Trinkgelage am Hirtenböhl

Schnapsflaschen und Pizzakartons: Vermüllung auf dem Friedhof

Zig Becher, Dosen und Flaschen blieben nach einem Saufgelage im katholischen Teil des Friedhofs Hirtenböhl zurück.
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Zig Becher, Dosen und Flaschen blieben nach einem Saufgelage im katholischen Teil des Friedhofs Hirtenböhl zurück.

Nicht zum ersten Mal wird die Abgeschiedenheit des Friedhofs Hirtenböhl für Trinkgelage genutzt. Feiernden haben dort erst vor wenigen Tagen wieder große Mengen Müll zurückgelassen.

Plettenberg – ST-Leser hatten auf die Vermüllung hingewiesen. Schon seit Monaten bestehe das Problem, dass zum Beispiel Pizzakartons und Wodkaflaschen in großer Zahl hinterlassen würden. Betroffen sei das obere Ende des katholischen Teils des Friedhofs.

Dort wird man am Dienstagvormittag bei einem Rundgang schnell fündig, sobald man die ersten Treppen in den stark zugewachsenen Bereich genommen hat. Einzelne Dosen von Energy-drinks und Pappbecher sind nur die ersten Spuren. Rund um eine Bank auf der zweithöchsten Terrasse liegt das, was Feiernde bei ihrem letzten Gelage dort zurückgelassen haben. Offenbar waren die Partymacher – vermutlich Jugendliche – gut geschützt und so weit entfernt von den nächsten Häusern, dass niemand etwas mitbekam.

Nur wenige Gräber befinden sich hier im obersten Bereich des Friedhofs, sodass nur wenige Friedhofsbesucher hierhin kommen. Doch das Bild, das sich ihnen dort wenige Meter neben den Ruhestätten ihrer Angehörigen bietet, ist abstoßend: Dutzende Pappbecher, Dosen und Flaschen liegen auf dem Boden verstreut. Die Palette reicht von Energydrinks über Biermischgetränke bis zu Flaschen mit Gin, Wodka oder Hugo – einige noch halbvoll. In einer Flasche – vielleicht enthielt sie Selbstgebrannten – schwimmen noch ein paar Kirschen. Dazwischen mehrere Pizzakartons, eine Dönerbox und Alufolie. Allem Anschein nach liegt das Gelage erst wenige Tage zurück, sonst wären Pappbecher und -kartons längst aufgeweicht.

In dem kaum genutzten Bereich des Friedhofs fühlten sich die Feiernden offenbar unbeobachtet.

Die Pfarrgemeinde St. Laurentius erfuhr erst über die ST-Recherche von der Vermüllung. „Das schockiert mich ein bisschen“, sagt Pfarrer Patrick Schnell. Dass es in Plettenberg Plätze gebe, an denen Leute feierten und dann Müll zurückließen, sei zwar bekannt, auch dass in der Vergangenheit schon einmal der Friedhof betroffen war. Dass es nun angesichts des Mülls am Hirtenböhl wieder so ausarte, sei dennoch schockieren.

Auch Borka Marija Rippe aus dem Pfarrbüro kann sich an keinen ähnlichen Fall erinnern. Auf dem Platz vor der Kirche St. Laurentius hätten Jugendliche schon häufiger am Wochenende gefeiert, auch Polizeieinsätze habe es deswegen gegeben. Manchmal versteckten sich die Jugendlichen auch in Kellereingängen. „Wir haben dort schon Kot und Partyrückstände gefunden“, so Rippe.

Die Vermüllung auf dem Friedhof sei für sie ein Novum. Dass das Pfarrbüro nicht schon früher davon erfahren habe, wundert sie. „Eigentlich haben wir wirklich aufmerksame Friedhofsbesucher, die sich zügig bei uns melden, wenn etwas ist“, sagt sie und bittet darum, Beobachtungen ans Pfarrbüro oder an das Evangelische Friedhofsbüro, mit dem man Hand in Hand arbeite, zu melden. Dass das in diesem Fall nicht geschehen sei, liege daran, dass der Teil des Friedhofs wenig genutzt werde, vermutet Rippe.

Zahlreiche Pappbecher, Pizzakartons und Flaschen wurden zurückgelassen.

Rippe setzte sich auch mit der Friedhofsgärtnerei im evangelischen Teil des Friedhofs in Verbindung, die ebenfalls noch keine Kenntnis von der Vermüllung hatten. Zwei Stunden war am Donnerstag ein Mitarbeiter damit beschäftigt, den Müll zu beseitigen. Um die Bank herum und im Gebüsch wurden zig Flaschen und Becher und mehr als zehn Pizzakartons eingesammelt.

Die Bank hatte dort oben übrigens eigentlich nichts verloren. Die Feiernden hätten sie wohl extra hochgetragen, so Rippe. Nun befindet sie sich wieder unten.

Im vergangenen Jahr hatte es auch auf dem Evangelischen Teil des Friedhofs Probleme mit Vermüllung gegeben, wie Silvia Weber bestätigt, die in der Evangelischen Kirchengemeinde für die Friedhofsverwaltung zuständig ist. Seinerzeit wurde wegen der Vermüllungen im hinteren Bereich des evangelischen Friedhofsbereichs auch Anzeige erstattet, wenn auch ohne Ergebnis. In diesem Jahr seien definitiv keine Vermüllungen wie im Vorjahr vorgekommen, so Weber. „Probleme mit Müll haben wir im Moment Gottseidank nicht.“

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