Gemeinden in Plettenberg

Welche Kirchengemeinde feiert wie Ostern? Ein Überblick

Gottesdienste in Präsenz wird es zum diesjährigen Osterfest nicht geben.
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Gottesdienste in Präsenz – so wie hier im vergangenen Jahr in Ohle – wird es zum diesjährigen Osterfest nicht geben.

Plettenberg – Die steigenden Infektionszahlen lassen auch in diesem Jahr kein normales Osterfest zu. Vom Bund-Länder-Gipfel ging erneut ein Appell an die Religionsgemeinschaften, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Die Planungen der Gemeinden gingen ohnehin schon in Richtung Video- und Podcastformate.

Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius

Am vergangenen Wochenende hatte die Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius nach langer Pause erstmals wieder einen Präsenzgottesdienst gefeiert und ursprünglich auch für Ostern daran festhalten wollen. Doch daraus wird nichts. Alle Gottesdienste werden abgesagt, sagt Pfarrer Patrick Schnell: „Wir hätten gerne gefeiert, aber es soll auch in diesem Jahr nicht sein.“ 

Da sowohl Plettenberg als auch Herscheid bei der Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 300 deutlich überschritten hätten, gäbe es da auch nichts zu diskutieren. Das sei auch der von den Bischöfen bereits vor Weihnachten festgesetzte Wert, ab dem keine Gottesdienste in Präsenz mehr gefeiert werden sollten.

Während Bund und Länder am Montag tagten, kam auch in der Gemeine St. Laurentius ein Krisenstab zusammen. „Wir haben die Notbremse gezogen und ein alternatives Programm erstellt“, sagt Schnell.

Für Palmsonntag ist ein Drive-In zur Segnung der Palmzweige geplant, und zwar von 9 bis 11 Uhr an den Kirchen St. Laurentius und St. Johann Baptist sowie von 15 bis 17 Uhr auf dem Schützenplatz in Herscheid. An Gründonnerstag und Karfreitag sowie am Ostersonntag und -montag sollen die Kirchen geöffnet sein, sodass die Leute tagsüber individuell in die Kirche kommen können. Dabei müssen Kontaktdaten hinterlegt werden.

Wer sich das Licht der Osterkerze nicht selbst in der Kirche abholen möchte, kann es sich an Ostersonntag auch nach Hause bringen lassen; dazu ist eine vorherige Anmeldung nötig. Ob es auch ein Online-Angebot geben wird, steht noch nicht fest, wie Schnell mitteilt: „Da sind wir noch in der Planung.“

Evangelische Kirchengemeinde Eiringhausen

Pfarrer Uwe Brühl hatte sich schon in den vergangenen Wochen von seinen Plänen für einen Freiluftgottesdienst verabschiedet. „Ich hätte gerne zu Ostern einen Präsenzgottesdienst draußen auf dem Friedhof gefeiert – in meiner Kindheit hieß das Auferstehungsfeier“, sagt er. Das habe er sich angesichts der steigenden Infektionszahlen in den vergangenen Wochen längst „abschminken“ müssen.

Zwar hatte die Evangelische Landeskirche einen Stufenplan erarbeitet, unter welchen Umständen Präsenzgottesdienste wieder möglich sind. „Die haben aber mit einer Obergrenze von 100 zu tun“, sagt Brühl. Davon ist der Märkische Kreis und speziell Plettenberg weit entfernt. 

Deswegen findet Ostern 2021 nur virtuell statt. „Wir werden online mit Text- und Podcastbeiträgen Ostern feiern, wie bisher – leider.“ Für den Karfreitag werde Pfarrer Dirk Gogarn etwas in schriftlicher Form zum Mitfeiern zuhause vorbereiten, Brühl werde dann zu Ostern einen Gottesdienst als Podcast auf die Internetseite der Gemeinde laden. Ein kleiner positiver Aspekt in der insgesamt ernüchternden Situation ist für Brühl, dass über die Podcasts auch Menschen erreicht werden, die sonst nicht in den Gottesdienst kommen. Das Angebot der Gemeinde soll auch nach Ostern digital bleiben, erst einmal bis zum 18. April – bis dahin gilt der Lockdown vorerst.

Evangelische Kirchengemeinde Plettenberg

„Es ist im Moment einfach zu gefährlich durch die steigenden Infektionszahlen und die Ausbreitung der britischen Virus-Mutation“, sagt Pfarrer Dietmar Auner zu Präsenzgottesdiensten. Entsprechend der Empfehlung der Landeskirche und dem Appell der Kanzlerin findet Ostern wieder online statt. „Wir planen wie bisher Videogottesdienste an Karfreitag und Ostersonntag“, sagt Auner.

Die Aufnahmen dafür bedeuten einen erheblichen Aufwand. „Das wird alles durch Ehrenamtliche geleistet, die die Sachen aufnehmen, schneiden und hochladen.“ Videos und Audiodateien zu Passionsandachten sind bereits auf der Gemeinde-Webseite abrufbar.

Zu bestimmten Zeiten werde auch eine offene Kirche angeboten, sodass Menschen zum stillen Gebet in die Kirche kommen können, ergänzt der Presbyteriums-Vorsitzende Peter Winkemann. Die genauen Zeiten dafür stehen aber noch nicht fest. Außerdem soll es Osterpräsente zum Abholen geben. Genauere Informationen dazu sollen noch folgen.

Evangelische Kirchengemeinde Ohle

„Eigentlich wollte ich einen Freiluftgottesdienst machen und hatte es schon komplett fertig geplant“, sagt Pfarrerin Anju Laddach. Schnell hat sie sich eine Alternative ausgedacht. Ab 10 Uhr am Ostersonntag können Interessierte sich an einem Tisch vor der Kirche ein „Ostern zum Mitnehmen“ abholen, wozu ein Predigttext, ein paar Ostersüßigkeiten und ein österliches Fensterbild gehören. Bereits ab Palmsonntag gibt es die Möglichkeit, einen Kreuzweg um die Ohler Kirche herum abzugehen. Pfarrerin Laddach stellte dazu Holzkreuze mit Texten zur Besinnung und Andacht auf.

Ein stilles Gebet in der Kirche wird an Palm- und Ostersonntag sowie an den folgenden Sonntagen, solange keine Präsenzgottesdienste möglich sind, von 15 bis 16 Uhr möglich sein. Pfarrerin Laddach wird dabei vor Ort sein und auch Anregungen zum Gebet geben, vor allem aber auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten.

LKG Holthausen

Auch die Landeskirchliche Gemeinschaft Holthausen plant digital. Für Karfreitag und Ostersonntag werden Video-Gottesdienste aufgenommen und auf den Youtube-Kanal der LKG gestellt, erklärt Gemeinschaftspastor Johannes Westhoff.

„Wir werden außerdem am Gründonnerstag ein OnlineAbendmahl abhalten.“ In einem Zoom-Meeting feiern Familien das Abendmahl unter gottesdienstlicher Anleitung zuhause. Für den Ostervormittag hat sich die Gemeinde noch etwas überlegt. Es soll einen Osterkreuzweg mit mehreren Stationen geben, wahrscheinlich an der Oestertalsperre.

Alles solle coronakonform und nur mit Voranmeldung ablaufen, erklärt Westhoff. Dann könnten einzelne Familien bzw. Haushalte zu bestimmten Zeitfenstern die Stationen abgehen, an denen Texte zum Lesen und Meditieren hinterlegt werden und auch kleine Aufgaben für Kinder. „Das Ganze soll familientauglich gestaltet sein“, sagt Westhoff.

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