Urlaubsziele der Plettenberger

Trotz Delta: Die Reiselust wächst

Thorsten Schröder, Inhaber des Reisebüros Reiseland, führt nach eigener Aussage derzeit viele Beratungen durch, die fast ausschließlich im Zusammenhang mit Corona stehen.
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Thorsten Schröder, Inhaber des Reisebüros Reiseland, führt nach eigener Aussage derzeit viele Beratungen durch, die fast ausschließlich im Zusammenhang mit Corona stehen.

Die Sommerferien sind da. Obwohl die Pandemie noch nicht vorbei ist, zieht es auch in diesem Jahr viele Plettenberger in die Ferne. Dabei spielt das Thema Corona weiterhin eine wichtige Rolle – auch in Bezug auf die Delta-Variante.

Plettenberg – Wir haben in zwei Reisebüros nachgefragt, dem Tui-Reisecenter Hüsken und dem Reiseland Plettenberg.

Große Nachfrage

„Seit vier bis sechs Wochen haben wir so viele Anfragen erhalten, dass man sagen kann: Die Plettenberger sind definitiv reiselustig“, sagt Corinna Hüsken, Inhaberin des Tui-Reisecenters an der Grünestraße. Thorsten Schröder, Geschäftsführer im Reiseland Plettenberg, sieht den Beginn der Reise- beziehungsweise Buchungswelle sogar noch früher. Schon seit acht bis zehn Wochen zeige die Entwicklung bei den Buchungen nach oben.

Dass Deutschland wie im vergangenen Jahr als Urlaubsziel hoch im Kurs steht, können beide bestätigen. „Wer mit dem Auto verreist, nimmt, was noch zu kriegen ist. An der Nord- und Ostsee – zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern – ist es schwierig noch Kapazitäten zu finden.“ Aber auch Sommerurlaube in Bayern oder den direkten Nachbarländern wie Österreich würden gebucht.

Fernreisen

Spanien und Griechenland seien – bei Flugreisen – die beliebtesten Ziele, so Corinna Hüsken. Beide Länder sind momentan keine Risikogebiete, die Ein- und Rückreise ohne Probleme möglich. Thorsten Schröder stimmt zu und ergänzt: „Auch die Türkei kommt langsam wieder.“

Für die Zeit ab Oktober mache sich auch bereits wieder ein Interesse an Fernreisen bemerkbar, etwa auf die Malediven. Bei Reisen in die USA verhielten sich die Kunden eher abwartend, da hier eine Einreisegenehmigung notwendig ist. Schröder: „Das ist im Moment noch das Problem bei der Einreise.“

Delta-Variante

Portugal sei wegen der hohen Inzidenzen und der Ausbreitung der Delta-Variante – das Land gilt als Virusvariantengebiet – als Reiseziel wieder herausgefallen, berichtet Hüsken. Bisher habe ihr Reisebüro keinen Fall gehabt, dass jemand von dort zurückgeholt werden musste oder früher abreisen wollte. Auch im Reiseland sei das noch nicht vorgekommen, sagt Geschäftsführer Schröder.

Trotzdem beschäftigt die Delta-Variante die Reisebüro-Betreiber. „Ich habe etwas Sorgen, dass Delta pusht und die Zahlen wieder hochgehen“, sagt Hüsken. Die Delta-Variante sei allerdings auch schon im Märkischen Kreis angekommen. Man müsse die weitere Entwicklung abwarten. „Es ist wichtig, dass die Leute geimpft oder getestet sind, wenn sie reisen“, betont sie. Ganz sorgenfrei ist auch Schröder nicht: „Man macht sich schon Gedanken, was im Herbst ist. Wir können nur alles auf uns zukommen lassen und hoffen, dass es positiv verläuft.“

Beratungsaufwand

Unabhängig von der Delta-Variante ist die Reiseplanung auch allgemein von Corona geprägt. „Die Leute sind sehr sensibilisiert“, stellt Schröder fest. „Es kommen Fragen, was passieren könnte, aber das ist wie in die Glaskugel zu gucken: Was in zwei Wochen oder drei Monaten ist, ist schwer einzuschätzen.“ Umso wichtiger sei es, die Kunden mitzunehmen und mit ihnen zu kommunizieren, was auch der Vorteil einer Buchung im Reisebüro gegenüber online sei.

„Der Beratungsbedarf ist viel größer als vor Corona“, bestätigt auch Hüsken. Vor allem muss geklärt werden, welche Einreisebestimmungen in dem jeweiligen Urlaubsland gelten. In der Regel muss ein Einreiseformular ausgefüllt werden.

„In Spanien sind Regionen teilweise noch Risikogebiete, da muss man genau hingucken“, weiß auch Schröder. Die Einreiseerklärungen für Spanien, Griechenland, aber auch die Türkei stellten aber in der Regel kein Problem dar. „Wir sind dabei behilflich.“

Mit einer Beratung im Vorfeld sei es nicht getan, betont Hüsken. Etwa sieben bis zehn Tage vor Reiseantritt informiere man die Kunden noch einmal darüber, was sich gegebenenfalls in der Zwischenzeit geändert hat, und berate sie entsprechend. „Das ist definitiv ein Mehraufwand“, so Hüsken, die davon ausgeht, dass die Auflagen, die von Reiseveranstaltern, Airlines und Hotels umgesetzt werden müssen, erst einmal nicht weniger werden. „Das wird uns das Jahr wohl noch begleiten.“

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