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Testzentren sicher: Tests auch bei Omikron zuverlässig

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Von: Johannes Opfermann

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Die Betreiber der Testzentren sind mit den verwendeten Tests sehr zufrieden. Diese lieferten zuverlässige Ergebnisse und schlügen auch auf die Omikron-Variante an, heißt es.
Die Betreiber der Testzentren sind mit den verwendeten Tests sehr zufrieden. Diese lieferten zuverlässige Ergebnisse und schlügen auch auf die Omikron-Variante an, heißt es. © Schulz

Nicht alle Corona-Tests sind gleich zuverlässig. Das Paul-Ehrlich-Institut hatte jüngst 245 Tests überprüft, wie empfindlich diese auch auf geringere Viruslasten reagieren und ob sie auf Omikron anschlagen; 46 Tests fielen dabei durch. Mit den Tests, die in den Plettenberger Testzentren zum Einsatz kommen, zeigen sich die Betreiber jedoch sehr zufrieden.

Testzentrum Köbbinghausen

Plettenberg – Der Anlauf sei im Testzentrum in Köbbinghausen nach wie vor hoch, berichtet Eicke Pieper, einer der Verantwortlichen. Weiterhin wird dabei auf Spucktests und Lollitests gesetzt. „Wir verwenden Tests, die vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zugelassen sind“, erklärt Pieper. Ob Alpha- Beta-, Delta- oder Omikron-Variante – diese würden mit dem verwendeten Test zuverlässig erkannt. Welches Produkt man genau verwende, teilte Pieper nicht mit, versicherte aber, dass er laut der aktuellen Auflistung des PEI gute Resultate liefere. „Er schneidet sehr gut ab.“

Dass das Paul-Ehrlich-Institut die Tests auf ihre Sensibiltät evaluiert und ihre Liste der zugelassenen Tests angepasst habe, „war auch nötig“, so Pieper. „Es war soviel Schrott auf dem Markt.“

Das Testzentrum in Köbbinghausen habe sich immer an der Liste des PEI orientiert und etwa in der Mitte des Zeitraums seit Bestehen des Testzentrums schon einmal auf ein anderes Produkt gewechselt. „Wir haben uns für einen Test entschieden, der im Einkauf wesentlich teurer ist als die Nasaltests, die wir nicht benutzen. Er kostet etwa 50 Prozent mehr“, erklärt Pieper.

Da man auch in die Pooltestungen an den Schulen involviert sei, habe man bei der Auswahl auch die Wünsche der Elternbeiräte berücksichtigt, mit denen man eng zusammenarbeite. Wenn Kinder außerhalb der Tests in der Schule einen Schnelltest machen müssten, sei es zudem am einfachsten, wenn im Testzentrum ein bereits vertrautes Testverfahren – eben Lollitests – angewendet würde, erklärt Pieper.

Testzentrum Stadtmitte

„Wir haben aktuell immer ein Auge auf die Liste des Paul-Ehrlich-Instituts und werden sicherlich den Test wechseln, wenn einer besser und auf dem Markt verfügbar ist“, sagt Andrea Saladdino vom Testzentrum Stadtmitte. Mit dem derzeit verwendeten Test sei er aber hochzufrieden. Es handelt sich um das „COVID-19 (SARS-CoV-2) Antigen Test Kit“ des Herstellers Wuhan EasyDiagnosis Biomedicine Co., Ltd., bei dem ein Nasen- und Rachenabstrich gemacht wird. Die Sensitivität bei einer sehr hohen Viruslast gibt das PEI bei diesem Test mit 100 Prozent an, in der nächstniedrigeren Kategorie mit 73,9 Prozent. Das Institut bescheinigt dem Test eine Gesamtsensitivität von 68 Prozent.

„Wir haben schon einige Tests ausprobiert, bis wir uns für einen entschieden haben“, so Saladdino, dessen praktische Erfahrungen mit dem Test sehr positiv sind. „Die sind schon sehr gut und merken auch eine geringere Viruslast, das merken wir auch an der Zahl der positiven Ergebnisse.“ Diese würden auch durch die PCR-Tests bestätigt, die im Testzentrum direkt gemacht werden könnten. „Die Viruslast und die Variante erfahren wir dabei nicht, die wird nur dem Probanden selbst mitgeteilt.“

Sinnvoll seien die Tests – und damit auch die Liste des Paul-Ehrlich-Institus – aber nur, wenn die Tests richtig angewendet werden, und zwar von medizinisch geschulten Personal in den Testzentren.

Testzentrum Böddinghausen

Auch die Tests, die im Testzentrum in Böddinghausen auf dem Parkplatz des Aquamagis zum Einsatz kommen, liefern zuverlässige Ergebnisse. Man sei immer in Kontakt mit dem Labor Wahl in Lüdenscheid und einem weitern Labor in Recklinghausen, um positive Schnelltests auch durch PCR-Tests bestätigen zu lassen, erklärt Kirsten Severin vom Institut für Arbeitsmedizin, welches unter anderem das Testzentrum in Böddinghausen betreibt. So erhalte man Feedback über die Zuverlässigkeit der verwendeten medizinischen Schnelltests. „Wir können sagen, dass die Tests sehr zuverlässig und sicher sind“, so Severin. Sowohl Infektionen mit der Delta- als auch der Omikron-Variante würden somit entdeckt. Welches exakte Produkt verwendet wird, möchte das Ifam nicht mitteilen.

Die Zufriedenheit mit diesem Produkt ist jedoch hoch. Man habe sich im Laufe des Testzentrum-Betriebs zwar auch mit einem möglichen Produktwechsel beschäftigt, habe sich nach eingehender Prüfung aber dafür entschieden, die verwendete Testmarke beizubehalten, so Severin.

Testzentrum Ratschelle

„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit unserem Test gemacht“, sagt Peter Krieger, 1. Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, weist aber dringend darauf hin, dass die vom Paul-Ehrlich-Institut herausgegebene Liste der evaluierten Tests noch nicht vollständig sei. Aufgrund der Vielzahl der Tests dauere es noch einige Zeit, bis alle gängigen Tests geprüft seien.

Der vom DRK Plettenberg verwendete Test eines deutschen Herstellers sei noch nicht evaluiert worden und finde sich demnach noch nicht auf der vor kurzem veröffentlichten PEI-Liste, erklärt Krieger. Dieses Produkt sei aber zuverlässig, wie auch durch PCR-Tests bestätigt werde. Auch Infektionen mit der Omikron-Variante würde damit festgestellt.

Zu Beginn sei im Testzentrum an der Ratschelle noch ein anderes Produkt eingesetzt worden – laut Krieger „der Mercedes unter den Tests“. Dieses lag leicht über den Erstattungskosten, sodass man es subventioniert habe. Zum jetzt verwendeten Produkt habe man gewechselt, weil die Erstattungskosten je Test heruntergesetzt wurden.

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