Das Wasser in Böddinghausen wird nach Übernahme teurer

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Der Hochbehälter am Rappholz soll im nächsten Jahr abgerissen werden.

Plettenberg – Jetzt ist es amtlich: 118 Jahre nach ihrer Gründung steht die Wassergenossenschaft Böddinghausen GmbH vor der Auflösung. „Der Vertrag mit den Stadtwerken ist jetzt in trockenen Tüchern“, erklärte Geschäftsführer Dietmar Westphal.

In dieser Woche wurde bei Notar Ralf Dienstühler der Übernahmevertrag mit den Stadtwerken Plettenberger unterschrieben. Dr. Uwe Allmann und Dietmar Westphal besiegelten damit die Übernahme zum Jahreswechsel. Von da an werden die Böddinghauser Bürger mit Stadtwerke-Wasser versorgt.

 „Der Hauptgrund war die fehlende Nachfolge für mich als Geschäftsführer“, erklärte Westphal. Die insgesamt 17 Genossenschaftsmitglieder hätten der Aufgabe bei einer Gegenstimme zugestimmt, zumal diese auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn mache. Einst bekamen die Genossenschaftsmitglieder selbst kostenloses Wasser, doch das ist seit 15 Jahren Geschichte. Mit der Übernahme werden auch das Leitungsnetz und der Brunnen im Böddinghauser Feld übernommen.

 Die Stadtwerke wollen das aus 25 Meter Tiefe geförderte Grundwasser selbst nutzen und in ihr Netz einspeisen. Nicht mehr benötigt wird dagegen der Hochbehälter am Ende der Straße Am Rappholz. Erbaut wurde dieser in den 30er Jahren auf dem damaligen Grundstück eines Genossenschaftsmitgliedes. Später wurde der Hochbehälter technisch ertüchtigt und verfügt aktuell über eine Entsäuerungsanlage und eine UV-Anlage. Auf der Vorderseite prangt eine Gedenktafel mit den Kriegsgefallenen des Ersten Weltkriegs.

Die Gedenktafeln für den 1. und 2. Weltkrieg sollen gesichert werden.

 Eine später angebrachte Bronzetafel erinnert zudem an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. „Wir werden versuchen, beide Tafeln zu demontieren und einen neuen Platz dafür zu finden“, sagt Westphal. Denn der Wassergenossenschaft Böddinghausen bleibe aus Gründen der Fairness keine andere Wahl, als den Hochbehälter abzureißen, auch wenn das nicht jedem gefallen dürfte. Das Grundstück habe mittlerweile den Besitzer gewechselt und sei mit dem Hochbehälter praktisch wertlos.

 „So bekommt man gar nichts dafür“, sagt Westphal, der sich um einen Abriss in der ersten Jahreshälfte kümmern will. Dabei rechnet er mit Kosten von rund 30 000 Euro. Mit der Übernahme der Wasserversorgung müssen die Böddinghauser Bürger in Zukunft etwas tiefer in die Tasche greifen. Während die Zählergebühr von 118,80 Euro auf 41 Euro sinkt, steigt der Kubikmeterpreis von 1,61 Euro auf 1,66 Euro. Zusätzlich wird demnächst eine Staffelgebühr über 135,11 Euro fällig. Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einem Wasserverbrauch von 160 Kubikmetern ergaben sich in Böddinghausen bislang Kosten in Höhe von 376,40 Euro. Im nächsten Jahr werden bei gleichem Verbrauch bei den Stadtwerken rund 65,90 Euro zusätzlich fällig. Pro Kopf und Monat sind das Mehrkosten von 1,37 Euro pro Monat – rund 16 Euro im Jahr. Ob demnächst weitere Wassergenossenschaften auf die Stadtwerke Plettenberg zugehen, ist ungewiss. Für die kleineren Wassergenossenschaften dürfte es aber in Zukunft sicherlich nicht leichter werden.

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