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Wenn das so weitergeht, kann sich keiner mehr Döner leisten

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Von: Johannes Opfermann

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Stefanos Triandafilu spürt die Teuerung und Verknappung von Lebensmitteln bisher noch nicht. Doch auch er mache sich Gedanken über Lieferengpässe und stark steigende Preise.
Stefanos Triandafilu spürt die Teuerung und Verknappung von Lebensmitteln bisher noch nicht. Doch auch er mache sich Gedanken über Lieferengpässe und stark steigende Preise. © Damschen

Dass Öl nicht mehr so leicht zu bekommen ist, bekommt die Gastronomie überall zu spüren, auch in Plettenberg. Frittiertes deswegen ganz von der Speisekarte zu nehmen, wie es ein Kölner Brauhaus in der letzten Woche beschlossen hat, davon ist man hier allerdings noch weit entfernt.

M&EM’s Gemüsekebap

Plettenberg – „Wir kriegen nirgendwo Öl oder Blockfett zum Frittieren der Pommes – man muss viel suchen“, berichtet Mesut Tasdemir, Geschäftsführer von M&EM’s Gemüsekebap an der Grünestraße. Und das Frittierfett müsse er schließlich alle paar Tage austauschen. „Es ist im Moment alles problematisch.“ Das betrifft nicht nur Fett und Öl, sondern auch Mehl. „Wir hatten am Donnerstag kein Mehl mehr. Ich hab überall angerufen und keins bekommen. Deswegen mussten wir um 18 Uhr den Ofen abschalten“, sagt Tasdemir. Erst am Freitag habe er wieder Mehl bekommen.

Es sei spürbar, dass alles teurer werde, allein beim Fleisch habe sich im letzten halben Jahr der Preis sechsmal erhöht. Tasdemir befürchtet, dass er seine Preise erneut anheben muss, wenn sich der Trend fortsetzt. Das Problem sei, dass die Kundschaft sich dann auch beschwere. Denn seit November musste Tasdemir schon zweimal den Preis erhöhen. „Statt 4,50 kostet der Döner jetzt 5 Euro, aber in zwei bis drei Monaten muss ich wohl nochmal erhöhen“, sagt er. „Wenn das so weitergeht, kann sich keiner mehr Döner leisten.“

Wieden-Grill

Schon vor zwei Wochen erzählte uns Andrea Laurenz, Inhaberin des Wieden-Grills, dass Frittieröl, dass sie für die Zubereitung vieler Gerichte auf ihrer Speisekarte benötigt, knapp werde. Größere Mengen auf Vorrat zu bekommen sei nicht möglich, hieß es damals, nur die üblichen Mengen gab es beim Lieferanten. Seitdem habe sich die Situation weder gebessert noch verschlechtert.

„Es ist gleich geblieben, mein Lieferant hat noch Frittierfett“, sagt Laurenz. „Aber wie lange das noch so ist, weiß kein Mensch.“ Akut sei die Situation noch nicht, Preiserhöhungen oder Gerichte von der Karte zu nehmen, plane sie erst einmal nicht. „Aber wir überlegen schon, was wir machen, wenn wir nicht mehr genug Frittenfett bekommen.“

Eine Möglichkeit sei Bratkartoffeln oder andere Gerichte anzubieten, die weniger oder kein Frittieröl benötigen. Wahrscheinlich werde sich die Liefersituation erst einmal nicht bessern, schätzt die Imbiss-Betreiberin, „vor allem wenn die nächste Ernte ausfällt“.

Stadion-Grill

Dass viele Lebensmittel knapper und teurer geworden sind, das hört Stefanos Triandafilu, Inhaber des Stadion-Grills, im Moment häufig von seinen Kunden. Sein Geschäft ist noch nicht betroffen. „Bis jetzt merken wir es noch nicht so stark“, sagt Triandafilu, der allerdings weiß, dass zum Beispiel Frittieröl knapper geworden ist. Das braucht er für Pommes und Schnitzel, für die Zubereitung von Fleisch für andere Gerichte verwendet er Rapsöl. „Rapsöl habe ich noch etwas auf Lager, aber wie es nächste oder übernächste Woche aussieht, weiß ich nicht.“ Gedanken über Preiserhöhungen macht sich Triandafilu schon, hat das bisher aber nicht getan. Den Stadion-Grill hat er erst vor Kurzem übernommen und neu eröffnet, da würde es nicht so gut aussehen, so schnell die Preise zu erhöhen.

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