Strikte Trennung der Kinder in Gruppensettings nicht mehr erforderlich

Der Regelbetrieb in den Plettenberger Kitas startet am Montag wieder

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Eine strikte Trennung der Kita-Kinder in Gruppensettings – wie auch auf diesem Foto aus dem Familienzentrum Eschen – ist mit der Rückkehr zum Regelbetrieb nicht mehr nötig. Es kann auch wieder gruppenübergreifend gearbeitet werden.

Plettenberg – Am Montag beginnt in Kitas und Kindergärten wieder der Regelbetrieb. Zwar sind Hygieneregeln weiterhin Bestandteil des Kita-Alltags, aber die Kinder müssen nun nicht mehr in strikt getrennten Gruppen bleiben.

Die Rückkehr zum Regelbetrieb bedeutet für das Evangelische Familienzentrum Eiringhausen, dass die Kinder dort vorerst nicht mehr in Gruppen betreut werden. Wegen der Corona-Schutzbestimmungen hatte die Kita – entgegen ihrem offenen Betreuungskonzept – Gruppensettings bilden müssen, sagt Jennifer Brehm, die zum neuen Kitajahr die Leitung der Einrichtung übernommen hat: „Wir dürfen wieder das offene Konzept in Angriff nehmen.“

Die Kinder haben im offenen Konzept mehr Entscheidungsmöglichkeiten, mit wem sie spielen möchten und in welchen Funktionsräumen, zum Beispiel im Bauzimmer. Das ist ab kommendem Montag nun wieder möglich. Es müsse bis dahin nur etwas Spiel- und Bastelmaterial zurückgeräumt werden, das während der vergangenen Monate auf die Gruppensettings aufgeteilt war. Ein großes Möbelrücken sei nicht nötig.

Wieder Betreuung für 45 Stunden

Besonders erfreulich für die Eltern: Die coronabedingte Kürzung der Betreuungszeiten um je zehn Stunden hat ein Ende, die vollen Buchungszeiten bis zu 45 Stunden stehen wieder zur Verfügung. „Das ist für die Eltern gerade der größte Gewinn“, sagt Brehm. Das Mittagessen sei nun ebenfalls wieder ohne Einschränkungen möglich und auch das Mittagsschlafangebot dürfe wieder aufgenommen werden.

„Der Bedarf für die vollen 45 Stunden ist sehr, sehr hoch“, sagt auch Ilka Trauzettel, Leiterin des städtischen Familienzentrums Eschen, wo für 39 von 65 Kindern dieser Betreuungsumfang gebucht ist. „Wir müssen erst einmal einen neuen Dienstplan erstellen, weil nun wieder andere Zeiten abzudecken sind“, nennt Trauzettel eine der Prioritäten in der Vorbereitung auf den Regelbetrieb.

Nun werde langsam das Programm der Kita wieder hochgefahren. Das heißt, die Kita könne nun ihre Projekte wieder anlaufen lassen, etwa im Bereich der Sprachförderung oder beim Rucksackprojekt sowie in der Einzelförderung. Diese Projekte würden je nach Bedarf angeboten. „Wir müssen schauen, was wir von unserem Angebot umsetzen können“, so Trauzettel.

Dazu gehören auch gruppenübergreifende Aktivitäten, bei denen sich Kinder aus mehreren Gruppen etwa im Bewegungsraum oder im Kreativbereich der Kita oder auch in der Turnhalle der Grundschule treffen könnten. „Die Gruppen dürfen wieder vermischt werden, das ist ein großer Vorteil“, sagt die Leiterin des Familienzentrums Eschen.

Eltern bleiben vorerst draußen

Hygiene- und Schutzbestimmungen gelten natürlich weiterhin. Das regelmäßige Desinfizieren und Händewaschen und die Begleitung der Kinder zur Toilette werden auch weiter Teil des Kita-Alltags sein, sagt Jennifer Brehm vom Evangelischen Familienzentrum Eiringhausen. „Was gleich bleibt, ist auch, dass die Erwachsenen untereinander anderthalb Meter Abstand halten müssen.“

Das sei aber schwierig umzusetzen, wenn künftig die Eltern die Kita zum Bringen und Abholen der Kinder wieder betreten. „Deswegen haben wir uns darauf geeinigt, dass wir die Kinder weiterhin an der Tür in Empfang nehmen und die Eltern weiterhin die Kita nicht betreten“, sagt Brehm.

Das gilt auch für das Familienzentrum Eschen. „Unsere Einrichtung hat einen so schmalen Flur, dass wir es den Eltern nicht zumuten können“, sagt Ilka Trauzettel. Wenn die Kinder gleichzeitig gebracht würden, könnte man drinnen Abstände nicht einhalten. Deswegen wird man auch am Eschen dabei bleiben, dass Eltern die Einrichtung nicht betreten und ihre Kinder nur bis zum Eingang begleiten, genauer zu einem von zwei Eingängen.

Die Kinder aus zwei Gruppen sollen zum Haupteingang gebracht werden, die aus zwei weiteren Gruppen gelangen von der Spielplatzseite in die Kita, erklärt Trauzettel. Bei Bedarf – zum Beispiel bei einem Elterngespräch – und nach Termin können Eltern allerdings die Kita betreten, mit Mundschutz natürlich, erklärt die Einrichtungsleitung. Größere Veranstaltungen mit den Eltern seien dagegen weiter nicht möglich.

Auch wenn der Regelbetrieb einen Schritt Richtung Normalität darstellt, bleibt eine gewisse Unsicherheit. „Wir hoffen darauf, dass es erst einmal so bleibt und es nicht durch eine zweite Welle wieder eingeschränkt wird“, sagt Jennifer Brehm. Je nach der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen könnten sich die Bestimmungen aber auch wieder ändern.

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