Reaktionen in Plettenberg

Schulen dicht, Friseure sauer: Die neuen Regelungen im MK stoßen auf wenig Gegenliebe

Die meisten Klassen in den Plettenberger Schulen bleiben ab Mittwoch leer.
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Die meisten Klassenräume in den Plettenberger Schulen bleiben so wie auf diesem Beispielfoto aus der Grundschule Holthausen ab diesem Mittwoch leer.

Die Schulen werden ab diesem Mittwoch wieder geschlossen und gehen nur mit Ausnahme der Abschlussklassen in die Notbetreuung und den Distanzunterricht, darüber hinaus ist für jeden Friseur-Besuch ab Samstag ein negativer Corona-Schnelltest vonnöten – das sind die wesentlichen Punkte, die aus einer neuen Allgemeinverfügung des Märkischen Kreises hervorgehen, die am Dienstagmittag veröffentlicht worden ist.

Plettenberg – Damit geht es in Sachen Corona-Neuregelungen weiterhin Schlag auf Schlag: Als viele Bürger gerade versuchten, die neuen Regelungen aus dem Bund-Länder-Treffen aus der Nacht und die Notbremsungs-Ankündigung von Ministerpräsident Armin Laschet für ganz NRW zu durchblicken, meldete der Kreis die neuesten Einschränkungen.

Das Wichtigste aus der Verordnung

Man habe im engen Austausch mit dem NRW-Gesundheitsministerium seine Allgemeinverfügung erweitert, heißt es in der Kreis-Mitteilung. Ergebnis: „Für Termine bei Friseuren und körpernahen Dienstleistungen nach Paragraf 12 der NRW-Coronaschutzverordnung muss ein tagesaktueller, negativer Schnelltest vorgelegt oder vor Ort ein Selbsttest durchgeführt werden. Diese Regelung gilt ab Samstag, 27. März.“

Darüber hinaus habe der Märkische Kreis mit dem NRW-Gesundheitsministerium abgestimmt, dass die weiterführenden Schulen, die Grundschulen und die Förderschulen mit Ausnahme der Abschlussklassen ab diesem Mittwoch, 24. März, in den Distanzunterricht gehen werden. Ausgenommen sind die Abschlussklassen. In Bezug auf Kindertageseinrichtungen bleibe es den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder in die Kitas bringen.

Nachdem die Bürgermeister der 15 Städte und Gemeinden am Dienstagmorgen in einer Videokonferenz über das Vorgehen informiert worden sind, erreichte die Nachricht am Mittag auch die Schulen, die damit weniger als 24 Stunden Zeit hatten, die fast komplette Rückkehr in den Distanzunterricht vorzubereiten.

Erste Reaktionen aus den Schulen

Elisabeth Minner zum Beispiel, die Leiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, sei von Bürgermeister Ulrich Schulte um 12.55 Uhr informiert worden. Weniger als eine Stunde später versandte sie einen Elternbrief, in dem sie die Neuregelungen erklärte: die Jahrgangsstufen 5 bis EF wieder im Distanzlernen, Unterricht über die Programme Teams und Logineo sowie eine Notbetreuung, für die sich Eltern noch kurzfristig melden können.

„Das hat uns schon getroffen“, sagt Nicole Friedrich, Leiterin der Hallenschule. „Wir sind jetzt wieder in der gleichen Situation wie vor dem Wechselunterricht.“ Ab Mittwochmorgen treffen sich die Lehrer wieder über Zoom mit ihren Klassen. Die Umstellung an sich sei weniger problematisch, weil durch das Wechselmodell auch derzeit immer ein Teil der Lerngruppen per Zoomkonferenz unterrichtet wurde. Die Kinder hätten also das nötige Unterrichtsmaterial.

Kurz nachdem die Schulen selbst am Dienstagmittag informiert wurden, habe man einen Brief an die Eltern verschickt. Vor allem für die Eltern, die nun wieder die Betreuung ihrer Kinder organisieren müssten, tue ihr diese kurzfristige Änderung leid. Eine Notbetreuung werde aufrechterhalten, die Kollegen seien in den Klassen und würden von dort aus den Distanzunterricht erteilen. Die Notbetreuung sei aber zuvor schon recht voll gewesen, betont die Schulleiterin. „Es darf nicht den Rahmen sprengen.“

„Wir sind wirklich sehr traurig, dass es wieder so plötzlich kommt. Wir hätten uns gewünscht, dass wir es noch bis zu den Ferien hinkriegen“, sagt Friedrich. „Wir wissen auch noch nicht, wie es danach weitergeht.“ Für die Ferien war ein Förderprogramm in der Schule insbesondere für die Kinder gedacht, die im Distanzunterricht nicht gut mitgekommen waren. Das ist nun erst einmal aufgeschoben.

Friseurin ist völlig überrascht

Völlig überrascht von den neuesten Entwicklungen sind die Friseure, die sich ab Samstag von jedem Kunden einen negativen Schnelltest vorlegen lassen müssen. Anne Stahl zum Beispiel, Inhaberin des Friseursalons Hairline, hatte die Information beim Anruf der Heimatzeitung um 14.15 Uhr bisher nur von einer Kundin gehört. Ihre erste Reaktion: „Für die Sicherheit finde ich es richtig gut. Ich hoffe nur auf das Verständnis der Kunden.“

Wie sich die Testvorgaben aber in der Praxis umsetzen lassen, bleibt auch für sie völlig offen. „Ich bin froh, dass wir in Plettenberg zwei kostenlose Testmöglichkeiten am AquaMagis und beim Roten Kreuz haben“, sagt sie, Denn selbst die Kunden vor Ort zu testen, was laut Allgemeinverfügung des Kreises möglich wäre, könnten sie und ihr Team allein zeitlich nicht umsetzen. Und: „Wer soll das denn managen und bezahlen?“, sagt Anne Stahl.

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