Widerrechtliche Beschilderung an der Oestertalsperre wieder entfernt

Weiter Rätselraten um Tempo-70-Schild an der Oestertalsperre - jetzt ist es wieder weg

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Das Tempo-70-Schild an der L696 ist von der Straßenmeisterei wieder entfernt worden.

Plettenberg – Wer an der Oestertalsperre ein Tempo-70- Schild aufgestellt hat, obwohl dort bereits seit Monaten 50 km / h gelten, ist weiter unklar. Das widerrechtlich aufgestellte Verkehrszeichen hat die Straßenmeisterei Herscheid am Dienstag wieder entfernt.

In Kommentaren auf Facebook unter unserem ersten Artikel über das mysteriöse Schild wurden Vermutungen geäußert, die Straßenmeisterei habe das Schild wohl schlicht vergessen, als dort 50 Stundenkilometer ausgeschildert wurden. Doch das schließt Markus Stief von der Straßenmeisterei aus: „Vergessen wurde es auf keinen Fall. Es ist definitiv widerrechtlich angebracht worden.“ Es stimme zwar, dass an genau dieser Stelle lange Zeit Tempo 70 ausgeschildert waren, doch im Zuge der Temporeduzierung an der Landstraße 696 im April sei das Schild abmontiert worden.

Als der Verkehrsdienst der Polizei am 8. Juli an der L 696 auf Höhe des Lkw-Parkplatzes gegenüber der Camping-Anlage Geschwindigkeitsmessungen durchführte, war das Tempo-70-Schild jedenfalls nicht dort. Das habe sich Stief von der Polizei nochmals bestätigen lassen.

Wie bereits zuvor berichtet, waren vom Verkehrsdienst vor und nach der Messung die Verkehrszeichen in beiden Richtungen kontrolliert und – wie vorgeschrieben – genau dokumentiert worden. Ein 70er-Schild war demnach an der fraglichen Stelle nicht vorhanden.

Trotzdem hing wenige Tage nach der Messung ein solches Schild dort, wie Fotos eines ST-Lesers dokumentieren, die der Redaktion am Freitag zugesandt wurden. Der Verdacht: Die Polizei habe Verstöße gegen Tempo 50 gemessen, wo – zumindest aus Richtung Herscheid – 70 gelten.

Nach einer Geschwindigkeitsmessung wurde das Schild wohl von Unbekannten an dieser Stelle angebracht.

Tatsächlich entsprach die Beschilderung, die Unbekannte kurz nach der Messung wieder an der Stelle anbrachten, den früheren Verkehrszeichen, wie Markus Stief bestätigt. Zudem sei das Tempo-70-Schild durchaus professionell angebracht gewesen, sodass es vorbeifahrenden Autofahrern echt erscheinen konnte. „Wo immer es auch herkommt, denn das weiß keiner“, sagt Stief.

Die eigenmächtige Beschilderung durch die Unbefugten ist für ihn kein alltäglicher Fall, sagt Stief. „Dass Verkehrsschilder geklaut werden, kommt öfter mal vor: Ortstafeln kommen schon einmal weg“, erzählt Stief. Aber dass jemand unberechtigterweise selbst Verkehrszeichen aufstellt, ist alles andere als ein alltäglicher Fall: „Das ist äußerst selten.“

Und was erwartet den oder die Verantwortlichen? Eine Anzeige liege bislang noch nicht vor, teilt Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis, mit. Als mögliche Delikte, wegen derer die Polizei bei Vorliegen einer Anzeige ermitteln könnte, kämen demnach der Diebstahl von Verkehrsschildern infrage und eventuell auch ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

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