Innenstadt in Plettenberg

Schaufenster oder Beet? Stadt diskutiert die Verschönerung des Obertors

Um eine Verschönerung der Fassade zu erreichen, soll die Stadt erneut das Gespräch mit Eigentümer, Verwalter und Deichmann als Mieter suchen.
+
Um eine Verschönerung der Fassade zu erreichen, soll die Stadt erneut das Gespräch mit Eigentümer, Verwalter und Deichmann als Mieter suchen.

Ein Schaufenster, ein Beet oder auch ein Wandgemälde. So ließe sich nach den Vorstellungen der Lokalpolitik eine Fassade am Obertor verschönern. Doch ob sich das auch realisieren lässt, ist fraglich.

Plettenberg – In einem gemeinsamen Antrag von Patrick Hansmann (CDU) und Martina Reinhold (SPD), der – obwohl nicht fristgerecht eingegangen – dennoch diskutiert wurde, ging es um Vorschläge zur Verschönerung des Innenstadtbereichs am Obertor. Laut Antrag nutzten mehrere Hauseigentümer die Innenstadtsanierung als Gelegenheit, ihre Fassaden zu sanieren oder aufzufrischen. Leider „fällt am Obertor die rückwärtige Fassade des Ladenlokals Deichmann nun sehr unschön auf“, heißt es darin weiter. Deswegen wurde angeregt, noch einmal ein Gespräch mit den Eigentümern des Hauses und Deichmann als Mieter wegen einer ansprechenden Fassadengestaltung aufzunehmen. Alternativ schlugen Reinhold und Hansmann vor, die Anlage eines schmalen Beetes (60 bis 80 Zentimeter) mit Spalierobstbäumen vor der Fassade zu prüfen.

Bei der Verschönerung der Fassade geht es darum, anstelle der dort angebrachten Werbekästen Schaufenster herzurichten. Dies ist kein neuer Vorschlag, sondern kam erstmals 2017 bei einer Stadtbegehung auf, erinnerte Ausschussvorsitzender Klaus Ising (CDU). Auch 2019 wurde der Wunsch laut, die Fassade attraktiver zu gestalten, nach Vorbild des einstigen Kaufhauses Schröder an dieser Stelle.

„Eine Schaufensterlösung wäre nicht mit so großem Aufwand verbunden, auch eine Unterstützung über die Fassadenförderung kommt infrage“, erklärte Till Hoffmann, Sachgebietsleiter Stadt- und Umweltplanung. Bisherige Gespräche mit Deichmann, die über den Verwalter der Immobilie liefen, gestalteten sich allerdings als schwierig, gaben Hoffmann sowie Nico Kleemann vom Innenstadtmanagement zu bedenken. In der Regel gestalte das Unternehmen keine Schaufenster. Trotzdem könne man sich überlegen, wie man direkt auf Deichmann zugehen könnte, so Kleemann.

Hoffmann merkte an, dass bei der Erstellung eines Schaufensters in der Fassade die Schaukästen entfernt und dem Eigentümer damit die Einnahmen daraus wegfallen würden.

Dasselbe Problem könnte sich auch durch das Aufstellen von Pflanzkästen oder Hochbeeten ergeben, die als weitere Alternative zu ebenerdigen Beeten ins Spiel gebracht wurden. Anstelle des Schaufensters schlug Reinhard Panzer (FDP) eine Verschönerung in Form eines Wandbildes vor.

Während sich der Ausschuss einig darin war, dass noch einmal das Gespräch mit Deichmann, Immobilienverwalter und auch den Eigentümern gesucht werden sollte, war ein strittiger Punkt die Zeitfrage. Patrick Hansmann und Martina Reinhold plädierten dafür, parallel zu den Gesprächen die Planungen für Beete voranzutreiben. Wenn am Obertor das neue Pflaster verlegt wird, solle deswegen besser ein Streifen fürs Anlegen eines Beets freigelassen werden, statt es in einem halben Jahr wieder aufzureißen.

Doch da sich der Planungs- und Umweltausschuss das nächste Mal erst wieder im September trifft und dann auch noch eventuelle Lieferzeiten – zum Beispiel für Einfassungen von Hochbeeten – dazukommen, würde für längere Zeit eine Lücke im Pflaster bleiben, das am Obertor eigentlich im Juli fertiggestellt werden soll. An dieser Stelle durch die Pflasterlücke weiter eine Baustelle zu haben, wenn im Sommer Veranstaltungen wie die Plewo anstehen, gehe gar nicht, befand Martin Seuthe (CDU).

Letzten Endes beschloss der Ausschuss mehrheitlich (eine Gegenstimme), das Pflaster erst einmal zu schließen und ohne Zeitdruck Gespräche mit Hauseigentümer, Verwalter und Mieter zu gehen und Alternativen zu einer Schaufensterlösung zu prüfen. „Bei der Entwicklung einer Lösung hätten wir etwas Zeit und würden es nicht übers Knie brechen“, meinte Bürgermeister Schulte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare