1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Wassereis bestellt: Wie Seniorenheime die Hitze erleben

Erstellt:

Von: Johannes Opfermann

Kommentare

Sommerhitze in Kliniken und Pflegeheimen
Mehr denn je achten die Mitarbeiter in den heimischen Senioreneinrichtungen – wie auf unserem Symbolbild – darauf, dass die Bewohner ausreichend trinken. © Daniel Karmann

Auch wenn die Hitzewelle nur wenige Tage andauern soll, haben dennoch vor allem ältere Menschen darunter zu leiden. Wir haben in den Senioreneinrichtungen in Plettenberg nachgefragt, wie sie sich auf die heißen Tage einstellen.

Altenzentrum St. Josef

Plettenberg – Im Altenzentrum St. Josef hat man sich für die Hitzewelle gewappnet. „Unsere Mitarbeiter sind darauf sensibilisiert“, sagt Pflegedienstleitung Corinna Flüs. Für den Umgang mit dem Thema Hitze hält das Qualitätshandbuch entsprechende Verfahrensanweisungen bereit, die alle noch einmal ausgedruckt und verteilt wurden. Die Pflegekräfte achten darauf, dass es die Bewohner ausreichend und regelmäßig trinken. Zwischendurch wird für weitere Erfrischungen gesorgt. „Es werden Obst – zum Beispiel Melonen –, Kaltschalen oder auch Eis gereicht“, sagt Flüs. „Und es wird darauf geachtet, dass die Bewohner entsprechend luftig angezogen sind.“

Damit es genug frische und kühle Luft, gibt sollen schon die Nachtwachen während ihrer Schicht gründlich lüften. Wenn die Bewohner sich tagsüber draußen aufhalten, werde darauf geachtet, dass sie sich nicht so lange der direkten Sonne aussetzen, sondern viel im Schatten sind, erklärt Flüs. Bei Aktivitäten wie Rehasport oder Gymnastik werde man auch größere Anstrengungen vermeiden. „Wir machen dann eher leichte Übungen oder lassen es ganz ausfallen. Dann sitzt man lieber im Schatten und genießt das Wetter“, so Flüs.

Matthias-Claudius-Haus

„Wir sind gut vorbereitet“, sagt Melanie Aderhold, Einrichtungsleitung im Matthias-Claudius-Haus. In einer Blitzschulung hätten die Mitarbeiter noch einmal aufgefrischt, worauf sie angesichts der Hitze im Umgang mit den Senioren besonders achten müssten.

Nach dem Lüften früh morgens würden die Jalousien so eingestellt, dass nicht so viel Hitze hineinkommt. Damit die Bewohner es bei der Hitze angenehm haben, wird auf angepasste Kleidung geachtet oder nur Bettbezüge zum Zudecken verwendet. Ventilatoren werden nach Wunsch ebenfalls aufgestellt, doch manche Bewohner würden es dann als unangenehm zugig empfinden, weist Aderhold auf ein geändertes Hitze- und Kälteempfinden im Alter hin. Auch mit kalten Tüchern und Fußbädern wird gearbeitet.

Besonders wichtig ist aber die Flüssigkeitszufuhr. „Das Durstempfinden ist bei älteren Menschen nicht so stark“, sagt die Einrichtungsleiterin. Bei denen, die ohnehin wenig trinken, ist es also umso wichtiger, ihnen Alternativen anzubieten, damit sie genug Flüssigkeit zu sich nehmen. „Wir haben eine große Menge Wassereis bestellt“, so Aderhold. Ein kühles Wassereis komme bei vielen wohl besser an als größere Mengen Wasser zu trinken. Auch Speiseeis, verschiedene Sorten von Melonen oder Kaltschalen anstelle von warmen Vorsuppen seien im Angebot. Diese Erfrischungen stünden den Mitarbeitern natürlich ebenso zur Verfügung. Und es werde darauf geachtet, dass die Senioren nicht zu viel in die pralle Sonne gehen.

Radprax-Seniorenzentrum

Im Radprax-Seniorenzentrum hat Pflegedienstleiter Markus Kögler ein Konzept zum Umgang mit den Bewohnern während Hitzeperioden erarbeitet, das in den Wohn- und Fachbereichen verteilt wurde, damit alle im Bilde sind und daran festhalten. Für frische Luft zu sorgen – „früh lüften und dann die Fenster geschlossen halten – ist dabei ebenso wichtig wiedünne Decken oder nur Bettbezüge zum Zudecken in der Nacht.

Den erhöhten Flüssigkeitsbedarf bei der Hitze habe man dabei auch besonders im Blick. „Wir bieten – unter anderem bei allen Gruppenaktivitäten – gekühlte Getränke wie Säfte und Schorlen an“, so Kögler. So soll dafür gesorgt werden, dass die Bewohner mehr trinken. Bei denen, die nicht schlucken können und deswegen über eine Magensonde versorgt werden, werde in Absprache mit Angehörigen und Ärzten die zusätzliche Flüssigkeit durch den Schlauch verabreicht.

Auch interessant

Kommentare