

Das dürften einige der anwesenden Waldbesitzer freuen, bei denen zuletzt mehrere Projektierer wegen der Errichtung von Windkraftanlagen auf den Höhen rund um Plettenberg angefragt haben.

Auch interessant

Kommentare