Keine gravierenden Probleme mit Hochwasser

In Plettenberg tritt die Lenne nicht über

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Plettenberg - In Altena und Werdohl ist am Mittwoch wegen des Hochwassers die Lenne übergetreten, sodass in Werdohl der Parkplatz an der Goethestraße gesperrt werden musste und in Altena war die Lenneuferstraße komplett überflutet. In Plettenberg gab es jedoch keine drastischen Probleme mit Hochwasser, wie Dominic Eickelmann, zuständig für Hochwasser in der Vier-Täler-Stadt, bestätigt

Die Lenne führe zwar viel Wasser beziehungsweise sei der Wasserpegel mit 230 Zentimetern derzeit im Bereich des mittleren Hochwassers, die Lenne sei an den Ufern jedoch nicht übergetreten. Lediglich bei der Firma Menschel sah es am Mittwoch kritisch aus. Die Firma hatte durch Erfahrungen aus der Vergangenheit den Parkplatz vorsichtshalber geräumt und die Feuerwehr hatte Sandsäcke gebracht (wir berichteten), um eine drohende Überflutung der Else zu verhindern, da der Wasserspiegel nur wenige Zentimeter unter der Brücke am Gelände der Firma lag. 

„Ein Baumstumpf oder ähnliches, dass das Wasser staut, hätte dazu führen können, dass es übertritt. Aber so weit ist es zum Glück nicht gekommen“, sagt Thomas Gritschke, Pressesprecher der Feuerwehr. Sein Bruder und ebenfalls Feuerwehrmann Andreas Gritschke stimmt ihm zu: „Die Unwetternachrichten waren eigentlich für den ganzen Tag geplant und da es erst morgens war, hatten wir vorgesorgt.“ 

Eine Maßnahme, um Hochwasser zu vermeiden, sei zum Beispiel, dem Wasser durch Verbreiterungen Platz zu schaffen, erklärt Dominic Eickelmann. Dies ist in Eiringhausen an der Lenne zum Beispiel im Zuge der Umgestaltung an der Lennepromenade geschehen. Neben der Verbreiterung wurden auch Flussarme gestaltet, um der Lenne an dieser Stelle mehr Volumen zu geben. Dass die Plattform an der Lennepromenade unter Wasser stehe, sei so geplant worden, sodass dort keine Schäden auftreten sollten. Gleiches gelte für die Oestertalsperre. Durch den Regen der letzten Tage hat sie sich vollgestaut, sodass das Wasser zur Entlastung über die Kante floss. 

Die Ufer in Eiringhausen und Böddinghausen seien zudem relativ hoch. Probleme könnten bei den Wassermassen vor allem dadurch entstehen, wenn sich Bäume und Äste festsetzen und das Wasser durch den Stau ungeplant ansteige. Bei extremem Hochwasser könne man jedoch auch das Wehr in Ohle, das in Eiringhausen und in Elhausen, die einen Aufschau verursachen, öffnen und somit Wasser aus der Lenne ablassen. Dafür sei jedoch eine überregionale Absprache nötig, da dies dann auch Auswirkungen auf die Lenne in Werdohl und Altena habe. 

Um bei starkem Regen die Wassermassen zu regulieren gibt es in Plettenberg an einigen Stellen jedoch auch Regenrückhaltebecken, erklärt Klaus Köster, Mitarbeiter der Stadt Plettenberg und für die Kanalunterhaltung zuständig. Diese sind in der Vier-Tä- ler-Stadt am Kanalsystem angeschlossen und stauen den Regen zurück beziehungsweise leiten den Niederschlag kontrolliert weiter, sodass nicht alles auf einmal in die Flüsse weiterfließt. Dadurch werde auch das Hochwasser gemindert oder der Eintritt verzögert. In Landemert an der Grüne gebe es auch eine Hochwasserrückhaltung. Diese sei nicht am Kanalsystem angeschlossen, sondern befinde sich direkt am Gewässer, um die Wassermassen zurückzuhalten. 

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