Studios in Plettenberg

„Viel aufzuholen“: Kosmetikstudios und Tattoo-Künstler über Corona-Lockerungen erleichtert

Kosmetikerin Birgit Klinker freut sich auf die Rückkehr der Kunden.
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Kosmetikerin Birgit Klinker konnte seit November nicht arbeiten. Dementsprechend groß ist ihre Freude, jetzt wieder Kunden behandeln zu dürfen.

Nicht nur Friseure freuen sich über die Lockerungen im Bereich körpernahe Dienstleistungen. Wer als Tätowierer, Kosmetikerin oder Nageldesignerin arbeitet, freut sich, überhaupt wieder öffnen zu können. Bei einigen wird – anders als beim Haareschneiden – aber weiter ein Schnelltest verlangt.

Kosmetik-Lounge

Plettenberg – „Ich habe seit November nicht mehr gearbeitet. Das ist schon eine lange Zeit“, sagt Kosmetikerin Birgit Klinker. Sie habe zwar nachträglich mitbekommen, dass einige in ihrer Branche trotz Verbots gearbeitet hätten, sie habe sich dagegen an die Bestimmungen gehalten, auch aus Verantwortung ihren Kunden gegenüber. „Deswegen freue ich mich sehr, dass ich jetzt wieder arbeiten darf. Ich hoffe, es geht jetzt für alle weiter bergauf.“

Auch bei ihren Kunden sei die Freude groß, die sich nun wieder bei Klinker melden, um einen Termin zu vereinbaren. Während der Besuch in einem Kosmetikstudio von einigen dem Luxussegment zugeordnet werde, gehe es für andere auch um die Behandlung unterschiedlicher Hautproblemen, betont Klinker. „Auch durch das ständige Maskentragen haben manche Probleme mit Hautunreinheiten.“

Vor einem Termin muss Klinker erst einmal abklären, ob die Kunden eine Genesungsbescheinigung vorweisen können oder schon zweifach geimpft sind. „Die meisten sind ja noch nicht vollständig geimpft.“ Wer weder die doppelte Impfung noch eine überstandene Covid-19-Erkrankung nachweisen kann, benötigt für den Besuch bei der Kosmetikerin weiterhin einen aktuellen Schnelltest aus einem Testzentrum. Der Grund ist offensichtlich: Da Klinker als Kosmetikerin das Gesicht ihrer Kunden behandelt, können nicht beide Maske tragen.

„Die Kunden müssen erst ein Testzentrum besuchen und das bei einem Besuch mit einplanen, aber wir haben in Plettenberg bei den Testzentren ja eine komfortable Situation“, sagt Klinker. „Ich denke, wer kommen möchte, nimmt das gerne in Kauf und plant es mit ein.“

Eventuell biete es sich für die Kunden dann an, vor oder nach dem Termin noch shoppen gehen, denn für den Besuch im Einzelhandel benötige man den Schnelltest auch.

House of Art

Im House of Art am Grafweg ist die ganze Palette von körpernahen Dienstleistungen vertreten, neben Tattoo- und Piercing-Künstlern sind auch Spezialisten für Kosmetik und Nageldesign bis zur Friseurin dort vertreten. „Es freuen sich alle“, sagt Stephanie Seegert, Frau von House-of-Art-Inhaber Markus Seegert und selbst Bodypiercerin und Tattooartist.

Ob neue oder alte verschobene Termine, viele Kunden hätten im House of Art in den vergangenen Tagen bereits angerufen oder wurden umgekehrt zur Terminabsprache kontaktiert. Betroffen sind davon alle Bereiche. „Da ist überall sehr viel aufzuholen“, sagt Seegert. Besonders groß ist der Aufholbedarf und die Terminnachfrage bei Tattoos und Piercings. „Vom Schmuckwechsel, weil das vor Corona eingesetzte Piercing nicht passte, über die verlorene Kugel an einem Piercing bis zum neuen Tattoo oder einem Beratungsgespräch ist alles dabei.“

Die neun Personen, die im House of Art arbeiten, sind keine Angestellten, sondern arbeiten alle selbstständig. Auch die Termine vereinbaren sie mit ihren jeweiligen Kunden individuell. Trotzdem koordiniert man die Termine untereinander so, dass nicht zu viele Personen gleichzeitig im Gebäude sind. Maximal drei bis vier Künstler würden gleichzeitig im Hause sein, verteilt auf insgesamt 230 Quadratmeter und drei Stockwerke. „Wir arbeiten sozusagen aneinander vorbei“, erklärt Stephanie Seegert. Durch drei separate Eingänge könne man auch weiter einen Einbahnstraßenverkehr bei Ein- und Ausgang aufrechterhalten.

Auch beim Thema Testpflicht geht man auf Nummer sicher. Zwar sind Schnelltests nur dann noch notwendig, wenn nicht beide – Kunde und Dienstleister – eine Maske tragen können, zum Beispiel im Bereich Kosmetik. Aber auch in den anderen Bereichen bittet man die Kunden, weiterhin einen Test vorzuweisen. „Wir bitten sie, wenn möglich, vorher im Testzentrum vorbeizufahren“, so Seegert. Die Kunden kämen dieser Bitte auch nach, die Tätowierer und anderen Dienstleister im House of Art testen sich ebenfalls regelmäßig selbst, auf freiwilliger Basis. „Das macht es dann angenehmer, weil man ja schon ein paar Stunden zusammensitzt.“

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