Aktion des Vespa-Clubs für krebskranke Kinder

Spendenfahrt abgesagt: Das ist der Grund

Die Spendenfahrt des Vespa-Clubs muss coronabedingt verschoben werden. Die Mitglieder hoffen nun auf eine Fahrt im August.
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Die Spendenfahrt des Vespa-Clubs muss coronabedingt verschoben werden. Die Mitglieder hoffen nun auf eine Fahrt im August. Das Foto entstand vor der Corona-Pandemie.

Am 20. Juni wollte der Vespa-Club Plettenberg zu einer Spendenfahrt aufbrechen, um Geld für krebskranke Kinder zu sammeln. Doch die Resonanz auf diese Initiative war weit über die Stadtgrenzen hinaus so enorm, dass die Fahrt – zumindest in der aktuellen Pandemielage – eine Nummer zu groß geworden wäre. Deswegen musste die Fahrt erst einmal abgesagt werden.

Plettenberg – „Das vergangene Jahr war nicht so schön, man musste auf vieles verzichten, aber es gibt Kinder, die auf noch viel mehr verzichten müssen. So kam die Idee, etwas für die Strahlemännchen zu machen“, erklärt Tommaso Catalano vom Vespa-Club Plettenberg den Hintergrund der geplanten Spendenfahrt.

Der Verein „Strahlemaennchen.de – Herzenswünsche für krebskranke Kinder e.V.“ in Finnentrop erfüllt seinem Namen entsprechend die Wünsche von Kindern mit einem Krebsleiden. Ob ein Treffen mit einem Film- oder Sportstar, ein Konzertbesuch, eine Reise ins Disneyland oder ein Hubschrauberflug – die Wünsche sind vielfältig. Außerdem betreibt der Verein für die betroffenen Familien ein Reha-Resort an der Listertalsperre, das Rabaukenland.

Nicht nur die zehn Mitglieder des Vespa-Clubs waren Feuer und Flamme für die Idee, etwas für die Strahlemännchen zu tun, sondern gewannen noch viele weitere potenzielle Mitstreiter. Catalano und seine Vereinskameraden verbreiteten ihre Pläne in diversen Facebook-Gruppen und waren von der Resonanz schier überwältigt. „In drei Tagen hatten sich schon über 100 Leute gemeldet, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt er. Es waren Vespa-Clubs aus Düsseldorf und Köln und weiteren Städten dabei und allein auf die Vespa als fahrbaren Untersatz war die Spendenfahrrt-Idee auch nicht mehr beschränkt. „Es hat sich dann vergrößert auf alles, was zwei Räder hat und fährt – ob Vespa, Mofa, Roller oder Motorrad.“

Und so sollte die Fahrt ablaufen: Nach einem Treffpunkt an der Schützenhalle sollten die Teilnehmer einmal rund um Plettenberg fahren und dann zur Sorpe oder zur Bigge. „Das war aber noch in Planung“, sagt Catalano. Ums Tempo ging es dabei nicht, sondern darum, für ein paar Stunden rauszukommen und dabei noch etwas für einen guten Zweck zu tun. „Es sollte eine große ruhige Fahrt werden, damit uns jeder sieht.“

In seinen Facebook-Posts hatte Catalano darum gebeten, dass jeder Teilnehmer eine Spende ab zehn Euro aufwärts beisteuert. Einige hätten auch schon direkt auf das Konto der Strahlemännchen gespendet. Das bestätigt auch Eric Junge vom Vorstand des Vereins Strahlemännchen, der von der geplanten Spendenfahrt – und der großen Resonanz darauf – ebenfalls mitbekommen hatte. „Ich fand die Idee prima“, sagt Junge. „Wir sind ja auf die Unterstützung von außen angewiesen.“ Deswegen freue er sich, dass Leute eine Spendenaktion mit ihrem Hobby verbinden.

Vespa-Club sucht Kontakt zur Stadt

Doch die Spendenfahrt kann erst später stattfinden als zunächst angedacht. Dass viel mehr Leute ihre Teilnahme zugesagt hatten als erwartet, bereitete Tommaso Catalano vor dem Hintergrund der Coronazahlen Sorgen. Deswegen suchte er Kontakt zur Stadt und führte Gespräche mit dem Ordnungsamt über sein Vorhaben. Dabei habe sich die Stadt zwar offen für die Idee der Spendenfahrt gezeigt, nur eben nicht zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt.

