1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

„Wachstum in 2022“: Sparkasse mit guter Prognose 

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Stellten die Diagnose Mittelstand vor: Sparkassen-Vorstand Kai Hagen, Firmenkundenleiter Hartmut Tetling und Marketingleiter Tomislav Majic (von rechts).
Stellten die Diagnose Mittelstand vor: Sparkassen-Vorstand Kai Hagen, Firmenkundenleiter Hartmut Tetling und Marketingleiter Tomislav Majic (von rechts). © Dickopf, Georg

Der Mittelstand konnte in der Corona-Pandemie zeigen, dass er mit wirtschaftlichen Turbulenzen umgehen kann. Das unterstreicht die Sparkasse bei der nun vorgestellten Diagnose Mittelstand. Für 2022 wird mit einem starken Wachstum gerechnet.

Lennetal – Das Thema Corona ist auch nach zwei Jahren immer noch in aller Munde. Während im Einzelhandel und der Gastronomie sehr viele Klagen zu hören sind, war laut Sparkassenvorstand Kai Hagen „Corona beim deutschen Mittelstand gar nicht so das Thema“.

Der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis stellte zusammen mit Firmenkundenleiter Hartmut Tetling die Diagnose Mittelstand vor. Bei der repräsentativen Analyse wurden vom Sparkassen- und Giroverband die Jahresabschlüsse von rund 300.000 deutschen Unternehmen ausgewertet – bei Jahresumsätzen zwischen einer und 250 Millionen Euro.

Demnach hat Corona den deutschen Mittelstand unterschiedlich stark getroffen. Während einige Branchen nur leichte oder gar keine Umsatzrückgänge verzeichneten, haben andere starke Einbrüche erlitten. „Meine Prognose im vergangenen Jahr hat sich bestätigt. Die befürchtete Insolvenzwelle blieb aus und ich sehe dafür auch weiterhin keine Anzeichen“, betonte Hagen. Die kleinen und mittleren Unternehmen hätten in der Corona-Pandemie gezeigt, dass sie mit wirtschaftlichen Turbulenzen umgehen können.

Im dritten Quartal 2021 waren viele Unternehmen laut Hagen sogar wieder auf einem „positiven Kurs unterwegs“. Allerdings gebe es momentan starke Hemmnisse für einen Aufschwung. „Unsere Firmenkunden sehen sich mit Lieferengpässen und zum Teil explodierenden Kosten für Logistik, Rohstoffe und Vorprodukte konfrontiert.“ Das verglich er mit dem Toilettenpapiereffekt: „Wenn darüber gesprochen wird, dass es knapp werden könnte, ist es am nächsten Tag knapp.“

Die begrenzte Verfügbarkeit von Produkten, insbesondere im Bereich der Halbleiter, und die Knappheit von Metallen seien weitere Hemmnisse. Aber: „Mittelfristig erwarten wir in dem Bereich wieder eine Normalisierung“, hob Hagen hervor.

Doch neben Corona und den hohen Rohstoffpreisen sei Mitte Juli 2021 die Flutkatastrophe hinzugekommen, was die Kommunen in der Region und die Unternehmen sind unterschiedlich stark betroffen habe. Neben den staatlichen Hilfsprogrammen habe die Sparkasse sehr kurzfristig Kreditprogramme für die Soforthilfe bereitgestellt, um den Hochwassergeschädigten schnell und unbürokratisch zu helfen.

Firmenkundenleiter Hartmut Tetling lobte die Anpassungsfähigkeit der Mittelständler. Dank einer weiterhin guten Eigenkapitalausstattung, die im Schnitt bei rund 35 Prozent liege, könne man flexibel auf veränderte Gegebenheiten reagieren. Auch mit dem Wissen, dass Fachkräfte schwer zu bekommen sind, hätten die heimischen Unternehmen ihre Belegschaft halten können.

„Unter der Annahme, dass es keinen weiteren Lockdown gibt, erwarten wir für das laufende Jahr ein stärkeres Wachstum in allen Branchen“, bekräftigte Hagen, der das Vorgehen vieler Unternehmen lobte, realisierte Gewinne eher im Unternehmen zu belassen, als sie in Form von Dividenden oder Gewinnausschüttungen weiterzugeben.

Sorge bereitet Hagen in dem Zusammenhang aber die Sperrung der A 45: „Die Beteiligten sollten sich beeilen und Gas geben. Da muss Druck auf die Zeitschiene und die ganzen bürokratischen Hemmnisse sollten mal beiseite bleiben“, findet Hagen.

Auch auf die schon traditionell gestellte Abschlussfrage zu einer möglichen Fusion – beispielsweise mit der Sparkasse Lüdenscheid – gab der Vorstandsvorsitzende eine deutliche Antwort: „Unsere Kunden profitieren von der Nähe. Wir haben an jeder Kopfstelle zwei Firmenkundenberater. Eine Fusion würde bedeuten, dass möglicherweise die Hauptstelle in Plettenberg aufgelöst würde. Das ganze Thema kommt für uns nicht infrage, weil wir nicht fusionieren wollen und auch nicht fusionieren müssen“, so Hagen.

Auch interessant

Kommentare