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Warum noch gegen das Coronavirus impfen lassen? Unterschiedliche Antworten am Impfbus

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Von: Hartmut Damschen

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Nina Garofalo war dafür zuständig, die Spritzen mit den Impfdosen aufzuziehen.
Nina Garofalo war dafür zuständig, die Spritzen mit den Impfdosen aufzuziehen. © Damschen

Der Impfbus des Märkischen Kreises machte in der vergangenen Woche wieder in Plettenberg Halt – und der Zulauf Impfwilliger war erneut sehr groß. Wie auch zuletzt, als der Impfbus am Maiplatz gestanden hatte, bildeten sich lange Schlangen. Die Motive für eine Corona-Schutzimpfung sind dabei immer noch sehr unterschiedlich.

Plettenberg – Am Freitag, 29. Oktober, war der Impfbus erneut in Plettenberg. Schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Start begann das Team im Impfbus auf dem Wieden mit seiner Arbeit. Bereits da hatte sich schon eine Schlange an Wartenden gebildet, die im Laufe des Vormittags eine maximale Anzahl von knapp 100 Personen erreichte.

Impfbuskoordinator Bernd Bienscheidt berichtete: „Es ist hier die 64. Station in unserem Kreis, an der unser Bus den kostenlosen Dienst des Corona-Impfschutzes anbietet. Bisher konnten wir 7302 Dosen verimpfen.“ Und mit dem Blick auf die geduldig Wartenden sagte Bienscheidt: „Wir freuen uns, dass sich auch heute wieder so viele Plettenberger für den Impfschutz entschieden haben.“

Doch warum entscheiden sich noch immer so viele Plettenberger für eine Impfung, die sie auch schon vor Monaten hätten vornehmen können? Für Miguel Burda war es die erste Impfdosis, die er am Freitag erhielt. „Ich möchte dadurch Sicherheit für mich und meine Nächsten erlangen und natürlich auch mehr Freiheit bekommen“, erklärt Burda im Gespräch mit unsrer Zeitung. Er, wie auch seine Schwester Janina, die in vier Wochen die zweite Impfung mit dem Biontech-Impfstoff erhalten soll, hatten den Pieks zwar gespürt, aber keine Schmerzen. Janina sehe den Vorteil einer Impfung eindeutig unter gesundheitlichen Aspekten.

Dr. Egbert Stüeken verabreichte die Impfdosen.
Dr. Egbert Stüeken verabreichte die Impfdosen. © Damschen

Auch Marvin Hohmeister erhielt am Impfbus seine erste Impfdosis: „Auch persönliche Erlebnisse durch eine Corona-Erkrankung in meinem Bekanntenkreis haben mich zu dieser Entscheidung gebracht. Zu mehr Sicherheit kommt noch der Bonus der größeren Freizügigkeit.“

Auch Kadir Güver erhielt seine Erstimpfung. Er kam in Begleitung von Lara Leidel, die bereits zwei Dosen erhalten hat. „Es ist eine Win-Win-Situation: Einmal durch die Masken, und nun auch durch die Impfung, schützen wir nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Mitmenschen. Zudem können wir auch mehr ohne zusätzliche Tests unternehmen“, sagt Güver.

Günter Bödefeld und Marie-Luise Möller ließen sich am Impfbus bereits die dritte Spritze gegen das Coronavirus verabreichen. „Unsere zweite Impfung haben wir noch in Lüdenscheid erhalten. Nun freuen wir uns auf noch mehr Sicherheit durch die Booster-Impfung.“

Jennifer und Joana Kramer sehen einen anderen Nutzen in der Corona-Impfung: „Ganz eindeutig: zum Schutz der anderen.“

Nachimpfen bei Johnson & Johnson

Bürgermeister Ulrich Schulte, der die Bürger ganz in der Nähe zur Sprechstunde eingeladen hatte, erklärte: „Es freut mich, dass das Angebot so gut angenommen wird. Wir werden uns weiterhin darum bemühen, den Impfbus wieder hierher zu bekommen – nicht nur für Booster-Impfungen, sondern vor allem auch für die Erstimpfungen.“

Dr. Egbert Stüeken, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Balve, verabreichte die Impfung, die vorher von Nina Garofalo aufgezogen wurde. Bienscheidt: „Von Biontech haben wir heute 30 Durchstechflaschen mitgebracht, aus der wir jeweils maximal sieben Impfdosen erzielen, also 210 Menschen impfen können. Hinzu kommt noch der Impfstoff von Johnson & Johnson in erfahrungsgemäß angepasster, geringerer Anzahl.“ Er ergänzt: „Wer sich für Johnson & Johnson entscheidet, sollte sich nach vier Wochen mit Comirnaty von Biontech nachimpfen lassen.“

229 Impfungen verabreicht

Wie gut im Vorhinein geplant war, ist an dem Impfergebnis am Ende um 14.30 Uhr abzulesen: 207 Personen ließen sich mit dem Serum von Biontech und 22 mit Janssen von Johnson & Johnson impfen.

Das Fazit von Bienscheidt: „Wir kommen gerne nach Plettenberg. Die Plettenberger Stadtverwaltung ist vorbildlich in der Vorbereitung und Begleitung unseres Aufenthaltes hier vor Ort. Das Wetter spielte auch mit. Erstimpfungen standen im Vordergrund. Es waren aber auch einige Menschen hier, die sich die Booster-Impfung geben ließen.“ Sein Rat an dieser Stelle: Da meistens Senioren den Wunsch nach einer dritten Impfung hätten, sollten sie diese lieber beim Hausarzt vornehmen lassen. „Heute, bei dem Wetter, ist das Warten in der Schlange vielleicht nicht so schlimm. Kommt aber noch Regen hinzu, ist der Weg zum Hausarzt angebrachter.“

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