Auch Stefanie Schade vom Ordnungsamt bezeichnet die Gespräche als einvernehmlich. „Grundsätzlich steht die Stadt Plettenberg Veranstaltungsbestrebungen im Stadtgebiet positiv gegenüber – sowohl gewerblicher, als auch erst recht natürlich caritativer Art.“

Die derzeitige Inzidenzlage im Märkischen Kreis – Inzidenzstufe 3 – lasse jedoch ein Vorhaben wie die Spendenfahrt noch nicht zu, erläutert Schade.

Veranstaltung erst ab Inzidenzstufe 2

In der Inzidenzstufe 2, also bei stabilem Inzidenzwert zwischen 35 und 50, seien im Freien private Veranstaltungen – allerdings weiter keine Partys oder vergleichbare Feiern – mit bis zu 100 Gästen erlaubt, wobei immer noch ein negativer Schnelltest oder ein Immunisierungsnachweis sowie eine Kontakterfassung nötig wäre.

„Da die Vespafahrer nach derzeitigem Stand nicht nur ihre Zweiräder fahren, sondern sich vorher und nachher auch über ihr besonderes Hobby austauschen möchten, ist das groß angelegte Treffen, bei dem durchaus mit bis zu 100 Personen gerechnet werden soll, ganz klar frühestens ab Inzidenzstufe 2 rechtlich realisierbar – sofern es nicht als ,Partyveranstaltung‘ geplant wird“, so Schade.

Sie fügt hinzu: „Ob die entsprechend niedrigeren Inzidenzwerte bis zum 20. Juni erreicht werden können, ist derzeit natürlich fraglich. Das Risiko des Veranstalters, sein Vorhaben kurzfristig absagen zu müssen, wird zukünftig aller Voraussicht nach geringer.“

An Vorgaben wie Maskenpflicht und Abstände hätte sich der Vespa-Club natürlich gehalten, wie Catalano betont: „Das hätte alles regelkonform laufen sollen, das war mir wichtig.“

Für die nun verschobene Fahrt benötigt Catalano noch eine gesonderte Genehmigung. „Die Zuständigkeit läge aufgrund des geplanten Fahrtroutenverlaufs über mehr als ein Stadt-/Gemeindegebiet hinweg beim Märkischen Kreis“, erklärt Schade. Dort müsste ein Antrag gestellt und das Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.

Nach den Gesprächen mit der Stadt beschloss der Vespa-Club, die Fahrt auf August zu verschieben, in der Hoffnung, dass die Sieben-Tage-Inzidenz dann auf jeden Fall stabil unter 50 liegt. Auch den Antrag beim Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises werde Catalano bis dahin besorgen.

Die Absage findet auch Eric Junge von den Strahlemännchen sehr schade. „Aber ich denke, aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagt er und hofft auch beim Nachholtermin auf viele Teilnehmer.

Dass auch im August etwa 100 Teilnehmer dabei wären, davon geht auch Catalano aus. „Wir haben alle, die sich schon angemeldet hatten, persönlich angeschrieben, und auch in den Facebook-Gruppen darüber informiert, dass die Fahrt erstmal abgesagt ist.“

Das genaue Datum ist noch offen, da es auch davon abhängt, ob und wann die Mitglieder des Vespa-Clubs möglicherweise im Sommer im Urlaub sind. Denn die Plettenberger Vespa-Fahrer, die das Ganze initiiert haben, wollen natürlich mit dabei sein. „Wenn nur einer oder zwei fehlen, würden wir es aber trotzdem machen“, sagt Catalano.

Strahlemännchen

Wer den Verein „ Strahlemaennchen.de – Herzenswünsche für krebskranke Kinder e.V.“ unterstützen möchte, kann dies über die Konten DE96 2003 0000 0612 1020 53 (Hypovereinsbank Hamburg) und DE78 4625 1630 0003 0003 79 (Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem). Mehr Infos unter www.strahlemaennchen.de

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