Nachgefragt an Plettenberger Schulen

Schulen wieder im Distanzunterricht: Wie hat die kurzfristige Umstellung geklappt?

Geschwister-Scholl-Realschule in Plettenberg
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Unter anderem an der Geschwister-Scholl-Realschule in Plettenberg musste für die letzten Tage vor den Ferien noch einmal umgeplant werden.

Plettenberg – Die vom Märkischen Kreis verordnete Schulschließung für die letzten drei Tage vor den Ferien traf die Schulen wie aus dem Nichts. Nur für die Abschlussklassen geht der Präsenzunterricht weiter. Wir haben bei zwei weiterführenden Schulen gefragt, wie die Umstellung geklappt hat.

Zeppelinschule

„Natürlich finden wir es sehr schade, weil wir die Schüler gerne persönlich in die Ferien verabschiedet hätten“, sagt Sandra Noltsch, Leiterin der Zeppelinschule. „Dadurch, dass die Mitteilung erst nach Schulschluss kam, fiel das leider aus.“ Die Weitergabe der Information habe aber gut funktioniert. Auf allen Kanälen – Email, Homepage, Facebook, Instagram – hätten Schule und Lehrerkollegium die Eltern und Schüler darüber informiert, dass ab Mittwoch nur noch für die Abschlussklassen Präsenzunterricht erteilt wird.

„Wir hatten aber alle gehofft, dass wir die drei Tage bis zum Freitag noch schaffen“, sagt Noltsch, die sich angesichts der steigenden Infektionszahlen aber nicht völlig überrascht von der Entscheidung des Märkischen Kreises zeigt.

„Geärgert habe ich mich darüber auch nicht, denn in erster Linie geht es darum, alle – Lehrer, Schüler, Eltern – zu schützen“, betont Noltsch. Im Sinne der Fürsorgepflicht sei die vom Kreis getroffene Entscheidung also richtig. „Die Kollegen waren häufig auch erleichtert, denn in einer Klasse mit Schülern aus vielen Haushalten schwingt doch immer die Sorge mit.“

Bei allen Schwierigkeiten, die ohnehin mit dem Distanzunterricht – auch im Wechselmodell – verbunden waren, hätten sich Eltern, Schüler und Lehrer in den vergangenen Wochen gut darin eingefunden, sagt Noltsch. So klappte auch die Umstellung am Mittwoch recht gut. „Schüler und Eltern haben unheimlich viel geleistet, trotz der teils schwierigen Situation im häuslichen Bereich beim Distanzlernen.“ Probleme habe man individuell lösen können und Schülern beispielsweise das Arbeiten in der Schule ermöglicht, wenn die Voraussetzungen dazu zuhause fehlten. „Das über einen so langen Zeitraum aufrecht zu erhalten, erfordert Kraft von allen Seiten“, sagt Noltsch. Durch die gemeinsamen Anstrengungen habe man kaum Schüler verloren und sei mit allen, bis auf ganz wenige Ausnahmefälle, in denen Schüler einfach nicht erreichbar waren, verbunden geblieben.

Geschwister-Scholl-Realschule

„Es kam sehr plötzlich und überraschend für uns“, berichtet Monika Storm, Leiterin der Geschwister-Scholl-Realschule. Der Dienstag stand eigentlich im Zeichen der Schnelltests, die man am Montag erhalten hatte. Bei den Schülern, die am Dienstag in der Schule waren, wurden 146 Tests durchgeführt – zu den Ergebnissen möchte Storm nichts sagen – und daneben noch der Präsenzunterricht. Dann sei die plötzliche Mitteilung des Kreises gekommen.

„Das ist noch mal ein Organisationsaufwand gewesen und ist es noch“, sagt Storm zu der Rückkehr in den Distanzunterricht, der für die Jahrgänge 5 bis 9 gilt – „in Anführungszeichen“ kehrte man zum vorherigen Plan für den Distanzunterricht zurück, so Storm. Für die Zehntklässler musste für die letzten drei Tage noch einmal ein anderer Stundenplan erstellt werden, damit für sie der Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht – letzteres etwa in den Differenzierungsfächern – weiterhin funktioniert. „Den richtigen Stundenplan, bei dem wir alle im Präsenzunterricht wären, haben wir in diesem Halbjahr noch nie durchführen können“, sagt Storm zu den vielen Umstellungen dieses Jahres.

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