Projekt zur Versorgung von Senioren

Regionale Produkte bis vor die Haustür - so funktioniert das Mobil Sorglos 

Machen Werbung für den lokalen Lieferdienst „MobilSorglos“ (von links): Jonas Borgmann (Stadt Plettenberg), Markus Heiduck mit Ilka Rodriguez Brieger (Lecker Lädchen) und Meryem Yilmaz (Gemeinde Herscheid).
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Machen Werbung für den lokalen Lieferdienst „MobilSorglos“ (von links): Jonas Borgmann (Stadt Plettenberg), Markus Heiduck mit Ilka Rodriguez Brieger (Lecker Lädchen) und Meryem Yilmaz (Gemeinde Herscheid).

In Plettenberg und Herscheid können Lebensmittel und viele andere Produkte des täglichen Bedarfs, angeboten von heimischen Händlern, bequem bis zur Haustür geliefert werden. Möglich gemacht wird das durch das Projekt MobilSorglos. Die wichtigsten Fragen.

Was ist MobilSorglos?

Plettenberg - Das Projekt wurde gemeinschaftlich von der Stadt Plettenberg und der Gemeinde Herscheid ins Leben gerufen. Unter dem Namen „MobilSorglos A“ läuft seit April dieses Jahres ein Lieferdienst für Produkte von lokalen Händlern.

Für wen ist es gedacht?

„Die Zielgruppe sind Senioren“, erklärt Jonas Borgmann von der Stadt Plettenberg. Das Projekt soll vor allem bewegungseingeschränkte, ältere Menschen ansprechen. „Bestellen darf aber jeder“, betont er. Voraussetzung ist, dass die Kunden über 18 Jahre alt sind. Denn für die Zahlung bei „MobilSorglos“ muss eine Bankverbindung angegeben werden. Immer zum Monatsende werden die offenen Rechnungen eingezogen.

Wie wird bestellt?

Produkte können online auf der Internetseite mobilsorglos.de ausgewählt, in den virtuellen Warenkorb gelegt und bestellt werden. Bestellungen sind ebenso per Mail (bestellen@mobilsorglos.de) oder Telefon möglich. Telefonisch kann montags bis freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr bestellt werden – in Herscheid unter Tel. 0 23 57 / 90 93 21, in Plettenberg unter Tel. 0 23 91 / 92 33 35.

Wie ist die Resonanz?

„Wir haben noch Potenzial nach oben“, sagt Borgmann. 15 zahlende Kunden gibt es. 50 könnten ohne Probleme bedient werden. „Wir haben drei Stammkunden, die sehr regelmäßig bestellen“, verdeutlicht Meryem Yilmaz von der Gemeinde Herscheid. Der Rest bestelle ab und an. „Internet-Bestellungen haben wir noch nicht so, wie wir uns das vorstellen“, sagt sie. Senioren bestellten lieber telefonisch – und das bisher ausschließlich beim Hüinghauser Dorfladen.

Welche Läden?

Dabei sind in Herscheid neben dem Hüinghauser Dorfladen das CMS-Seniorenzentrum mit einem Menüservice und das Schuhhaus Schöttler mit Schuhen und Pantoffeln. Die Gärtnerei Dahlmeier bietet Blumen, Sträuße und Gartenpflanzen an, Lehmanns Apotheke rezeptfreie Medikamente, Tees sowie Pflege- und Hautprodukte.

In Plettenberg können bei der Christlichen Bücherstube Bücher, Karten und Geschenke erworben werden. Tierbedarf gibt es bei Zoo Samen Steinmann, einen Wäscheservice mit „Heidi’s Freundlicher Wäscheservice“ und alles zum Sticken bei „StickStoff“. Bücher und Co. können bei der Stadtbücherei ausgeliehen werden.

Auch das Eiringhauser Lecker Lädchen von Markus Heiduck und Ilka Rodriguez Brieger macht mit. In deren Sortiment gibt es viele Feinkostartikel. Ein echter Renner sind die Obst- und Gemüsekisten in unterschiedlichen Größen, die immer freitags für zahlreiche Kunden gepackt werden.

Der Inhalt ist stets eine Überraschung; manchmal gibt es passende Rezepte dazu, so Heiduck. Dass einige Kunden den Lieferdienst annehmen würden, können sich die beiden durchaus vorstellen. „In der Coronazeit haben wir teilweise selbst Kisten ausgeliefert“, erklärt er. Und die Tunnelsperrung habe ganz aktuell für Abbestellungen gesorgt – weil Kunden es aus Zeitgründen nicht geschafft haben. Hier könnte „MobilSorglos“ hilfreich sein.

Borgmann und Yilmaz würden das Angebot gerne weiter ausbauen mit immer mehr Produkten. Sie sagen: „Wir freuen uns über weitere Partner.“

Wann wird geliefert?

„Geliefert wird meistens am nächsten Tag“, erklärt Borgmann. Es erfolge immer eine Absprache, wann die Lieferung ungefähr kommt. „Gerade bei Lebensmitteln ist das wichtig.“ So würden diese nicht morgens um 8 Uhr vor die Tür gestellt, wenn erst nachmittags jemand zuhause sei.

Was kostet es?

Der erste Monat ist kostenlos. Yilmaz und Borgmann laden deshalb jeden Interessierten ein, das Ganze einmal auszuprobieren. Danach kostet „MobilSorglos“ 10 Euro im Monat, hinzukommt 1 Euro pro Bestellung. Ebenfalls im Preis mit drin: Wer einen Laden noch nicht kennt, kann sich vom Team kostenlos dorthinfahren lassen, um sich vor Ort umzusehen. Aktuell werde überlegt, bei Bedürftigen die monatliche Gebühr zu streichen, um mehr Menschen das Angebot zu ermöglichen, so Yilmaz.

Weitere Informationen

Weitere Informationen über das Projekt gibt es im Internet auf der Seite www.mobilsorglos.de.

Mobil Sorglos B bringt die Arztsprechstunde in einem Wohnwagen vor die Haustür

Neben dem Lieferdienst unter dem Namen „MobilSorglos A“ soll es im Herbst auch das „MobilSorglos B“ geben. Dahinter versteckt sich ein umgebauter Wohnwagen, der vor der Wohnung älterer Menschen parken soll. „In einem abgetrennten Bereich können über das Internet, über sogenannte Videosprechstunden, Dienstleistungen verschiedener Art erbracht werden“, heißt es auf der Website von MobilSorglos. „So können zum Beispiel ältere Menschen mit ihrem Hausarzt oder ihrer Fachärztin sprechen oder die Pflegeberatung des Märkischen Kreises in Anspruch nehmen.“ Bei der Nutzung der Technik würden speziell geschulte Menschen helfen und die Videosprechstunden selbst würden unter Wahrung des Datenschutzes durchgeführt, heißt es weiter. „Die Dienstleistungen beziehungsweise Videosprechstunden mit den verschiedenen Anbietern können ein paar Tage vorher gebucht werden.“

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