Dienstag können Schüler noch betreut werden

Coronavirus in Plettenberg: Schul-Betreuung wird wenig genutzt

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Gerhard Haas, Schulleiter der Hallenschule, mit Lia-Sophie und Layla (re.), die beide nur betreut werden mussten und die Lernmaterial bekommen.

Plettenberg – Es ist sehr ruhig an diesem Montag auf dem Schulhof der Hallenschule. Man sieht keine tobenden Kinder, auf dem Parkplatz vor der Grundschule gibt es noch viel Platz und auch in der Schule herrscht eine gespenstische Stille: Es ist Tag eins nach dem Coronavirus-Shutdown.

Fast nichts geht mehr an den heimischen Schulen. Die Kinder an den Grundschulen und den weiterführenden Schulen haben frei. Doch weil die Schulschließung erst am Freitagnachmittag beschlossen wurde, wurde allen Eltern die Möglichkeit gegeben, ihr Kind am Montag und am heutigen Dienstag in den Schulen betreuen zu lassen. Dabei spielt es nach den Angaben von Gerhard Haas an den ersten beiden Tagen keine Rolle, ob die Eltern sogenannte Schlüsselberufe haben, oder nicht.

„Ab Mittwoch dürfen wir laut Runderlass aber nur noch Kinder betreuen, deren Eltern die besagten Schlüsselberufe haben. Aktuell ist der Bedarf aber nicht sehr groß“, sagte Haas. In der Notgruppe der Hallenschule rechne er mit drei Schülern.

An der Grundschule Ohle sei noch nicht klar, ob dort überhaupt Bedarf für eine Notgruppe bestehe. Dass diverse Kleingruppen zusammengefasst würden, sei laut Erlass der Landesregierung nicht gewollt. Pro Gruppe seien maximal fünf Schüler erlaubt.

„Wir haben jeden Tag zwei Lehrer eingeteilt, die sich um die Betreuung kümmern“, sagte Haas. Nach Schulschluss komme die OGS-Betreuung ins Spiel, wenn das Kind dort auch vorher angemeldet war.

Schulische Dinge stehen bei der Betreuung nicht auf dem Plan, da die Kinder keinen Vorteil haben sollen. Stattdessen habe man aber Arbeitsblätter und Lernaufgaben für alle Grundschüler zusammengestellt, die für die unterrichtsfreie Zeit abgeholt werden sollen. Näheres teile man auf der Schul-Homepage mit.

Für Haas, der im Sommer nach 22 Jahren in der Schulleitung pensioniert wird, ist die Situation noch einmal eine echte Herausforderung. „Das hätte ich nicht unbedingt zum Abschied gebraucht“, sagte der Schulleiter.

In der Hallenschule wurde Arbeitsmaterial für die unterrichtsfreie Zeit vorbereitet.

Thorsten Jagusch, Leiter der Martin-Luther-Schule und des Standortes Oestertal, hatte gestern nur ein zu betreuendes Kind. Die Lehrer stünden aber bereit, die Kinder während der zu Schulzeit zu beaufsichtigen. Und auch Arbeitsmaterial habe man zur Abholung für die Eltern vorbereitet oder bereits verteilt.

Noch gespenstischer als in den Grundschulen war gestern die Situation an den weiterführenden Schulen. Beispiel Zeppelinschule: Nicht ein Schüler war am Vormittag zugegen, der betreut werden musste.

Ebenso war es im Albert-Schweitzer-Gymnasium, in dem die Lehrer die Zeit nutzten, um sich zu einer langen Besprechung zusammenzusetzen, um die Schritte für die nächsten Wochen zu besprechen. Denn das Thema der weiterführenden Schulen wird nicht sein, wie die Betreuung, sondern wie der Unterricht sichergestellt werden kann.

Es gibt da an den Schulen verschiedene Modelle. Während einige zum Beispiel noch am Freitag einen Aufgabenkatalog für die nächsten Wochen erhalten haben, bekommen andere ihre Aufgaben nun regelmäßig per E-Mail zugeschickt.

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium nutzt den internen Bereich seiner Internetseite, um dort Aufgaben bereitzustellen. Was alle Schulen gemeinsam haben: Es handelt sich eher um notdürftige Lösungen. Unterricht per Skype oder Livechat? Gibt es in Plettenberg nicht. „Ich würde mir wünschen, dass wir mit dem E-Learning weiter wären, als wir es sind“, sagt dazu zum Beispiel ASG-Rektorin Elisabeth Minner.

Viele Fragen bleiben über den Unterricht hinaus offen. Was ist mit Praktika, die zum Beispiel in der Zeppelinschule nach den Osterferien durchgeführt werden sollten? Können die Mottotage am Gymnasium, die stets vor den Osterferien durchgeführt werden, nachgeholt werden? Dies und vieles mehr ist unklar. Immerhin scheint es in Plettenberg keine Probleme mit den Abiturprüfungen zu geben. „Die Vor-Abiklausuren sind geschrieben, die Prüfungen beginnen ja erst nach den Osterferien“, erklärt Elisabeth Minner, die ebenso wie die Landesregierung hofft, dass der Schulbetrieb damit ab Mitte/Ende April wie gewohnt fortgeführt werden kann.

Viele Schüler wissen derweil noch nicht so richtig, was sie von den nun fünfwöchigen Zwangsferien halten sollen. „Irgendwie freut man sich schon, aber jeder weiß auch, dass es ziemlich langweilig werden könnte“, sagt zum Beispiel der Zeppelinschüler Amil Ibrovic.

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