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„Waffellieferung“ für die Ukraine: Spendensammlungen mit süßem Lockmittel

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Von: Hartmut Damschen, Jona Wiechowski

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Waffelbacken für ukrainische Flüchtlingskinder: Catharina Schöttke, Ingrid Heseler, Elsbeth Wiesner und Ingrid Plaga hatten sich dazu vor den Rewe-Markt an der Ziegelstraße gestellt.
Waffelbacken für ukrainische Flüchtlingskinder: Catharina Schöttke, Ingrid Heseler, Elsbeth Wiesner und Ingrid Plaga hatten sich dazu vor den Rewe-Markt an der Ziegelstraße gestellt. © Damschen

Das Eisen glüht in Plettenberg: Es geht jedoch nicht um Waffenlieferungen in die Ukraine – vielmehr wollen zahlreiche Plettenberger, „bewaffnet“ mit Waffeleisen und Teigkelle, den Menschen in der Ukraine helfen, so gut es geht. Die Plettenberger zeigen unheimlich viel Engagement und Empathie – und das quer durch alle Generationen und soziale Schichten.

Plettenberg – „Wir sind überglücklich über diese gelungene Aktion. In unserer Spendenbox befand sich nach dem Verkauf von rund 320 Waffeln der aufgerundete stolze Betrag von 1500 Euro. Wie schön, dass die Plettenberger ein Herz für die ukrainischen Kinder gezeigt haben“, freute sich erst kürzlich Ingrid Plaga von der Frauenhilfe Elsetal. Gemeinsam mit einigen Frauen des Gemeindebezirks hatte sie sich mit einem Stand vor dem Rewe-Markt an der Ziegelstraße platziert und fleißig Waffeln gebacken.

Die Bilder aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine seien sehr bedrückend und aufrüttelnd. Besonders zu Herzen gehend seien Szenen, die das Leid der Kinder verdeutlichten. „Sie sind diejenigen, die ohne Schuld und doch in den Strudel der Ereignisse geraten sind“, sagt Plaga.

Bestens angenommen worden ist die Waffelback-Aktion des Familienzentrums Mittendrin vor dem Hit-Markt.
Bestens angenommen worden ist die Waffelback-Aktion des Familienzentrums Mittendrin vor dem Hit-Markt. © Becker

In den vergangenen Tagen sind auch in Plettenberg die ersten Mütter mit ihren Kindern aus dem gebeutelten Land eingetroffen. Sie konnten nur das Notwendigste in Eile zusammenraffen und die Kinder sind froh, dass sie vielleicht noch ihr Lieblingstier im Arm mitnehmen konnten. „Da fehlt es selbstverständlich an allen Ecken und Enden“, sagt Plaga.

Der Leiter des Rewe-Marktes an der Ziegelstraße, Yusuf Yazici, hatte den attraktiven Platz neben dem Markteingang bereitwillig den Damen für die Aktion überlassen. Das Geld soll in den nächsten Tagen an Heike Schaefer von der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg überreicht werden, die zweckgebunden den Betrag für die ukrainischen Kinder in Plettenberg verwenden wird.

Einkaufsgutscheine für die Gastfamilien

Gut was los war am Samstag vor einer Woche auch vor dem Hit-Markt. Erzieherinnen und Eltern des Familienzentrums Mittendrin haben Waffeln verkauft und damit 1700 Euro eingenommen. „Wir sind auf sehr viele spendenbereite Bürger gestoßen“, freut sich Leiterin Sandra Becker. Das Geld geht jetzt in Form von 50-Euro-Lidl-Gutscheinen an die 34 Gastfamilien, die die Ukraine-Flüchtlinge aufgenommen haben, die über die Aktion Bus-Brücke nach Plettenberg gekommen sind. „Eine Mutter ist dort sehr aktiv“, erinnert sich Becker an den Anstoß für die Spendenaktion. Mit Sachspenden seien die Betroffenen schon recht gut versorgt – so entstand die Idee mit den Gutscheinen.

Von 9 bis 17 Uhr arbeitete das Mittendrin-Team zusammen mit Kindergarteneltern in Schichten. Den Teig rührten sie vor Ort an – und kamen damit kaum hinterher. „Wir hatten glücklicherweise noch Mehl im Kindergarten, das wir für eine Weihnachtsaktion besorgt hatten“, sagt Becker. Wegen Corona musste diese allerdings ausfallen. Doch auch diese Mehlpackungen gingen zum Ende hin zur Neige, sodass der eine oder andere noch die Vorräte zuhause für den guten Zweck geplündert hat.

Eine Wiederholung kann sich Becker im Gespräch auf jeden Fall vorstellen, vielleicht in einiger Zeit. Die ersten Nachfragen habe es auch schon gegeben.

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