Beschwerden von Anwohnern wegen Störungen von Jugendlichen

Diskussion um Ruhestörungen an Brachtstraße

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Das Parkhaus an der Brachtstraße und der benachbarte Spielplatz sind beliebte Aufenthaltsorte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Anwohner berichten regelmäßig von Ruhestörungen.

Plettenberg – Neun Einsätze in viereinhalb Monaten oder doch an jedem Wochenende – wie stark die Störungen durch Jugendliche und junge Erwachsene an der Brachtstraße ausfallen, darüber gingen am Dienstag in der Ratssitzung die Meinungen von Verwaltung und FDP-Fraktion auseinander.

Die FDP hatte einen Antrag zu den Störungen an der Brachtstraße im Bereich des Spielplatzes und des Parkhauses eingebracht und darin von unhaltbaren Zuständen gesprochen. An Wochenenden vergehe kein Tag ohne Lärmbelästigung und die Polizei sei jedes Wochenende vor Ort, um Platzverweise auszusprechen.

Wie aktuell das Thema ist, zeigt ein Polizeieinsatz vom vorvorigen Wochenende, als die Polizei von Zeugen auf lautstarkes Feiern im Parkhaus hingewiesen wurde. Bei der alkoholisierten Fahrt mit einem Auto innerhalb des Parkhauses entstand außerdem ein Sachschaden von rund 1000 Euro.

In der Ratssitzung vor Wochenfrist zeigte sich FDP-Fraktionschef Carsten Hellwig allerdings verwundert darüber, dass die Stadt im Zeitraum vom 1. Oktober 2019 bis zum 19. Februar 2020 auf lediglich neun polizeiliche Einsätze komme. „Es ist wichtig, dass wir die Belange der Bürger ernstnehmen“, sagte Hellwig. Zugleich sei es aber auch wichtig, Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche zu schaffen. „Die Jugendlichen von einem Ort zu verscheuchen und zum nächsten zu treiben, ist nicht die Lösung des Problems.“

Problem nicht neu

Stefanie Schade vom Ordnungsamt verwies darauf, dass das Parkhaus an der Brachtstraße, da es eine Überdachung biete, als Aufenthalt am Spielplatz beliebt sei. Das Problem sei nicht neu. „Oft halten sich dort Jugendliche und junge Erwachsene auf, die nicht stören, aber das ist nicht immer der Fall.“ In dem Zeitraum von 1. Oktober bis 19. Februar, für den die polizeilichen Einsätze ausgewertet wurden, habe es neun Einsätze gegeben, von denen sechs auf Ruhestörungen zurückzuführen seien. In vier der sechs Fälle habe die Polizei die Störer antreffen, Gespräche führen und Platzverweise erteilen können, in zwei Fällen sei niemand mehr dort anzutreffen gewesen.

Polizei sensibilisiert

„Die Polizei ist für das Thema sehr sensibilisiert“, sagt Schade. Die Polizei habe zugesichert, die Zusammenarbeit mit der Stadt zu vertiefen und jeden Feststellungspunkt in Bezug auf die Brachtstraße mitzuteilen. „Wir werden das sammeln, um festzustellen, ob Ordnungswidrigkeiten begangen werden, die eine Videoüberwachung rechtfertigen.“ Die rechtlichen Hürden dafür seien allerdings hoch, so Schade: „Nach jetzigem Stand reicht es nicht aus.“

Citystreife unterwegs

Wegen der vermehrten Störungen im Januar und Februar in Wochenendnächten wird die von der Stadt beauftragte „Citystreife“ das Parkhaus und den Spielplatz in den Fokus nehmen, gleiches gilt für die Streetworker. „Sie kontrollieren bereits verstärkt und sollen die Jugendlichen auch direkt nach ihren Wünschen zu Aufenthaltsorten befragen“, sagte Schade. In gleicher Weise sei in der Vergangenheit die Schutzhütte am alten Freibad entstanden.

Schade verwies darauf, dass sich Jugendliche meist entfernten, wenn Kontrolleure kämen. Auch wenn sie sich dadurch in andere Bereiche verlagern, sei es ein guter Weg, durch Kontrollen unbequem zu werden.

Carsten Hellwig wiederholte, dass sich die von Schade genannte Einsatzzahl nicht mit dem decke, was die Polizei ihm berichtet habe, nämlich dass sie an jedem Wochenende wegen Beschwerden an der Brachtstraße im Einsatz sei. „Es wundert mich, dass es da keine Berichte drüber gibt.“ Hellwig stellte zudem die Frage, ob die Streetworker auch abends unterwegs seien und meinte, dass es wichtig sei, hier den Arbeitskreis Jugendhilfe einzubinden. Das fand auch Peter Krieger (CDU): „Ich denke, es ist ein Thema für den Arbeitskreis, ob eine Anpassung der Arbeitszeit der Streetworker notwendig ist.“

„Das bedeutet eindeutig höhere Kosten“, stellte Klaus Salscheider (PWG), Vorsitzender des Arbeitskreises Jugendhilfe, fest. Aus anderen Städten gebe es dazu Konzepte. Er betonte zudem, dass es neben der ordnungspolitischen Seite beim Umgang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch darum gehe, für sie die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

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