Leiterin der Zeppelinschule verabschiedet sich nach 42 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand

Schulleiterin Brigitte Scheib-Löw wurde in den Ruhestand verabschiedet

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Nach 42 Jahren im Schuldienst wurde Brigitte Scheib-Löw, Schulleiterin der Zeppelinschule, am vergangenen Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet.

Plettenberg – Nach 42 Jahren Schule, davon zwölf in Plettenberg, war in der vergangenen Woche Schluss für Brigitte Scheib-Löw. Die Leiterin der Zeppelinschule freut sich nun auf den Ruhestand.

„Es ist schon ein komisches Gefühl“, sagt die 65-Jährige über ihren Abschied. Scheib-Löw kam 2008 als Schulleiterin an die Hauptschule Böddinghauser Feld. Im Zuge der Zusammenlegung mit der Zeppelinschule wurde sie dann 2012 Nachfolgerin von Klaus Meisner und war seither für beide Schulen zuständig. Nun verlässt sie nicht nur die Schule, sondern kehrt auch in ihre Heimat, das Siegerland, zurück.

„Es ist ein Neustart an alten, gewohnten Orten“, sagt Scheib-Löw, die während ihrer zwölf Jahre an den Plettenberger Hauptschulen in Herscheid wohnte. „Ich habe gerne hier gelebt, es war wirklich eine gute Zeit.“ Im Ruhestand möchte sie mehr reisen, lesen und anderen Hobbys nachgehen, die bisher etwas zu kurz gekommen sind, und natürlich auch mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen.

Gemischte Gefühle zum Abschied

Die Verabschiedung – zusammen mit Klaudia Führt, Birgit Koppen und Friedrich Luig aus dem Kollegium – fand am vergangenen Donnerstag statt, coronabedingt nur im kleinen Kreis. Von Eltern und Schülern hatte sich die Schulleiterin bereits per Elternbrief verabschiedet.

Dem Eintritt in den Ruhestand blickte Scheib-Löw in den letzten Wochen des Schuljahres eher mit gemischten Gefühlen entgegen. „Ich finde es unbefriedigend, dass man das Schuljahr nicht so zu Ende bringen konnte wie üblich.“ Es sei nicht schön, auf diese Weise zu gehen, wenn noch unklar sei, wie das nächste Schuljahr ablaufen soll. Da inzwischen aber immerhin eine Nachfolgerin gefunden ist, würden sich seit der vergangenen Woche die gemischten Gefühle wieder etwas positiver darstellen. „Das ist jetzt ganz gut geregelt“, sagt Scheib-Löw, die mit ihrer potenziellen Nachfolgerin – den Namen möchte sie noch nicht bekannt geben – gut im Gespräch ist. Sie hofft, dass im kommenden Schuljahr auf der bisherigen Arbeit während der Coronakrise aufgebaut werden kann.

Diese Zeit bezeichnet sie als „wahnsinnig anstrengend“. Es sei schwierig gewesen, dass häufig unklar war, wie es weitergehen soll, gleichzeitig musste man sehr flexibel bleiben. „Das hat den Kollegen unheimlich viel Energie abverlangt. Das war in der Intensität sehr heftig“, sagt Scheib-Löw.

Ihre Schullaufbahn begann Scheib-Löw, die die Fächer Englisch, Evangelische Religion und Textile Gestaltung unterrichtete, im Siegerland, wo sie nach dem Studium zunächst an mehreren Schulen tätig war. Als Referendarin war sie in Hilchenbach, danach als Lehrerin in Schmallenberg, anschließend ging es wieder nach Niederhilchenbach. Da die dortige Schule kurz vor der Auflösung stand, war Eichen die nächste Station. Viele Wechsel in nur wenigen Jahren.

Aus dem Siegerland nach Plettenberg

„Damals wurde man einfach nach Bedarf versetzt“, erzählt Scheib-Löw. Aber die vielen Wechsel sieht sie inzwischen nicht mehr so negativ. Vieles könne man erst rückblickend gut beurteilen. „Aus heutiger Sicht war mein Werdegang gut“, sagt sie. „Ich bin froh, dass ich so viele unterschiedliche Schulen gesehen habe.“

Nach der kurzen Station in Eichen bewarb sich Scheib-Löw an der Hauptschule Burbach und wurde dort 2005 Konrektorin. Allerdings habe es sich auch bei dieser Schule angedeutete, dass sie in absehbarer Zeit aufgelöst würde. „Mein damaliger Chef hatte ein gutes Gespür dafür und hat mir empfohlen, an eine andere Schule zu gehen“, sagt Scheib-Löw. Diese Gelegenheit ergab sich, als sie bei einem Termin in Arnsberg mit einer Schulrätin aus dem Märkischen Kreis ins Gespräch kam. Diese fragte, ob sich die Siegerländerin eine Schulleitung im MK vorstellen könnte. Die Antwort war ja. So wurde sie ab 2008 Schulleiterin der Hauptschule Böddinghauser Feld, später der Zeppelinschule.

„Ich finde es ganz wichtig, dass die Hauptschulen Bestand haben“, sagt die bisherige Schulleiterin der Zeppelinschule. In den mehr als vier Jahrzehnten im Schuldienst habe sich Vieles verändert, sagt sie, gerade auch für die Hauptschule.

Inklusion, die Auflösung der Förderschulen und die Integration von Geflüchteten seien große Themen gewesen. Durch diese habe sich die Schülerschaft stark verändert – eine große Herausforderung.

Erziehung steht stärker im Fokus

„Wir machen heute ganz andere pädagogische Arbeit“, sagt Scheib-Löw. Früher habe vor allem die Wissensvermittlung im Mittelpunkt gestanden, heute gehe es, auch wegen der veränderten Schülerklientel, viel mehr um Erziehung und die Vorbereitung für die Arbeitswelt. „Gerade für unsere Schule ist der Schwerpunkt, dass sich die Schule verstärkt um den Einstieg in den Beruf kümmert, um einen reibungslosen Übergang“, sagt Scheib-Löw. Gerade an der Zeppelinschule sei man in dieser Hinsicht mit dem KBOP gut aufgestellt, dass sich gut entwickelt habe.

Große Veränderungen habe es auch durch neue Medien und Digitalisierung gegeben. „Es ist wichtig, dass bei den digitalen Medien aufgerüstet wird“, sagt sie. Das sei durch die Coronakrise noch einmal deutlich geworden. Die Unterschiede bei der technischen Ausstattung der Schüler führte dazu, dass nicht alle gleichermaßen die digitalen Lernangebote nutzen konnten. Man müsse das Knowhow der Kollegen verbessern, neue Konzepte entwickeln, müsse aber auch Geräte für Schüler fördern, findet Scheib-Löw.

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